Ein wenig Ahnenforschung

Auf dieser Seite finden Sie zahlreiche Infos zu dem Familiennamen „Killat/Killert“. Sie erfahren, wie und wann es zu der Namensänderung kam, welche Herkunft der Name hat und Sie erfahren die Details zu den Killerts aus Troisdorf. Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, schreiben Sie mir bitte: stammbaum@killert.de.

Alle Dokumente und Fotos können mit einem Klick vergrössert werden. Alle Rechte zur Nutzung dieser Dokumente als Medien sind vorbehalten.

Von „Killat“ zu „Killert“

Der Name „Killert“ ergab sich aus einer Verfügung der Nazis, denen „Killat“ zu slawisch klang – eine ziemlich unsinnige Behauptung. So wurde verfügt, dass der der Name von „KILLAT“ zu „KILLERT“ geändert werden sollte. Dies ist das offizielle Dokument zu dieser Namensänderung:

Namensänderung von "Killat" zu "Killert"
Am 18. April 1942 wurde der Name „Killat“ zu „Killert“ geändert.

Namensherkunft – „Killat“ kommt vom französischen „Cuillat“

Die Namensherkunft von „Killat“ kommt jedoch aus einer ganz anderen geografischen Richtung. Laut diversen Berichten in dem „Ostpreussenblatt“ und dem „Memeler Dampfboot“ – Publikationen, die sich hauptsächlich an Vertriebene richteten und deren teilweise politische Ausrichtung ich mir hier ausdrücklich nicht zu eigen mache – haben über diese Namensherkunft berichtet:

Aus dem Ostpreussenblatt
Hinweise auf die Namenherkunft im „Ostpreussenblatt“
Memeler Dampfboot
Hinweise auf die Namensherkunft im „Memeler Dampfboot“

Diese Hinweise decken sich auch mit den Recherchen meines Onkels mütterlicherseits, Joachim Lörzer, der zu dem Familiennamen Lörzer eine vielbeachtete Familienchronik geschrieben hat. In einem Brief an meine Eltern hat er von seinen Recherchen berichtet:

Versuch eines Stammbaums

Basierend auf einigen alten Dokumenten und mit Hilfe von „Ancestry“ habe ich versucht, den Stammbaum ausgehend von meinem Vater Heinz Killert so weit wie möglich zurück zu verfolgen. Dabei bin ich über die großväterliche Seite von Franz Killert (Killat) bis in das Jahr 1792 vorgedrungen. Der älteste Vorfahre, den ich bisher gefunden haben, trug den wohlklingenden Namen „Annussis Killat“ – allerdings waren die gescannten Originaldokumente für mich unleserlich. Ob diese Generation damit bereits in das Elsass zurückverfolgt werden kann, kann ich bisher also nicht belegen. Hier eine Grafik aus GRAMPS, basierend auf den Recherchen in Ancestry. Die Daten sind unvollständig und besonders die Jahreszahlen sind mit Vorsicht zu geniessen. Es ist oft so, dass die Söhne dieselben Vornamen wie die Väter hatten, so dass es schnell zu Verwerfungen kommt. Diese Verbindungen scheinen mir aber sehr stimmig zu sein:

Entwurf eines Stammbaums
Entwurf eines Stammbaums – Klicken zum Vergrößern

Im Zusammenhang mit diesem Stammbaum bin ich immer an Informationen zu dem Namen „Killert/Killat“ interessiert. Mich interessieren aber auch alle Informationen zu diesen Familiennname und wie sie mit diesem Stammbaum in Verbindung zu bringen sind. Vielleicht sind Sie auf meine Seite gestossen, weil Sie nach einem dieser Namen gegoogelt haben?:

  • Killert/Killat
  • Kibelktzis
  • Pippirs
  • Jagutte
  • Kmienek

Zögern Sie nicht, mir zu schreiben – ich freue mich auf Ihre Mail: stammbaum@killert.de.

Weitere Infos zu Franz Killat

Zu meinem Großvater „Franz Killat“ habe ich auf der Seite „Erinnerungen an Memel“ einiges geschrieben. Dort finden Sie unter anderen den letzten handgeschrieben Brief von meinem Großvater, in dem er eindringlich die Belagerung von Memel durch die Russen beschreibt und täglich das Grauen des Krieges erfährt.

Im Februar 2014 bin ich auf eine interessante Entdeckung gestoßen. Der Name meines Großvaters „Franz Killert“ taucht in alter Schreibweise als „Franz Killat“ häufiger in diversen Publikationen auf. Kurios: einige davon lassen darauf schließen, dass Franz Killert möglicherweise den 2. Weltkrieg überlebt hat und als Franz Killat die Vergangenheit hinter sich gelassen hat.

