Archiv der Kategorie: Visuelles

Sphären der Nerdkultur

Ich arbeite derzeit an einer interaktiven Mind-Map, in der viele verblüffende Verbindungen in den Bereichen MUSIK, SERIEN  & FILMKULT und LITERATUR zutage treten – als Rahmen der Nerdkultur. Ich als Nerd habe nämlich schon sehr oft die Erfahrung gemacht, dass sich wiederholende Verbindungen abgezeichnet haben, die einige Künstler herausheben. Diese Künstler bilden die Eckpfeiler der Sphären der Nerdkultur.

Wer die Anfänge des Kultur-Magazins kennt, der weiß von meiner Affinität zu den Werken des Fotografen Anton Corbijn, was wiederum mit meiner Vorliebe für die Musik von Depeche Mode zusammenhängt. Als ich dann erfahren habe, dass genau dieser Künstler auch eng verbunden ist mit JOY DIVISION oder FRONT 242 (Das Video zu „Headhunter“ war eines der ersten von Anton Corbijn), da war mir klar, dass diese Art von „Visual Direction“ natürlich in direktem Zusammenhang mit meinem Nerd-Geschmack stehen muss. Noch viel klarer wurde dies, als ich in die Booklets meiner Lieblingsalben jenseits des Synthiepop geschaut habe. Immer wieder tauchte dort „Produced by Flood“ auf, sei es bei U2, Nine Inch Nails, Smashing Pumpkins – zum Teil völlig unterschiedliche Musikrichtungen.

Auch lässt sich feststellen, dass so mancher Autor wiederkehrend in den Sphären der Nerdkultur auftaucht. Sei es ein Neil Gaiman, ein Alan Moore oder aber auch Klassiker wie HP Lovecraft und William Gibson.

Mit der interaktiven Map, deren Aufbau sich noch in Anfängen befindet, möchte ich gerne einige dieser Verbindungen offen legen. Jedes Element wird mit einem Link zu Wikipedia versehen. Das ist auch der hauptsächliche Zweck – den Namen eines Künstlers und seine Stellung in den Spähren der Nerdkultur zu finden und gleichzeitig einen Link zu Wikipedia zur Verfügung zu haben. Ab und an werde ich auch einige Kommentare einfügen.

Die Map öffnet sich in einem neuen Fenster und wird in unregelmässigen Abständen aktualisiert und ergänzt.

Interaktive Mindmap öffnen

Ich muss natürlich zugeben, dass ich all diese Verbindungen durch meine persönliche Sichtweise darstelle – kennen Sie noch weitere Verbindungen, die man hier erwähnen sollte? Sie können diese gerne in den Kommentaren ergänzen – vielleicht finden Sie einen Platz in dieser interaktiven Map.

 

Stan & Ollie – Was für ein schöner Film

Warum bei den Academy Awards dieser Film letztes Jahr unberücksichtigt blieb – es ist mir ein Rätsel. Es gab lediglich eine mickrige Golden Globe Nominierung. Dabei hätte dieser Film so viel mehr verdient gehabt. Hier wird nicht nur ein großes Stück Filmgeschichte in das Hier und Jetzt transferiert – zwei Schauspieler zeigen hier ein unglaubliches Talent. Wenn Schauspielerei das Sich-Hineinversetzen in eine andere Person ist, dann sind Steve Coogan und John C. Reily absolute Meister ihres Faches.

Stan & OllieWenn Erinnerungen aus der Kindheit wachgerufen werden, weil man zufällig eine Szene aus einem Film, einer Werbung oder eine Serie von damals gesehen hat, dann entsteht Nostalgie und man schwelgt in diesen Erinnerungen. Bei „Stand & Ollie“ werden diese Erinnerungen – so unglaublich das klingen mag – von Schauspielern erzeugt, die noch gar nicht auf der Welt waren, als Ihre Figuren schon gestorben waren und längst ein Mythos der Filmgeschichte waren. John C. Reilly (bekannt aus „Magnolia“ oder „Der Gott des Gemetzels“) verkörpert Oliver Hardy und der nicht ganz so bekannte britische Komiker Steve Coogan schlüpft in die Rolle von Stan Laurel. Das machen beide auf eine derart perfekt Art und Weise, dass viele Szenen überhaupt nicht mehr vom Original zu unterscheiden sind. Die gesamte Mimik, die Dramaturgie, die Maske – alles passt so perfekt, dass dies jeden erdenklichen Filmpreis verdient hätte.

