Neues vom Dorfpoeten

Neuigkeiten

Was gibt es Neues? Ich habe längere Zeit keinen Artikel mehr verfasst – ich war  einigermaßen busy. Seit Anfang Januar und meiner Rückkehr von Amrum arbeite ich ja wieder Vollzeit. Ende Februar konnte ich den Resturlaub aus 2019 nehmen – durch meinen Unfall war im September mein Urlaub ausgefallen. Diese Zeit habe ich für eine Küchenrenovierung und für einen vorgezogenen Frühjahrsputz genutzt. Und ich habe meine Kenntnisse in der Softwareentwicklung auf Javascript und PHP ausgedehnt und mich mit Konzepten auseinandergesetzt, wie man server- und clientseitige Scripte am besten miteinander verknüpft. Zu diesem Thema aber mehr in einigen Wochen.

Langwierig. Echt Langwierig.

Ich bin außerdem gerade in der Korrekturphase für meinen kleinen Ratgeber „Quadrizepssehnenruptur – Eine langwierige Verletzung.“ Langwierig beschreibt es tatsächlich am besten. Ich bin immer noch im Laufen stark eingeschränkt. Zur Zeit wollen meine Beine immer mehr „normal“ gehen, d.h. dieses seit Monaten dominierende axiale Gangbild ändert sich allmählich zu einem normalen Gang, wo sich die Knie automatisch knicken und den Gang abfedern. Es kommt aber immer wieder zu instabilen Bewegungen. Das fühlt sich dann für einen kurzen Moment so an, als sei unter dem Oberschenkel Pudding. Dann spannen sich die Muskeln an und ich spüre die verkümmerten Quadrizepsmuskeln auf der Oberseite des Oberschenkels. Als Folge davon geht man automatisch wieder vorsichtiger und „wabbelt“ dann wieder stocksteif durch die Gegend.

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Wird derzeit korrigiert – mein Ratgeber zur „Quadrizeps-Sehnenruptur“

Es ist aber nach wie vor eine stetige Verbesserung zu erkennen. Es dauert einfach nur lange, bis sich diese quasi nicht mehr vorhandenen stärksten Muskeln im menschlichen Körper wieder regeneriert haben.

Webcam Highlight

In meinen Bookmarks habe ich eine Liste mit schönen Webcams, die ich regelmässig besuche. Jetzt habe ich eine geniale Webcam entdeckt, die ein bisschen das Fernweh mildert – sie steht am Fähranleger von Schlüttsiel. Schlüttsiel ist der zweite wichtige Fährhafen in Nordfriesland und liegt einige Kilometer südlich von Dagebüll. Die kleine WDR Fähre „Hilligenlei“ fährt von dort zu den Halligen, verbindet aber auch die Inseln Amrum und Föhr mit den Halligen. Das Schöne an dieser Webcam ist, dass sie ein bewegtes Livebild in HD zeigt. Die Sonnenuntergänge dort sind fantastisch. Direkt gegenüber von Schlüttsiel liegt Wyk auf Föhr. Etwas weiter links erkennt man bei guter Sicht die „Skyline“ von Wittdün und abends das Licht des Amrumer Leuchtturms.

(Es gibt noch eine zweite Perspektive der Webcam – ein bisschen weiter nach rechts ausgerichtet: https://www.youtube.com/watch?v=YtPXAv-7NuQ)

 

 

Muskelaufbau

Die schlimmen Zeiten sind ja vorbei. Aber es ist längst nicht alles so, wie es vorher war. Offiziell bin ich jetzt nicht mehr krankgeschrieben, ich kann wieder mit dem Fahrrad fahren (sehr viel früher als gedacht) und es ist nach wie vor jeden Tag ein Fortschritt zu spüren.

Aber ich kann nicht bedenkenlos einfach loslaufen. Es ist immer noch so, dass ich in verschiedenen Situationen, etwa bei Fussgängerampeln, Panik bekomme und mich echt zusammenreissen muss. Es gibt keinen vernünftigen Grund für diese Panik – nur das Vertrauen in das Gleichgewichtsgefühl ist noch nicht wieder da. In einer Studie, publiziert im Internet, habe ich gelesen, wie schnell Menschen Muskelmasse verlieren, wenn der Muskel stillgelegt wurde. Wendet man das auf meine Situation an und schaue ich morgens auf meine Oberschenkel, dann habe ich vielleicht 40% der Muskelmasse, die ich vor dem Unfall hatte. Kein Wunder also, dass ich nach wie vor unsicher bin.