Ich wollte heraus finden, ob dies so ist und welche Hintergründe es dabei aufzuklären gibt.

Die genauen Umstände, wie es zu dieser Entdeckung kam, finden Sie in diesen Blog-Einträgen mit dem Titel „Schatten der Vergangenheit„. Meine Vermutung hat sich nicht bestätigt. Es gab zwei Personen mit dem Namen „Franz Killat“. Ein Nachfahre des anderen „Franz Killat“ hatte mir eine ausführliche E-Mail gesendet.

Die erste Ehe von Franz Killat
Franz Killat war zweimal verheiratet. Mein Vater war das dritte Kind von Franz Killat und das einzige aus der Ehe mit Annike Killert, geb. Pippirs. Diese Eheschliessung fand 1930 statt. Zuvor, im Jahr 1926, hatte Franz Killat eine gewisse Anna Margarethe Klein geb. Kmienek geheiratet. Anscheinend war es für diese Frau bereits die zweite Ehe. Aus dieser ersten Ehe sind die Kinder Günter und Werner Killert hervorgegangen. Wer weiß etwas über den Verbleib von Anna Margarethe Klein? Warum war die Ehe nach nur vier Jahren beendet?

Hier die Dokumentation zu der Verbindung zwischen Franz Killat und Margarethe Klein:

Heiratsurkunde

Wer war John Killat?

In der Heiratsurkunde von Franz und Annike Killat wird ein gewisser „John Killat“ erwähnt. Dieser Name taucht auch immer wieder in Ancestry auf. Zunächst dachte ich,, dass er ein uns unbekannter Verwandter in Übersee oder aus dem angelsächsischen Raum sein könnte. Aber ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Vorname „John“ keineswegs auf eine angelsächsische Herkunft schließen lässt. Der Vorname „John“ (deutsch ausgesprochen) war besonders im letzten Jahrhundert im Norddeutschen Raum ein sehr beliebter Vorname. Ich habe mittlerweile auch erfahren, dass John Killat bis 1945 in Memel gelebt hat – was mit ihm passiert ist und in welchem Verwandtschaftsverhältnis er zu den mir bekannten Killert/Killat Familienmitliedern stand, ist nach wie vor unbekannt. Laut Ancestry liegt die Vermutung nahe, dass er ein Bruder/Halbbruder oder Cousin von Franz Killat gewesen war – aber ich habe keine weiteren Hinweise gefunden.

Wer war John Killat
John Killat als Trauzeuge – aber wer war John Killat?

Auf der Suche nach Major Fischer

In den Unterlagen finden sich zwei Hinweise auf einen gewissen Major Fischer. Mein Vater hat auf einem kleinen Schreiben des Majors an Franz Killat notiert, dass Franz Killat diesem Major das Leben gerettet hat. Zum Geburtstag von Franz Killat hat dieser Major auch ein Glückwunsch-Telegramm geschickt. Wer kennt einen Major Fischer aus dem Raum Tilsit/Memel und was genau verband ihn mit meinem Großvater?

Hier die beiden Hinweise, die ich auf den Major gefunden habe. Man beachte, dass zwischen beiden Dokumenten 30 Jahre liegen.

Erster Brief von Major Fischer
Auf der Suche nach Major Fischer
30 Jahre später besteht die Verbindung zwischen Franz Killat und Major Fischer nach wie vor … .

Wichtige Anmerkung dazu: Nach meinen Recherchen kommt vermutlich nur eine Person mit diesem Rang als „Major Fischer“ in Frage: Eberhard Fischer (1893-1962), Generalmajor der Luftwaffe. Es gibt zwar noch mehrere Wehrmachtsangehörige im Rang eines Majors, aber keiner von ihnen hatte im 1. und 2. Weltkrieg gedient, was bei diesem Major aber der Fall sein muss. Wenn es Angehörige von Eberhard Fischer gibt, die vielleicht mehr Informationen haben, vielleicht sogar Hinweise auf Franz Killat, dann würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen.

Die Schlacht bei Tannenberg

Das ist wirklich ein unglaublicher Zufall: Ohne es zu wissen, ist die „Schlacht bei Tannenberg“ das wichtigste Ereignis in meinem ersten Roman „Amor Simplex„. Die Auszeichnung „Ehrenkreuz für Frontkämpfer“ sowie der Dienstgrad eines „Leutnant der Landwehr“ resultieren aus der Teilnahme von Franz Killat an dieser Schlacht. Wer weiß mehr über diese Auszeichnungen und stehen diese ggf. mit Major Fischer in Verbindung?

