Troisdorf verändert sich -I-

Seit dieser Woche werden die letzten Spuren außen beseitigt und der Vorplatz wird gepflastert. Innenausbau hat wohl noch nicht begonnen. Eine Eröffnung des neuen Einkaufszentrums im Herbst, dort wo bis vor wenigen Monaten noch das Bürgerhaus stand, ist sehr wahrscheinlich. Größte Mieter werden Saturn und C&A sein.

Außerdem im Gespräch – eine Überdachung der ca. 700m langen Fussgängerzone in Troisdorf. Kein Scherz: hier die Details.

Neues Einkaufszentrum, Troisdorf, Oktober 2013

Neues Einkaufszentrum, Troisdorf, Oktober 2013
Neues Einkaufszentrum, Troisdorf, Oktober 2013

Mutti oder Stinkefinger-Peer?

Heute ist Bundestagswahl. Natürlich haben wir die Wahl. Aber nicht zwischen Mutti und Stinkefinger-Peer. Wir können – so ist das Wesen der Demokratie – für das politische Konzept abstimmen, dass der eigenen Auffassung, der eigenen Meinung, am nächsten kommt. Dass es keine Meinung gibt, die zu 100% einem politischen Konzept passt, ist einleuchtend.

Die Wahl ist ganz einfach. Es stehen ja nur zwei Konzepte zur Auswahl. Also wirklich zur Auswahl. Alles an Details drumherum ist Staffage, ist bestenfalls Nuance. Die Personen etwa, die die Konzepte verkörpern. Die Zahlen vermutlich, die sie präsentieren und die den Faktenchecks standhalten oder auch nicht.

Das eine Konzept ist das der Realisten. So ist der Mensch. So ist die Welt. Wir nehmen das hin und stimmen unser Konzept darauf ab. Der Mensch ist nicht gleich. Der Mensch ist egoistisch. Der Kuchen muss größer werden. Der lineare Impetus der Zeit ist der Fortschritt zu etwas Besserem. Bin ich Teil des Besserem, sind es andere nicht. Menschen, die das verinnerlicht haben erkennen Sie daran, dass diese ziemlich substanzlos behaupten, auch etwas Besseres zu sein. Realisten haben die logische, aber dennoch falsche Schlussfolgerung verinnerlicht, dass sich das Bessere quantifizieren lässt. Im eigenen Kontostand, einer Wachstumsrate oder im Schönrechnen von Statistiken. Unsere Zeit zeichnet sich dadurch aus, dass Materialismus und Realismus identisch zu sein scheinen.

Bundestagswahl 2013

Das andere Konzept ist das der Idealisten. Der Idealist sieht die Welt so, wie sein könnte, sein sollte, vielleicht sein muss. Der Kuchen braucht nicht größer werden. Es reicht, wenn wir unsere eigene Lebenszeit als nur für uns bedeutend und nicht für armselige Vergleiche von uns mit anderen verschwenden. Ich bin schon jetzt Teil des Besseren. Auch ohne dicke Geldbörse, auch ohne dickes Auto. Ich habe einen Platz gefunden, der mich beurteilen lässt, wie die Welt sein könnte. Die Schwierigkeit besteht nur darin, diese innere Einstellung auf die Gesellschaft zu übertragen. „Nur“ ist hierbei ironisch gemeint. Auch wenn es immer nur einzelne Idealisten sind, die die Welt verändern – an einem unmittelbaren Gleichheitsprinzip, welches nicht als Gleichmacherei abgetan wird, sind noch alle Idealisten gescheitert.

Die entscheidende Erkenntnis: wie könnte der Idealist beurteilen, wie die Welt sein könnte, wenn er nicht schon längst wüsste, wie sie ist? Idealismus ist das was dabei rauskommt, wenn man Teil des Besseren ist … einleuchtend, oder? Realismus setzt den wahrhaftigen Idealismus voraus.
Wer es nicht glaubt, der mache sich auf die Suche nach einem Realisten, der mit seinen Idealen die Welt verändert hätte. Würde man ihn finden, so würde man ihn einen Idealisten nennen.
Das macht die Wahl nicht einfacher. Aber … Idealisten gehen auf jeden Fall wählen.

Agentur statt Verlag

Die Alternative zum direkten Anschreiben eines Verlages, bei dem man sein Manuskript anbieten möchte, sind Literaturagenturen. Die sind die Vermittler zwischen Autor und Verlagen. Sie kassieren 15% des Honorars des Autors. Das hört sich viel an, macht aber Sinn, denn je höher sie das Honorar aushandeln, desto größer der Anteil für die Agentur.

In den USA ist dieses Vorgehen seit mehr als 25 Jahren Standard. Das gilt im verstärkten Maße auch für Drehbücher – fast alle Produktionen der letzten Jahre wurden von Agenturen eingefädelt. Bei Drehbüchern hat sich dieses Vorgehen auch in Deutschland durchgesetzt. Die Agenturen nehmen den Produktionsfirmen enorm viel Arbeit ab. Im Literaturbetrieb wird dies ebenfalls immer wichtiger.

Zwischenfazit: Eine Agentur für sich zu gewinnen, macht also Sinn.

Diese Woche geht mein aktuelles Manuskript – der erste Teil einer Thriller-Trilogie – an verschiedene Agenturen. Heute habe ich namhafte Agenturen angeschrieben, die eine Zusendung per E-Mail akzeptieren. Morgen gehen einige gedruckte Leseproben und Exposés raus.

Von den direkt angeschriebenen Verlagen habe ich noch kein Feedback erhalten. Aber, wie gesagt, das ist vermutlich auch der steinigere Weg.

Das hier ist Wasser

Ein sehr kurzer Text, aber ein sehr schöner: 2005 hielt der Schriftsteller David Foster Wallace eine Rede vor den Absolventen des Kenyon College. Der sehr einfache Text beginnt mit einer Parabel und macht uns auf die vielleicht wichtigste Eigenschaft des Menschen aufmerksam: Denken heisst, immer und immer wieder Entscheidungen zu treffen.

Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in die Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: »Morgen Jungs. Wie ist das Wasser?« Die zwei jungen Fische schwimmen eine Weile weiter und schließlich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und sagt: »Was zum Teufel ist Wasser?«

Heute gelesen, beschäftigt mich sehr. Empfehlenswert. Mehr Infos gibt es hier.