Verblendung – Dokumentation eines Briefwechsels

Briefwechsel Werner/Heinz Killert
Briefwechsel Werner/Heinz Killert

Ich hatte auf meiner Seite zur Ahnenforschung bereits angekündigt, dass ich hier ein paar besondere Dokumente zur Verfügung stellen möchte, die ein interessantes Licht auf die individuelle Abarbeitung deutscher Vergangenheit werfen. Sie sind Gegenstand eines Streites meines Vaters mit seinem Halbbruder und machen sich an Briefen bzw. kleineren Abhandlungen fest, die mein Onkel meinem Vater hatte zukommen lassen. Bei diesen Texten geht es um politische Themen und damit auch um politische Weltanschauungen.

Ich muss allerdings etwas weiter ausholen und das Ganze auch mit meinen Erinnerungen zusammenbringen. Beide Akteure leben nicht mehr, aber ich habe noch einige Erinnerungen an das, was vorgefallen ist. Als Kind konnte ich aber die Hintergründe nicht wirklich verstehen.

Onkel Werner lebte mit seiner Familie in Hamburg. Im jahr 1983 habe ich ihn das erste – und auch einzige Mal – längere Zeit erlebt. Da war er mit seiner Familie bei uns in Troisdorf, denn er und unsere gesamte Verwandtschaft war zur Hochzeit meiner Schwester eingeladen. Ich war damals neun Jahre alt und ich fand das interessant, da mein Cousin auch mit dabei war – den kannte ich gar nicht und es stellte sich heraus, dass er ein toller Spielkamerad war. Wir haben Fussball gespielt und ich weiß noch, dass wir ein Spiel des 1. FC Köln im Müngersdorfer Stadion besucht haben. Also mein Onkel, mein Cousin und ich. Ich hatte also immer einen sehr positiven Eindruck von unseren Verwandten in Hamburg.

Ich kann mich aber auch erinnern, dass es abends immer wieder rege Diskussionen zwischen meinem Onkel und meinem Vater gegeben hatte – den Inhalt habe ich als Kind nie verstanden.

Zwischen 1984 und 1987 haben wir die Hamburger dann immer nur sporadisch gesehen. Wir sind in den Urlaub gefahren – an die Nordsee oder nach Neumünster zur Oma, Patentante und Lieblingsonkel 🙂 – und der Zug fuhr dabei immer über Hamburg Altona. Dort wurde an dem Zug die elektrische Lok durch eine Diesel-Lok ausgetauscht, da weiter im Norden die Eisenbahnstrecken nicht elektrifiziert sind. Das ist übrigens heute immer noch so, allerdings findet der Lok-Tausch oft in Itzehoe statt und der Zug fährt über Hamburg Hauptbahnhof und nicht mehr über Altona. Das bedeutete immer, dass der Zug in Altona 15 Minuten Aufenthalt hatte. Da haben wir uns dann immer kurz auf dem Bahnsteig in Altona getroffen. Das war immer eine herzliche Begegnung.

Bei dieser Gelegenheit hatte mein Onkel einen dicken A5 Umschlag für meinen Vater und übergab ihn mit der Bitte, diese “kleinen Abhandlungen” zu lesen. Mein Onkel – und daran kann ich mich noch genau erinnern – verkaufte diese Texte als Ergebnis von individueller Recherche und exklusiven Erkenntnissen. Meistens gab es einen solchen Umschlag auf der Hinfahrt und einen weiteren auf der Rückfahrt; darin dann die Fortsetzungen der gedanklichen Ergüsse meines Onkels.

Es gab diese Übergabe mindestens drei Mal. Ich habe aber nie erlebt, dass mein Vater selbst so einen Umschlag als Antwort übergeben hat. Aber er muß mindestens einmal geantwortet haben. Und das hat dann im März 1988 zu einer Eskalation geführt. Das Ende dieses Briefes zeige ich vorab – er bildet den Abschluss dieser Dokumentation. Ich muss aber direkt hinzufügen, dass die weiteren Dokumente diese Eskalation nicht direkt erklären.