Ehrenkreuz für Frontkämpfer
Leutnant der Landwehr

Weitere Dokumente

Über den Verbleib von Franz Killat ist nichts bekannt. Er gilt als verschollen und es ist sehr wahrscheinlich, dass er in der Nähe von Pillau ein Opfer des Krieges wurde.

Franz Killert - verschollen
Franz Killat wird am 16.10.1956 für tot erklärt.

In den Unterlagen habe ich noch weiteres interessantes Dokument gefunden. Meine Großmutter hat anscheinend versucht ihr Auskommen zu sichern und bei der Sparkasse in Memel nachgefragt, ob Sie über das Guthaben ihres Mannes verfügen kann – hier die Antwort auf einer Postkarte, die irgendwie sehr anschaulich darstellt, wie begrenzt die Möglichkeiten in dieser schweren Zeit gewesen sein müssen. Das „t“ auf der Schreibmaschine scheint defekt zu sein und man bittet um Unterstützung bei der Deckung der Auslagen:

Postkarte Auskunft Sparkasse Memel - Vorderseite
Postkarte Auskunft Sparkasse Memel – Vorderseite
Postkarte Auskunft Sparkasse Memel
Postkarte Auskunft Sparkasse Memel – Rückseite

Noch mehr Infos …

Franz Killat – Ausweisdokument. Man beachte die Namensänderung … .

Meine Großmutter hingegen, die ich nie kennengelernt habe, hat bis zu ihrem Tod bei meinen Eltern und Geschwistern in Troisdorf gelebt. Von ihr gibt es ebenfalls ein Ausweisdokument und auch ein gutes Foto aus dem frühen 20er Jahren. Eine bearbeitete und von Rissen und Staub befreite Version dieses Fotos habe ich ebenfalls hochgeladen:

Annike Killert Ausweis
Annike Killert – Ausweisdokument
Annike Killert, 1920er Jahre
Annike Killert, Mitte der 20er Jahre (restaurierte Fassung)

Annike Killert hat in den 20er Jahren im bekannten Cafe Kranzler in Berlin als Servicekraft gearbeitet und dort vermutlich auch meinen Großvater kennengelernt. Eine Kontaktaufnahme mit dem Cafe Kranzler und eine Nachfrage, ob Dokumente oder Fotos aus dieser Zeit existieren, ist auf meiner ToDo-Liste 🙂

Nachfolgendes Hochzeitsfoto zeigte Annike Killert mit meinem Großvater – die beiden Jungs sind die Kinder aus der ersten Ehe von Franz Killat (siehe oben), Günther Killert und Werner Killert, also die Halbbrüder meines Vaters.

Killat Hochzeit
Grosseltern Killert mit Werner und Günther

Das Stadtarchiv in Troisdorf arbeitet mit Ancestry zusammen. So habe ich den Eintrag der Sterbeurkunde von Annike Killert finden können – unterschrieben von meinem Vater:

Auszug Sterberegister Troisdorf
Auszug Sterberegister Troisdorf
Todesanzeige Annike Killert
Todesanzeige Annike Killert

Das Grab von Annike Killert – in vielen Dokumenten auch immer wieder als „Anna Killert“ abgekürzt – existiert noch auf dem Friedhof in Oberlar. In dem Familiengrab wurden später auch Günther und Hildegard Killert beigesetzt (Sohn und Schwiegertochter). Günther und Hildegard Killert lebten in Troisdorf – ihnen gehörten das Hotel Kronprinz, die Gaststätte im alten Troisdorfer Bahnhof und der bekannte Oberlarer Hof.

Grab Annike Killert 1968
Grab Annike Killert 1968
Killert Grabstätte Oberlar
Killert Grabstätte Oberlar

Ausblick auf kommende Dokumentationen

Der andere Halbbruder meines Vaters, Werner Killert aus Hamburg, hatte in den 80er Jahren einen regen Briefwechsel mit meinem Vater. Dabei ging es um politische Ansichten und eine heftige Konfrontation zwischen beiden. Der Briefwechsel liegt mir vor und ich werde diesen irgendwann mal aufbereiten und auch hier zur Verfügung stellen. Werner Killert ist ebenfalls bereits verstorben und war in Hamburg in der Lokalpolitik aktiv. Für eine Partei namens DVU („Deutsche Volksunion“) – daraus lässt sich bereits ableiten, um welches Konfliktpotenzial es bei dem Briefwechsel geht. Dieser Briefwechsel muss aber wie gesagt sehr gut aufbereitet werden, um Missverständnisse und Pauschalierungen zu vermeiden. Nur so viel vorab: es wäre viel zu einfach, wenn ich „Onkel Werner“ einfach so in eine rechte Ecke stellen würde. Dazu irgendwann im Laufe der kommenden Monate mehr.