Zu dieser Verkörperung der Hauptrollen kommt auch noch die Geschichte selbst, die besser nicht hätte ausgewählt werden können. Es geht nicht etwa um die Biografien oder die Karriere des besten Komiker-Duos aller Zeiten, sondern um die letzte Phase, um den in der Öffentlichkeit nur bedingt wahrgenommenen Comeback Versuch Ende der 50er Jahre. Stan Laurel ist dabei, einen Vertrag mit einem großen Produzenten auszuhandeln – Laurel & Hardy sollen noch einmal ins Kino zurückkommen.

Ein großer letzter Film soll den Abschluss der Karriere markieren. Bis die ersten Dreharbeiten beginnen, wollen die beiden erst Mal Anlauf nehmen – mit einer Bühnenshow quer durch England. Die Unterstützung für die beiden Komiker ist jedoch minimal. Der Produzent will nicht so richtig und schnell stellt sich heraus, dass dieser letzte Film nie Realität werden wird. Aber die beiden geben nicht auf. Eigenwerbung und Slapstick-Gags in der typischen Dick & Doof Manier, sprechen sich schnell herum und die Hallen füllen sich. In Irland wird den beiden bei Ihrer Ankunft geradezu gefeiert.

Hinter den Kulissen aber rumort es zwischen den beiden. Stan Laurel hat seinem Kollegen nie verziehen, dass er zwecks Vertragserfüllung vor Jahren sein Glück mit einem anderen Partner versucht hat. Aber Laurel wird, nach einem leichten Herzinfarkt von Hardy, bei einer der Bühnenshows, vor die gleiche Wahl gestellt und macht dieselbe Erfahrung, wie sein Partner: Laurel geht nicht ohne Hardy, Hardy nicht ohne Laurel.
Flankiert wird die Geschichte von den ehrgeizigen und mit sich und der Welt konkurrierenden Ehefrauen der beiden. Aber wenn es darauf ankommt, dann scheinen alle zusammen zu halten.

Ein wirklich toller Film, der uns hinter die Kulissen schauen lässt, ohne zu theatralisch zu wirken. Der Film ist plakativ, die Ehefrauen stereotype Abbilder und die Komik der beiden zeitlos – das waren die Intentionen dieses Film. Wie aus dieser Vorhersehbarkeit dennoch die vermutlich beste Hommage aller Zeiten entstehen kann, wird ein Rätsel bleiben – genau wie die fehlenden Oscarnominierungen für die beiden Hauptdarsteller.

 

Erich Heeder – Collagen zwischen Alltag und Zeitgeist

Über den Hamburger Künstler Erich Heeder

Mit dem Start des Kultur-Magazins habe ich auch von Anfang an eine Rubrik eingeplant, die ich schlicht „Menschen“ nenne und denen Menschen ein Porträt bekommen. Weil Sie Künstler sind, Autorinnen und Autoren, Kulturmenschen als wahrhaftige Influencer.

Erich HeederJetzt ist das erste Porträt fertig. Und es gehört dem Hamburger Stadtteilkünstler Erich Heeder. Warum? Nun, er war der erste Künstler, der mich seit dem Start des Kultur-Magazins über Facebook kontaktiert hat. Er hat gleich mit seinen ersten Sätzen an mich eine wichtige Frage aufgeworfen – Wann ist ein Künstler ein Künstler? Gibt es das Vorurteil, das ein Künstler im Auge des Betrachters nur dann ein Künstler ist, wenn er Kunst studiert hat? Oder ist Kreativität nicht generell etwas, dass jedem Menschen eigen ist. Ich vermute, dass Erich Heeder mit dieser Frage als Autodidakt und als Stadtteilkünstler immer wieder konfrontiert ist. Obwohl die Antwort eindeutig ist. Erich Heeder ist ein Künstler – er malt, er schreibt, er macht Skulpturen und er engagiert sich. Er ist unter anderem der Initiator des Hamburger Obdachlosenmagazins „Hinz&Kunzt“.