Es geht also jetzt und in den nächsten Wochen vornehmlich um Muskelaufbau. Dazu mache ich weiterhin meine Übungen, habe noch bis kurz vor den Feiertagen einige Physiotermine und muss dann weiterhin geduldig sein. Auch wenn mich diese Übungen langsam ankotzen. Immer zur vollen Stunde schnappe ich ein Flexband und mache mit jedem Bein 50-60 mal Streckübungen. In nahezu voller Beugung des Knies und unter Schmerzen. Dabei ärgert mich immer, dass nach diesen Übungen die Knie butterweich sind und kurze Zeit später sind sie wieder sehr viel unbeweglicher. Man wünscht sich einfach, dass diese Situation nach den Übungen erhalten bleibt. Aber ich muss weiter fleissig trainieren.

Wenn ich die Muskeln im Oberschenkel anspanne, dann sehe ich deutlich, wie sich Kniescheibe nach oben zieht. Dort wo das Narbengewebe ist, ist nach wie vor eine kleine Lücke. Hier bildet sich der Muskel wahrscheinlich ganz zuletzt wieder neu. Es ist immer noch so, als seien über die Knie Drähte gespannt, die für ein Fremdkörpergefühl sorgen. Sich also den Heilungsprozess so vorzustellen, dass innerhalb weniger Tage alle Einschränkungen nicht mehr spürbar sind, war grundlegend falsch. Ich werde die Auswirkungen noch lange spüren, auch wenn sie mich immer weniger behindern.

QuadrizepsKnie
Es fehlt noch die Kraft in den Oberschenkeln. Man sieht deutlich, dass die Muskel das Knie noch nicht erreicht haben.

Endlich wieder mit dem Fahrrad fahren zu können ist natürlich ein wichtiger Schritt. Es ersetzt eine der Trainingseinheiten auf dem Hometrainer und gibt Mobilität zurück. Statt durch die Stadt zu torkeln, kann ich jetzt wieder zur Physio oder zum Einkauf fahren. Es trainiert außerdem die Beugung für einen Winkel im Knie weit über 90°. Ich spüre also die Spannung in den Gelenken sehr stark, aber es stellt kein Risiko dar. Laut der Orthopädin ist alles im grünen Bereich.

In knapp 2 1/2 Wochen geht es wieder auf die Insel. Und diesmal hoffentlich ohne so ein übles Ereignis und ohne Zwischenfälle.

Die schlimmste Zeit meines Lebens – Letzter Teil

Vorbei, die schlimmen Zeiten

So, dies ist mein letzter Eintrag mit der Überschrift „Die schlimmste Zeit meines Lebens“. Denn diese Zeit erkläre ich für beendet. Das hat etwas mit den Entwicklungen in dieser Woche zu tun, die eindeutig darauf hindeuten, dass sich meine Leidenszeit dem Ende nähert. Auch wenn es nicht danach aussieht, dass alles so sein wird, wie vorher.