Briefwechsel Werner und Heinz Killert

Ein Faksimile dieses Briefes und der eine Erläuterung der Briefe sind am Ende dieses Artikels aufgeführt. Jeder Brief bekommt dabei eine einzelne Seite mit den passenden Erläuterungen.

Bevor ich auf die eigentlichen Inhalte der Briefe eingehe erkläre ich, was meiner Meinung nach zu dieser Eskalation geführt hat: Mein Vater hatte diese Briefe zurückgeschickt. Und zwar im Original. Er hat aber an diese Briefe an den Rand seine kurzen und knappen Anmerkungen geschrieben – von diesen Briefen und Anmerkungen hat er Kopien gemacht. Diese Kopien liegen mir vor. Leider nur teilweise. Mindestens ein Text ist unvollständig und vielleicht hat es noch weitere Texte gegeben. Diese kleinen Randbemerkungen, die sehr schulmeisterlich wirken, deuten auf den Grund der Eskalation hin.

Jetzt muss man wissen, dass mein Vater sehr oft und zu sehr radikalen, emotionalen und oft auch verletzenden Äusserungen neigte. Und oft war auch seine Position faktisch schlicht falsch. Ich habe das selbst einige Male erlebt:

Ich hatte meinem Vater erzählt, dass ich ein großer Freund des Schriftstellers Franz Kafka bin. Die Reaktion von meinem Vater: “Ach, das ist doch dieser jüdische Schriftsteller, der im KZ umgekommen ist … .” – Das habe ich direkt zurückgewiesen, weil es natürlich völlig falsch ist. Zum Einen ist das Jüdische nicht das Hauptmerkmal des Schriftstellers Kafka (mit diesem Thema beschäftigt sich übrigens dieses grandiose Buch von Benjamin Balint), aber viel wichtiger ist die Tatsache, dass Kafka bereits 1924 an Tuberkulose gestorben ist. Mein Vater hat dem immer wieder widersprochen. Das suggeriert natürlich bei jemandem, der sich mit einem Thema intensiv beschäftigt hat, nahezu alles zu diesem Autor gelesen hat und natürlich auch dessen Biografie kennt, dass er trotz aller Beschäftigung bei wesentlichen Fragen dann doch zu dumm ist, diese grundlegend zu verstehen und das man dem Gegenüber dieses grundlegende Verständnis gar nicht zutraut.

Noch ärgerlicher für mich waren die Kommentare zu einem Bild, das in meiner Wohnung hing. Es war ein Porträt des Schriftstellers John Irving – ein offzielles Portrait des Diogenes Verlags. Mein Vater sagte dann zu mir: “Du weißt, dass das ein Nazi ist und das Du vorsichtig mit solchen Menschen sein solltest …” .

Das hat mich nicht wirklich verwirrt, denn ich wusste sofort, dass mein Vater John Irving mit dem bekannten Neo-Nazi David Irving verwechselte. Die beiden haben außer dem Nachnamen nichts gemeinsam. Ich habe das sofort klargestellt und auch hier meinte mein Vater, es besser zu wissen. Ich sagte daraufhin: “Glaubst Du nicht, dass ich weiß, was ich tue? Hälst Du es für möglich, dass Dein Sohn ein Foto von einem Neonazi in seiner Wohnung aufhängt?” – Mein Vater sagte recht abfällig, dass das ja möglich sein könnte. Das ist dann natürlich sehr verletzend. Denn das kann nicht möglich sein. Punkt. Und auch nur ansatzweise solche Gedanken zu äussern ist einfach grotesk.

Jetzt weiß ich natürlich nicht, was mein Vater seinem Halbbruder in einem Brief geschrieben hat. Es gibt aber einige Anzeichen dafür, dass mein Vater auch hier keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten eines Menschen genommen hat. Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass ich einen Brief-Entwurf gefunden habe, den mein Vater irgendwann im Jahr 2000 geschrieben haben muss. Ob er einen solchen Brief abgeschickt hat, weiß ich nicht. Es wird aber klar, dass ihn der Disput beschäftigt hatte – allerdings steigert es sich in diesem Brief-Entwurf selbst auch wieder in eine Beschimpfung, die der eigentlichen Intention des Briefes, nämlich die Wiederaufnahme des Dialoges, entgegensteht. Auch diesen Entwurf habe ich in die Dokumente hier aufgenommen.

