Archiv der Kategorie: Tagebuch

Das drahtlose Haushaltsschaltpult

Das ist höchst amüsant und streckenweise niedlich. 1972 schauten einige Visionäre auf das Jahr 2000 und machten daraus einen Film. Interessant, wie einige Dinge durchaus richtig vorhergesagt wurden – nur was die eigentliche Technik anging, scheiterte die Fantasie. Nun – vom drahtlosen Haushaltsschaltpult sind wir gar nicht so weit weg …

„Alexa? – Suche mir ein unterhaltsames, nostalgisches Video auf YouTube und spiele es auf meinem Bildschirm ab …“

Niedlich und nostalgisch – die Visionen der Vergangenheit

Start der Corona-Impfungen im Rhein-Sieg-Kreis

Nachdem in NRW zunächst in den Altenheimen geimpft wurde, hat es etwas gedauert, bis die Corona-Impfzentren für über 80jährige geöffnet wurden. Bereits vor drei Wochen startete die Terminvergabe und ich hatte richtig Glück. Für meine 84jährige Mutter hatte ich direkt am ersten Tag zwei Impftermine online bekommen. Der erste war heute, also bereits ein Tag nach dem Impfstart und natürlich waren wir gespannt, wie die Impfung ablaufen würde.

Im großen Rhein-Sieg-Kreis gibt es nur ein Impfzentrum (ein zweites soll ggf. noch hinzukommen), das auf dem Gelände der Kinderklinik in Sankt Augustin errichtet wurde. Damit ist das Impfzentrum sehr zentral und sehr gut, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln barrierefrei, zu erreichen. Es ist ein mobiles Gebäude, organisiert vom Deutschen Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Rhein-Sieg-Kreises.

Corona Impfzentrum

Kann man nicht verfehlen – 150m von der Haltestelle „Sankt Augustin Kloster“ entfernt, befindet sich das Impfzentrum des Rhein-Sieg-Kreises.

Dieser kurze Artikel soll vor allem eines sein – ein großes Lob an die, die dieses Impfzentrum auf die Beine gestellt haben! Die Impfung hat sowas von reibungslos funktioniert – wenn das mal mit allen Dingen in dieser Pandemie genauso wäre. In jedem Bereich des Impfzentrums wird man von freundlichen Menschen in Empfang genommen. Wichtig ist sicherlich, die korrekten und vollständigen Unterlagen der Terminvergabe, sowie einen Personalausweis parat zu haben. Diese Unterlagen werden zuerst sehr genau geprüft. Dann bekommt man ein Wartemärkchen, dessen Nummer auf großen Bildschirmen mit zugehöriger Impfkabine angezeigt wird. Aber so weit kam es gar nicht – wir waren sofort dran und die Impfung selbst war nach wenigen Augenblicken vorbei. Dann noch ein paar Minuten warten, ob es keine direkten, akuten Nebenwirkungen gibt und schon ist die Sache erledigt.

Man wird dabei überall von freundlichen Menschen betreut und ich hatte den Eindruck, dass diese ganze Aktion sehr gut durchdacht war. Das beginnt mit flexiblen Eingriffen bei der Sortierung der Menschen, barrierefreien Zugängen, Nachfragen, ob alles in Ordnung ist, bis hin zu einfachen Infotafeln und Videos mit allen Details in Gebärdensprache. Eine wirklich tolle, ermutigende Erfahrung in schweren Zeiten.

Eine lustige Anekdote

Es ist schon 25 Jahre her, ich hatte das fast vergessen, habe aber nach so langer Zeit wieder herrlichst über diese Anekdote Schmunzeln dürfen. Ich bin derzeit mal wieder dabei, viele alte Sachen zu digitalisieren – dabei ist das wieder aufgetaucht.