Treppesteigen? Herausforderung? Lächerlich …

Das war gestern am frühen Nachmittag wirklich das größte Highlight der letzten Wochen. Und es fing richtig lustig an. Wenn ich meine Physiopraxis besuche, dann bin ich immer ein paar Minuten früher da. Ich muss mich umziehen, die Orthesen ablegen und mich mental vorbereiten 🙂 Da ich seit zwei Wochen direkt in den Geräteraum gehe, habe ich nicht mitbekommen, dass am Empfang Schichtwechsel war. Da ich einen Termin außer der Reihe hatte, war nicht meine gewohnte Physiotherapeutin da, sondern eine andere. Und die Dame kannte mich noch nicht – sie wusste also nicht, dass der Typ, der schon mal angefangen hat, sich in der „Beinpresse“ abzurackern, ihr aktueller Patient ist. Und während ich da ein paar hundert Kilo nach vorne drückte, vibrierte meine Fitnessuhr (ja ich habe eine Fitnessuhr!), die mit dem Smartphone gekoppelt ist – ein Anruf der Physiopraxis, die sich nach meinem Verbleib erkundigte. Das hat für einiges Gelächter gesorgt, als ich dann telefonierend zum Empfang ging 🙂
Nach so viel Lachen ging es dann wieder an die schwierige Übung der letzten Tage. Auf eine Stufe steigen, Knie beugen, Gewicht verlagern und runtergehen. Diese Übung funktionierte so gut, dass wir jetzt den entscheidenden Schritt gewagt haben: eine richtige Treppe und zwar die, die beim Therapeuten in das Untergeschoss führt. Und das war ein echtes Highlight. Treppauf und Treppab hat beides sehr gut funktioniert. Beim letzten Versuch sogar ohne Festhalten und ohne auf die Stufen zu schauen. Wie eben ein normaler Mensch eine Treppe nutzt. Das Ganze natürlich komplett ohne Orthesen.
Das ist ein echter Meilenstein, aber es hört sich einfacher an, als es ist. Mir lief der Schweiß in Strömen, es ist immer noch viel Pudding in den Beinen, aber es ist natürlich ein Durchbruch.

Termin für die öffentliche Orthesenverbrennung 🙂

Heute dann mein vermutlich vorletzter Termin bei der Orthopädin. Sie hat mir das gesagt, was ich schon vermutet hatte. Ab sofort keine Orthesen und keine Gehhilfen mehr! Natürlich steht es mir frei, weiterhin Krücken mitzunehmen oder mir irgendeinen Orthesenersatz um die Knie zu wickeln – grundsätzlich aber gilt, dass ich möglichst alles so normal wie möglich machen soll. Das bedeutet, dass ich morgen das erste Mal das Haus wie ein normaler Mensch verlassen werde.
Das wird nicht ganz einfach werden, da diese Metallgerippe um die Beine bisher einen großen Teil der Stabilität ausmachen. Andererseits laufe ich seit Wochen zu Hause und während der Physiotherapie ohne Orthesen herum. Es gibt außerdem keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt für diese Maßnahme. Es ist jetzt wichtig, dass die bisher von der Orthese stabilisierten Bereiche im Alltag wieder gestärkt werden. Ich sehe diesen Schritt also nicht als potenzielle Gefahr, sondern als Befreiung und als Grundlage für den im letzten Eintrag beschriebenen „großen Sprung“.

Mein Klo – Der einzige Ort, an dem ab sofort die Krücken noch eine Bedeutung haben 🙂

Alltag

HomeOffice ist jetzt auf vier Stunden pro Tag ausgedehnt, so dass ich jetzt auch mal ein paar umfangreichere Sachen angehen kann, die bisher nur flickwerkartig von mir bearbeitet werden konnten. Ich möchte auch möglichst bald wieder Fahrrad fahren, was aber im Moment daran scheitert, dass ich einen Zugang zu unserer Tiefgarage benötige, die mit unserem Keller verbunden ist. Bisher habe ich mein Fahrrad eine Seitentreppe an der Tiefgarage herunter getragen – das werde ich aber nicht machen (können). Ich habe daher unsere Hausverwaltung angeschrieben und um einen der Sender gebeten, den normalerweise nur die Stellplatzbesitzer haben. Damit kann ich dann die Garage von außen öffnen, was ohne Sender nicht möglich ist. Sobald das geregelt ist, werde ich auch mal die ersten Runden auf dem Fahrrad drehen.