Jedenfalls hat mein Vater diese Briefe wie ein Lehrer, der an den Seiten Korrekturen gemacht hat, im Original und mit einem vermutlich sehr verächtlichen Brief zurückgeschickt – die Reaktion des Onkels ist also in Teilen nachvollziehbar. Allerdings noch viel mehr kann ich eine konsequente, klare Linie meines Vaters verstehen.

Unabhängig davon – und jetzt kommen wir zu dem eigentlichen Thema – sind natürlich die Inhalte der Briefe meines Onkels. Als Kind wurde mir gesagt, dass Onkel Werner ein “Rechter” sei. Irgendwann, vor vielen Jahren, habe ich den Namen Werner Killert dann auch mal auf einer Landesliste einer Hamburger Kommunalwahl für die DVU (“Deutsche Volksunion”) gesehen. Natürlich ist die Einordnung “rechts” korrekt – aber auch hier muss man stark differenzieren. In den Briefen geht es eigentlich immer wieder um zwei Themen:

  • Werner Killert arbeitet sich massiv an den “Sozialdemokraten” ab, denen er in vielen Zusammenhängen Heuchelei und Zwiespältigkeit vorwirft. Er macht dies insbesonders an der Person Willy Brandt fest (und fast schon zu plakativ und profan) dem Alt-Kommunisten Herbert Wehner. Willy Brandt ist für ihn immer nur Herbert Frahm, der Exilant und “Willy Brandt” nur der Kampfname eines Verräters.
  • Werner Killert glaubte an die militärische Überlegenheit der Deutschen im 2. Weltkrieg auf See. Er war ein Verehrer des Großadmirals und Hitler-Nachfolgers Dönitz. Aus seiner Sicht wäre bei bei anderer Strategie der 2. Weltkrieg anders verlaufen.

Beide Themen wirken auf seltsame Art und Weise wie eine Fortführung dessen, was als “Dolchstoßlegende” bekannt ist. Deutschland sei im 1. Weltkrieg eigentlich unbesiegt gewesen und sei von Kräften von Links im eigenen Land in die Kapitulation getrieben worden. Historiker haben diese These längst widerlegt. Mehr dazu können Sie bei Wikipedia nachlesen. Diese These war damals aber sehr populär und hatte vermutlich in der Mehrheit der Deutschen Befürworter. Es hat den Anschein, als hätte Werner Killert die gängigen Argumente dieser Legende einfach zwei Jahrzehnte ausgedehnt und auch auf den 2. Weltkrieg angewendet.

Daher finde ich diese Ausgangspunkte, diese Prägung der Weltanschaung sehr interessant. Denn sie passen zu dem, was ich hier über den Großvater, Franz Killat, herausgefunden hatte. Werner Killert war etwas älter als mein Vater, d.h. er hat eine wesentlich stärkere Prägung durch seinen Vater erlebt. Dieser hat im 1. Weltkrieg gedient und, wie man auf meinen Seiten nachlesen kann, bei der Schlacht bei Tannenberg an einem militärhistorischen Mythos teilgenommen. Die für Deutschland eigentlich aussichtslose Situation – eine deutsche Armee gegen drei russische Armeen – und dennoch der Sieg bei dieser Schlacht, haben zum Diktat-Frieden von Brest-Litowsk geführt. Deutschland war also siegreich an der Ostfront. Aber der 1. Weltkrieg wurde an der Westfront verloren – und angeblich nicht militärisch. Wenn der eigene Vater das selbst miterlebt und dafür dekoriert wurde, dann prägen diese Erfahrungen aus erster Hand das Weltbild ungemein. Was wir als Dolchstoß-Legende kennen hat bei Werner Killert so etwas wie eine starke pädagogische Prägung bewirkt.