Auf der Facebook Seite des Kultur-Magazins gibt es als Titelbild immer wieder Fotos mit Zitaten berühmter Persönlichkeiten. Aktuell findet sich dort das Zitat: „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten. (Karl Kraus)“ – Erich Heeder macht darauf aufmerksam, dass die Schatten aber nicht kürzer werden sollten. Künstler werfen also Schatten und setzen gleichzeitig ihr Weltbild ins Licht. Erich Heeder zeigt das seit vielen Jahren in vielen Facetten, von denen einige exemplarisch besonders auffallen.

Er dokumentiert unter anderem eine Kunstform, die sich „De-Collage“ nennt. Dafür braucht man ein gewisses Gespür, das Kunstvolle im Alltag zu erkennen. Grundlage hierfür ist die Arbeit von Mimmo Rotella – er hat in den 50er Jahren in abgerissenen Plakaten eine Ästhetik entdeckt und diese als De-Collage zur Kunstform erhoben. Erich Heeder, der Rotella persönlich getroffen hat, erkennt diese Ästhetik ebenfalls und macht sie für uns sichtbar. Gehen wir im Alltag an solchen Perspektiven, ohne sie zur Kenntnis zu nehmen, vorbei, dann braucht es Künstler wie Heeder, die genau diesen Blick haben und die De-Collage einfangen.

 

Erich Heeder

Erich Heeder

 

Erich Heeder nutzt diesen Blick für das Wesentliche aber auch für den genau umgekehrten Weg. Er erschafft eigene Collagen, nicht selten mit einem durchaus zeitkritischen Kontext. Wie es sich gehört für einen Menschen, der mit offenen Augen durch die Welt geht. Bekannte Musikcover werden in einem Werk namens „Music is Open“ collagiert oder die exorbitanten Kosten der Elbphilharmonie auf der Überholspur illustriert – selbst Trump taugt bei Heeder wenigstens als Teil eines Kunstwerkes. Mit viel Raum für die eigene Fantasie und für die Interpretation eines Betrachters. Kunst ist universell, sagt Erich Heeder.

 

Erich Heeder Erich Heeder

 

Es gibt noch viel mehr zu sehen. Ein Blick lohnt sich, Erich Heeder im Internet zu besuchen. Er hat eine eigene Homepage, mit vielen weiteren Informationen und auf seiner Facebook-Seite ist er stets präsent. Dort vereint er Kunst und Engagement.

Homepage von Erich Heeder

FacebookSeite von Erich Heeder

Alle hier verwendeten Fotos (c) Erich Heeder.

50 Jahre Mondlandung – Eine umfassende Linksammlung

Es ist jetzt 50 Jahre her, dass Menschen zum ersten Mal den Mond betreten haben. Ich war damals, im Juli 1969, noch nicht auf der Welt und ich vermute, viele Leserinnen und Leser des Kultur-Magazins ebenfalls noch nicht. Oder wir waren zu jung für eine bewusste Wahrnehmung des Ereignisses. Umso interessanter ist das Nachempfinden dieser menschlichen und technischen Leistung hinter Apollo 11. Diese Leistung ist wohl auch weitestgehend unstrittig, da man heute hochauflösende Fotos der Landestellen hat.

Passend zu diesem 50. Jahrestages dieses Ereignisses, finden sich im Internet zahlreiche Artikel, die dieses Jubiläum feiern. So auch das Kultur-Magazin. Sie finden hier in diesem Artikel viele Links zu interessanten Seiten. Einige Links werden gesondert vorgestellt.

Alles begann mit einem Aufruf des Präsidenten Kennedy, der Anfang der 60er Jahre vorgab, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu schicken und ihn wieder zur Erde zurückzubringen. Hintergrund dieser Vorgabe war nicht der wissenschaftliche Tatendrang, sondern ein technisch-militärischer Wettlauf im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion, die mit dem ersten Satelliten Sputnik und Juri Gagarin als erstem Menschen im Weltall einen gehörigen technischen Vorsprung hatten.