Bend The Knee

Das Einzige, was mit Sorgen bereitet, ist die nach wie vor sehr schwache Beugung der Kniegelenke. Sie ist kaum größer als 90°, d.h. ich kann von tieferen Sitzpositionen nicht ohne Hilfsmittel (Armlehne oder Krücke) aufstehen. Auch aus höheren Sitzpositionen ist das Aufstehen immer noch sehr schmerzhaft. Natürlich ist der Heilungsprozess noch nicht ganz abgeschlossen, aber theoretisch müsste ich schon weiter sein. Momentan spricht einiges dafür, dass die Beugung nicht im vollen Umfang zurückkommt. Es ist undenkbar, tief in die Hocke zu gehen oder sich hinzuknien. Und vielleicht wird das tatsächlich nie wieder möglich sein. Bei den vielen Übungen müsste die Beugung stärker ausgeprägt sein und man kann schon Zweifel haben, ob die restliche Kraft, die jetzt noch hinzukommt, so viel Unterschied ausmachen wird. Daher konzentriere ich mich derzeit auf die Übungen, die die Beugung zurückbringen und hoffe doch sehr, dass sich meine Befürchtungen nicht bewahrheiten.
Es steht jedenfalls fest, dass ich Ende Dezember zum Jahreswechsel nach Amrum fahre. Bis dahin werde ich so fit sein, dass das möglich sein wird.

Dies war der letzte Eintrag unter dem Titel „Schlimmste Zeit meines Lebens“. Diese Zeit ist vorbei. Ab sofort wird meine Verletzung nur noch ein Thema unter vielen sein – sie bestimmt ab sofort nicht mehr jeden einzelnen Schritt. Ich werde sicher noch weiter über die Entwicklung berichten, aber ab sofort in einem anderen Licht. Das Licht am Ende des Tunnels blendet mich jetzt schon, so daß ich sage: „Tunnel? Welcher Tunnel?“ 🙂

Die schlimmste Zeit meines Lebens – Teil 10

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Nach allem, was ich über meine Verletzung erfahren habe, ist die aktuelle Phase die schwerste – die Fortschritte fühlen sich minimal an, obwohl sich im Alltag vieles geändert hat. Die wenigen Grad der Beugung, die ich brauche, um meine Toilette wieder normal nutzen zu können, kann ich mit den Krücken überbrücken. D.h. ich lasse mich nicht auf die Keramik fallen, sondern beuge die Knie so weit ich kann, rutsche mit den Beinen nach vorne und stütze mich gleichzeitig auf eine Krücke, deren Länge ich entsprechend verkürzt habe. Nächste Woche lasse ich den Toilettenstuhl vom Sanitätshaus abholen.

Auch das Einstiegen in die Badewanne geht wieder. Meine Badewanne ist ja auch gleichzeitig meine Dusche. Man muss dabei natürlich besonders aufpassen, nicht auszurutschen, aber es geht wieder. Und ich kann eine Treppe ganz normal aufwärts gehen. Abwärts jedoch geht es nur mit dem Nachziehen des hinteren Beines zum Standbein – ich gehe Stufe für Stufe mit zwei Beinen hinunter. Aber eigentlich ist jetzt fast alles wieder normal, nur verlangsamt und sehr anstrengend.

Den Ausfallschritt üben – die Belastung der Kniegelenke muss trainiert werden … .

Reine Kopfsache

Im Geräteraum der Physiopraxis üben wir jetzt verstärkt die Koordination von Bewegungen. Dazu wird eine einfache Stufe aufgestellt. Auf die Stufe hinaufzugehen ist kein Problem. Aber ohne Hilfsmittel hinunterzugehen, wobei die Therapeutin vehement darauf besteht, dass ich die Kniegelenke dazu beuge und nicht die Streckung der Beine nutze – das ist richtig schwer. Die Gewichtsverlagerung fühlt sich im Knie zentnerschwer an und die Balance zu halten, ist fast unmöglich. Aber ich muss das immer wieder üben. In Zeitlupe. Keine schnelle Bewegung, um von der Stufe herunterzukommen, sondern langsam und bewusst koordiniert.

Auch wenn diese Übung viel Kraft erfordert – das Problem ist nicht die Kraft, sondern etwas Unbewusstes im Kopf. Wochenlang war absolut jede Bewegung darauf ausgerichtet, die Beugebewegung im Knie zu vermeiden. Jetzt muss ich so oft das Knie beugen, wie möglich und nur aufpassen, dass ich den Grad der möglichen Belastung nicht überschreite. Ich soll also meinen seit Wochen instabilen Kniegelenken vertrauen und die selbst auferlegte Konditionierung von eigentlich unbewusst ablaufenden Prozessen wieder umkehren – das ist nicht einfach.