Mein Vater hat mir erzählt, dass er und seine Brüder immer ganz wild auf jedes Spielzeug gewesen waren, das mit Militär zu tun hatte. Zum Beispiel Holzgewehre oder unbrauchbar gemachte Karabiner. Der Grad der ideologischen Prägung, lässt sich bei Werner Killert nur vermuten. Mein Vater hat mir ferner erzählt, dass er nie vergessen werde, wie sehr seine Mutter geweint habe, als sie im Radio gehört hatte, dass der Führer bis zum letzten Atemzug kämpfend für Deutschland gefallen sei. Sie hat bis zu ihrem Tod 1968 daran geglaubt. Eine starke ideologische Prägung der Killerts ist also anzunehmen.

Natürlich ist es für Nachgeborene mit Zugang zu historischen Aufbereitungen immer einfach, zu urteilen. Dennoch muss man zu diesen Äusserungen meines Onkels eine klare Stellung beziehen. Die ersten Briefe scheinen wie eine Vorbereitung für einen faschistoiden-antisemitischen Rundumschlag zu sein.

  • Da ist zunächst das Sich-Abarbeiten an den Sozialdemokraten, die mit den Kommunisten gleichgesetzt werden.
  • In dem dritten und umfangreichsten Pamphlet kommt dann der Anti-Semitismus hinzu. Und das auf eine sehr plumpe, widerliche Art.
  • Am auffälligsten ist die ständige Betonung der angeblichen Kompetenzen und Erfahrungen. Und das sich Auseinandersetzen mit dem Gegenüber, was so etwas wie eine Objektivität suggerieren soll. Es gibt jedoch unzählige Begrifflichkeiten, die dies innerhalb der Briefe widerlegen. Ich gehe dazu jeweils genauer auf die Argumente auf den Seiten der Dokumente ein.

Diese Briefe offenbaren eine rechts-nationale, historische gewachsene Gesinnung. Und es ist nicht schwer, die Argumentationen als falsch zu entlarven. Oder noch einfacher: sie sind vielfach völlig banal. Natürlich gab es auch Alt-Nazis bei den Sozialdemokraten und natürlich muss insbesondere ein Herbert Wehner als stark links-ideologisch geprägt eingeordnet werden. Er hat damals dafür gesorgt, dass zwei Abgeordnete beim Misstrauensvotum 1972 gegen Barzel und für Brandt gestimmt haben. Das ist keine Vermutung – das hat Wehner selbst zugegeben. Damals ist Geld geflossen und damit hat ein Alt-kommunist die Nachkriegsgeschichte mit einer lupenreinen Bestechung verändert. Wäre Brandt damals abgewählt worden, dann wäre die Ostpolitik sicher nicht so fortgesetzt worden und wir würden heute in einer anderen Welt leben. Ob besser oder schlechter sei dahingestellt.

Die Verflechtungen von Sozialdemokraten in unsaubere Machenschaften sind dokumentiert (und auch aktuell wieder sehr aktuell, siehe Cum-Ex Verstrickungen in Hamburg). Und das in den Vordergrund zu stellen ist nicht gleichbedeutend mit einer Diskreditierung der historischen Bedeutung der Sozialdemokraten. Das viele Nazis nach 1945 in leitenden Funktionen eingesetzt wurden, ist ebenfalls eine Tatsache. Was mein Onkel also hier als besonderes Hintergrundwissen ausbreitet ist in vielen Bereichen längst historisch belegt und Konsenz unter Historikern. Da ich zwar Erinnerungen an die 80er Jahre habe, aber nicht beurteilen kann, inwiefern dies schon damals, zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Briefe der Fall war, unterstelle ich einfach mal, dass mein Onkel damals tatsächlich Dinge erkannt hat, die man heute als Banalität abtun würde. Der Betrug Wehners war – so weit mir bekannt – in den 80er Jahre noch nicht dokumentiert.

Natürlich verbat es die Gesinnung und die Intention hinter all diesen Gedanken, die vielen Alt-Nazis, die sich außerhalb der Sozialdemokratie in führenden Positionen wiederfanden, darzustellen. Feindbild sind bei Werner Killert ausschließlich die Sozialdemokraten.