Ich, damals Zivilidienstleistender und stets bemüht, all meine Tätigkeiten auch journalistisch zu dokumentieren, habe damals einen Beitrag für das Monatsmagazin „Zivildienst“ geschrieben. Dieses Magazin bekamen damals alle Zivis kostenlos zugeschickt. Um diese Anekdote verstehen zu können, muss man also zunächst meinen Artikel von damals lesen:

Zivildienst 04/1995

Zivildienst 04/1995

Ich habe zu diesem Artikel einen dreiseitigen Kommentar bzw. Leserbrief erhalten. Und der ist auch nach 20 Jahren sehr unterhaltsam:

Muskelaufbau

Die schlimmen Zeiten sind ja vorbei. Aber es ist längst nicht alles so, wie es vorher war. Offiziell bin ich jetzt nicht mehr krankgeschrieben, ich kann wieder mit dem Fahrrad fahren (sehr viel früher als gedacht) und es ist nach wie vor jeden Tag ein Fortschritt zu spüren.

Aber ich kann nicht bedenkenlos einfach loslaufen. Es ist immer noch so, dass ich in verschiedenen Situationen, etwa bei Fussgängerampeln, Panik bekomme und mich echt zusammenreißen muss. Es gibt keinen vernünftigen Grund für diese Panik – nur das Vertrauen in das Gleichgewichtsgefühl ist noch nicht wieder da. In einer Studie, publiziert im Internet, habe ich gelesen, wie schnell Menschen Muskelmasse verlieren, wenn der Muskel stillgelegt wurde. Wendet man das auf meine Situation an und schaue ich morgens auf meine Oberschenkel, dann habe ich vielleicht 40% der Muskelmasse, die ich vor dem Unfall hatte. Kein Wunder also, dass ich nach wie vor unsicher bin.

Es geht also jetzt und in den nächsten Wochen vornehmlich um Muskelaufbau. Dazu mache ich weiterhin meine Übungen, habe noch bis kurz vor den Feiertagen einige Physiotermine und muss dann weiterhin geduldig sein. Auch wenn mich diese Übungen langsam ankotzen. Immer zur vollen Stunde schnappe ich ein Flexband und mache mit jedem Bein 50-60 mal Streckübungen. In nahezu voller Beugung des Knies und unter Schmerzen. Dabei ärgert mich immer, dass nach diesen Übungen die Knie butterweich sind und kurze Zeit später sind sie wieder sehr viel unbeweglicher. Man wünscht sich einfach, dass diese Situation nach den Übungen erhalten bleibt. Aber ich muss weiter fleissig trainieren.

Wenn ich die Muskeln im Oberschenkel anspanne, dann sehe ich deutlich, wie sich Kniescheibe nach oben zieht. Dort wo das Narbengewebe ist, ist nach wie vor eine kleine Lücke. Hier bildet sich der Muskel wahrscheinlich ganz zuletzt wieder neu. Es ist immer noch so, als seien über die Knie Drähte gespannt, die für ein Fremdkörpergefühl sorgen. Sich also den Heilungsprozess so vorzustellen, dass innerhalb weniger Tage alle Einschränkungen nicht mehr spürbar sind, war grundlegend falsch. Ich werde die Auswirkungen noch lange spüren, auch wenn sie mich immer weniger behindern.

QuadrizepsKnie

Es fehlt noch die Kraft in den Oberschenkeln. Man sieht deutlich, dass die Muskel das Knie noch nicht erreicht haben.

Endlich wieder mit dem Fahrrad fahren zu können ist natürlich ein wichtiger Schritt. Es ersetzt eine der Trainingseinheiten auf dem Hometrainer und gibt Mobilität zurück. Statt durch die Stadt zu torkeln, kann ich jetzt wieder zur Physio oder zum Einkauf fahren. Es trainiert außerdem die Beugung für einen Winkel im Knie weit über 90°. Ich spüre also die Spannung in den Gelenken sehr stark, aber es stellt kein Risiko dar. Laut der Orthopädin ist alles im grünen Bereich.

In knapp 2 1/2 Wochen geht es wieder auf die Insel. Und diesmal hoffentlich ohne so ein übles Ereignis und ohne Zwischenfälle.

Alle weiteren Infos zur Quadrizepssehnenruptur finden Sie hier.