Ganz fies wird es dann auch dem Wackelbrett. Das ist eine Vorrichtung, bei der der Untergrund in Bewegung gerät. Dazu werfe ich einen Ball in die Luft, fange ihn auf und während ich das mache, tritt die Therapeutin gegen das Wackelbrett und ich muss das Gleichgewicht koordinieren und das Fangen des Balls. Das sieht ganz lustig aus und hilft tatsächlich, den Gleichgewichtssinn zurückzubekommen.

Die Tage der Orthesen sind gezählt

Anfang kommender Woche bin ich wieder bei der Orthopädin. Ich bin sicher, dass der nächste Schritt die komplette Entfernung der Orthesen ist. Seit drei Wochen trage ich die Orthesen eh nur noch außerhalb der Wohnung – jetzt wird es langsam Zeit, diese komplett loszuwerden. Damit muss ich zwangsläufig auch in der freien Wildbahn meinen Kniegelenken wieder vertrauen. Ich denke, dass ich aber für die ersten Gehversuche die Krücken noch weiter im Anschlag mitführe. So ganz ohne Hilfsmittel ist doch ein echtes Wagnis. Aber auch das ist vermutlich eine reine Kopfsache. In den letzten zwei Wochen wären alle meine Ausflüge nach draußen problemlos ohne Krücken und Orthesen möglich gewesen. Es ist drei Wochen her, als ich beim Aussteigen aus dem Bus eine Situation erlebt habe, in der das Standbein instabil wurde und ich ohne Hilfsmittel auf der Nase gelandet wäre. Nun, mal abwarten, wozu mir die Ärztin rät.

Verhärtungen der Gelenke weiterhin ein Problem

Es ist nach wie vor so, dass kurz nach dem Aufstehen morgens meine Kniegelenke verhärten. Direkt über der Kniescheibe bildet sich ein harter Knubbel, der mit jeder Beugung eine Art Fremdkörpergefühl auslöst. Man kann diese Verhärtungen mit unangenehmer, fester Narbenmassage wegbekommen. Auch die täglich notwendigen Streckübungen sind dann eine echte Wohltat. Aber immer wieder kommt diese Verhärtung zurück. Ich würde sagen, dass sie genau an den Stellen auftritt, an denen sich noch nicht wieder ausreichend Muskeln gebildet haben.

Wenn ich vor dem Spiegel des Geräteraumes der Physiopraxis die Ausfallschritte und die Belastung der Kniegelenke übe, dann sieht es so aus, als würden die Oberschenkelmuskeln eine wabbelige Puddingmasse direkt über dem Knie nach oben ziehen. Da, wo eigentlich Muskeln sein sollten, ist eine wabbelige Masse im Bein, die sich über diese Verhärtungen zieht.

Es ist aber schon so, dass jeden Tag kleine Verbesserungen zu bemerken sind. Mit leicht geknickten Beinen auf dem Sofa und nach den Übungen, fühlt sich alles sehr weich an – fast kommt man in die Versuchung, ganz normal in die Hocke gehen zu wollen. Und diese Phasen scheinen auch länger anzudauern. Andererseits macht sich eine echte Müdigkeit in den Beinen breit, wenn ich bei der Physiotherapie war und dann den Weg nach Hause gegangen bin – das wären für gesunde Menschen keine erwähnenswerten Anstrengungen – für mich ist das Tagespensum dann aber bereits gegen Mittag erreicht.

Der große Sprung

Ich hoffe, dass bald der Zeitpunkt kommt, an dem das Gefühl der Entspannung in den Gelenken die Oberhand gewinnt. Es klingt paradox, aber es ist so, dass wenn ich nach meinen Übungen – Ausfallschritte, Dehnübungen, Hometrainer – die Beine gegen das Flexband durchdrücke, dort ein Schmerz und eine Entspannung zu derselben Zeit entsteht. Die Kniegelenke sind irgendwie dankbar für genau diese anstrengende Bewegung. Ich glaube, dass der Schmerz nur noch durch die Verhärtung entsteht. Ein großer Sprung nach vorne wäre es daher, die Verhärtung endlich loszuwerden. Und ich glaube, dass dieser Zeitpunkt in den kommenden Wochen da ist.