Die antisemitischen Ressentiments und das sich in Rage schreiben, besonders in dem dritten, langen Text – das sind Merkmale einer eigenen Auseinandersetzung mit der eigenen relativen Bedeutungslosigkeit. Ich würde sogar sagen, dass dies für die Briefe in ihrer Gesamtheit gilt: wer solch angeblich bedeutsamen historischen Entdeckungen gemacht hat, würde so ein Mensch seine Zeit damit vergeuden, dem geistig anscheinend so minderbemittelten Halbbruder, dessen Gesinnung man bei den Sozis verortet, solche Briefe zu schreiben und damit viele Tage eines Lebens zu vergeuden? Es gab vermutlich niemanden, der sich für diesen politischen Schwachsinn interessierte – diese Briefe waren ein Ventil dafür, das eigene Weltbild zu zelebrieren.

Vor diesem Hintergrund mag die Reaktion meines Vater vielleicht nicht souverän oder fair gewesen sein – hat er seinem Halbruder hier aber gehörig die Leviten gelesen, dann war das gerechtfertigt. Werner Killert war ein verblendeter Nazi und es ist gut, wenn er in seiner Familie auch als ein solcher eingeschätzt wurde und wird.

Außerdem möchte ich noch etwas erwähnen, dass mich sehr überrascht hat und vermutlich meinen Onkel auch überrascht hätte. Ich hätte schwören können, dass mein Vater Zeit seines Lebens die Sozialdemokraten gewählt hat. Das war aber nicht der Fall. Ich hatte ihn mal gefragt, wen er für den wichtigeren Kanzler hält – Adenauer oder Brandt. Und mein Vater hat spontan Adenauer ausgewählt. Als ich ihn gefragt habe, warum er sich für Adenauer entschieden hat, dann sagte er, dass Adenauer immer ein aufrechter Demokrat gewesen sei. Damit unterstellt er indirekt, dass Brandt dies nicht gewesen ist. Es kommt noch hinzu, dass meine Mutter mir bestätigt hat, dass mein Vater (und meine Mutter ebenfalls) immer CDU gewählt haben. Ich frage mich also, ob die Argumentation meines Onkels einen Einfluss gehabt oder ob sich viele, mich eingeschlossen, bei der politischen Gesinnung meines Vaters geirrt haben.

Warum mache ich das überhaupt? Diese Briefe und auch das ganze Verhalten meines Onkels damals zeigen in meiner Erinnerung etwas, was wir in den letzten Jahren häufig erleben: es gibt Menschen die glauben, dass sie aufgrund ihrer Fähigkeiten – meist sind das keine Fähigkeiten, sondern es ist das Resultat eines übersteigerten Interesses, welches sich eine Projektionsfläche sucht – über anderen Menschen stehen und auch über allen Fakten. Jenseits belegbarer historischer Fakten suggerieren diese Menschen, dass sie über ein Exklusivwissen verfügen, sich aufgrund einer mit Fantasie angereicherten “Lebenserfahrung” von anderen Menschen abheben. Man muss diesen Unsinn entlarven und das ist in diesem Fall meine Intention. Ein kleiner Beitrag dazu, wie wichtig Fakten sind und dass man zu Fakten keine Meinung haben kann und erst recht keine Gesinnung, die diese verändern können.

Heinz (l.) und Werner (r.) Killert
Heinz (l.) und Werner (r.) Killert

Nun aber zu der eigentlichen Dokumentation. Mir liegen drei Briefe / Abhandlungen von Werner Killert vor. Beim ersten Brief fehlt ein großer Teil. Der zweite Brief ist unvollständig – die letzten Seiten fehlen. Ich vermute dass mein Vater bei einigen Seiten vergessen hat, Vorder- und Rückseite zu kopieren. Der dritte, sehr eng beschrieben und umfangreichste Text (der wurde auf der Rückfahrt von einem Urlaub meinem Vater überreicht) ist vollständig und ist der Höhepunkt der Ausführungen, die man nur als faschistoide Hasstirade bezeichnen kann. Zu diesem Text war eine Widerlegung einzelner Argumente in einer Art kritischem Kommentar von mir notwendig. Den Abschluss bilden zwei Briefe, bei denen es dann um die Wirkung dieser Texte ging und die den Streit dokumentieren. Ob mein Vater den Entwurf aus dem Mai 2000 vervollständigt und abgeschickt hat ist mir nicht bekannt.