Die ersten Apollo-Missionen waren nur erste Gehversuche und der erste Einsatz von Menschen, bei einem Test in „Apollo 1“ endete dramatisch. Aufgrund eines technischen Fehlers verbrennen drei Astronauten qualvoll in der ersten Apollo Kapsel. Auch die Geschichte um Apollo 13 ist legendär und wurde mit Tom Hanks in der Hauptrolle verfilmt. Eine Explosion im Servicemodul zwingt die NASA und die Astronauten zur Improvisation. Statt auf dem Mond zu landen, benutzen sie die Mondfähre als Rettungsboot und kommen wohlbehalten zurück.

Anscheinend doch kein Fake. Wir waren auf dem Mond. Credit: NASA

Unbestrittener Höhepunkt ist jedoch die Apollo 11 Mission, die zum ersten Mal eine Mondlandung vorsieht. Da wir uns jetzt dem Höhepunkt dieses Jubiläums nähern – Neil Armstrong betrat am 21. Juli 1969 den Mond – wird auch die mediale Aufmerksamkeit größer. Neben dem bereits bekannten Kinofilm „Aufbruch zum Mond“ mit Ryan Gosling, gibt es jetzt mit „Apollo 11“ einen weiteren Film, der allerdings ein Dokumentarfilm ist. Glaubt man den bisherigen Kritiken, muss dieser Film in seiner Machart und Aufbereitung bahnbrechend sein:

https://www.youtube.com/watch?v=3Co8Z8BQgWc 

70mm Film, teilweise bisher unveröffentlichte Szenen, in höchster Auflösung neu abgetastet und an die heutige Technik angepasst, wurden hier zu einem Gesamtkunstwerk zusammenmontiert. Man vergisst hier, dass die Film- und Fototechnik damals noch nicht so weit war, wie heute, denn das Ereignis wird hier in die Technik von heute geholt.



Grundlage für diesen Film waren unter anderem die Materialien, die sich sich auch in der Rohfassung unter diesen beiden Links anschauen können: www.firstmenonthemoon.com und apolloinrealtime.org – beide Seiten extrem sehenswert. Der erste Link ist die Kurzfassung wohingegen die RealTime Variante die gesamte Apollo 11 Mission in Echtzeit dokumentiert. Es ist die Kommunikation zwischen der Landekapsel und Basis auf der Erde – dazu passend der Timeline zugeordnet die Bilder und/oder Videos. Als wäre man live dabei. Grandios, wie man den technischen Stand Ende der 60er Jahre in das Internet transportiert und daraus ein zeitloses Erlebnis gemacht hat.  Beide Dokumentationen existieren schon länger, wurden aber für den 50. Jahrestag aktualisiert und mit vielen Medien ergänzt. Unbedingt anschauen!

Buzz ALdrin auf dem Mond

Credit: NASA

Wer einen Bildband mit Bildern vom Mond oder der Apollo-Missionen sucht, wird immer wieder auf den Namen Piers Bizony stoßen. Er zeichnet für zwei besondere Bildbände verantwortlich. Zum einen „Moonshots“, ein Fotoband der hauptsächlich Bilder zeigt, die mit einer „Hasselblad“ Kamera im Großformat gemacht wurden. Das war damals High-End Technik. Die Fotos sind entsprechend hochwertig. Zu diesem Buch gibt es auch einen gleichnamigen Dokumentarfilm mit Detailinformationen zu allen Apollo Missionen.

Ein weitere Dokumentation findet sich im „Nasa-Archiv„, ein riesiger Bildband der wirklich alles umfasst, was sehenswert ist – das Buch mag qualitativ sehr hochwertig sein. Aber das schlägt sich auch im Preis nieder.

Ebenfalls ein wichtiges Zeitdokument ist dieses Interview mit Neil Armstrong, der bis zu seinem Tod 2012 sehr zurückgezogen gelebt und selten Interviews gegeben hat. Dieses Interview stammt aus dem Jahr 2011 und fast viele der Ereignisse rund um Apollo 11 aus der Sicht des ersten Menschen auf dem Mond zusammen:

https://www.youtube.com/watch?v=KJzOIh2eHqQ

 

Weitere Links zur Mondlandung

Sie kennen noch weitere Links oder Medien, die sich mit dem Thema beschäftigen? Schreiben Sie Ihre Empfehlung bitte in die Kommentare zu diesem Artikel.

 

Anmerkung: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links bei denen das Kultur-Magazin eine kleine Provision erhält.