Depeche Mode

Viele Besucher kommen auf meine Seite mit dem Namen meiner Lieblingsband als Keyword. Kein Wunder, denn ich berichte ja sehr oft von den Königen des Synthiepop.

In dem letzten Jahr gab es allerdings kaum Neuigkeiten. Martin Gore hat wohl einen Song beim neuen Album von „The Mission“ gesungen und Dave Gahan hat bei einem David Bowie Tribute mitgewirkt. Man weiß, dass die Band seit März/April wieder im Studio ist, um an einem neuen Album zu arbeiten. Erstaunlich ist, dass dazu bis heute so gut wie keine Infos nach außen gedrungen sind. Selbst der Name des Produzenten wurde bisher offiziell nicht bestätigt – es soll aber James Ford (Artic Monkeys, Florence & The Machine) sein.

Dann wurde letzte Woche bekannt, dass im November eine Single-Collection mit allen Singles und den dazugehörigen Videos von 1981 bis 2013 erscheinen wird. Von Depeche Mode gab es bisher nur auf VHS die Sammlung Singles 81->85 und auf DVD Singles 86->96. Diese Sammlung wird also alles umfassen und die ganz alten Sachen, die die Bandmitglieder im liebsten im Giftschrank hätten verschwinden lassen wollen, werden jetzt auch in dieser Sammlung zusammengestellt. Geldmacherei der Plattenfirma (Sony hat jetzt die Rechte am Backcatalogue von Depeche Mode) oder dokumentarischer Wert zum Ausklang der Karriere?

Gestern hat die Band dann über die Social Media Kanäle drei Artworks auf die Fangemeinde losgelassen. Die drei Bilder stammen aus der Phase von 1983/84. Jetzt spekulieren alle, was das bedeutet. Ist das nur eine Anspielung auf die Video-Collection oder steckt viel mehr dahinter?

Angeblich gibt es in den kommenden Tagen weitreichende Neuigkeiten. Sogar das Rolling Stone Magazin spekuliert über eine Rückkehr des schmerzlich vermissten Alan Wilder, der 1994 die Band verlassen hatte. Warum? – Weil dieses Artwork zu den ersten Veröffentlichungen mit Alan Wilder gehört. Diese Gerüchte gibt es seit Jahren, waren aber bisher nur in den Threads in den Fan-Foren zu finden.

Nun, es gibt verschiedene Möglichkeiten, was diese Andeutungen bedeuten könnten. Ich habe auch eine Vermutung. Die sage ich hier aber nicht, denn wenn ich falsch liege könnte das sehr albern wirken. Ich werde in den kommenden Tagen berichten.

Montage of Heck

Es sind in den vergangenen Monaten mehrere Dokumentationen zu einem der wichtigsten Musiker der letzten Jahrzehnte erschienen: Kurt Cobain. Eine Dokumentation ragt dabei heraus – „Montage Of Heck“. In dieser HBO Doku von Brett Morgan wird ein hochinteressantes Bild dieses Ausnahmemusikers gezeichnet. Es ist ein sehr intimes Portait von Cobain, mit Filmen aus dem Familienarchiv und Interviews mit den Eltern von Cobain, der Schwester, Chris Novoselic und natürlich Courtney Love.

Von Peter Killert
 
MontageOfHeck

Für das Wort „Heck“ gibt es keine eindeutige Übersetzung. Am ehesten passt vielleicht noch „Hölle auf Erden“. Diese Bezeichnung findet sich in den Tagebüchern Kurt Cobains und lieferte den Titel für diese einmalige Dokumentation. Sehenswert für alle, die die Explosion von Grunge Anfang der 90er Jahre miterlebt haben und noch einmal nachempfinden wollen.

Kurt Cobain war eine hochsensible, verletzliche Persönlichkeit. Das kann man erahnen, wenn man die Texte seiner Songs aufmerksam liest oder sich mit seinem Tagebuch – eine lose Sammlung vollgekritzelter Ringheft – beschäftigt. Vieles davon ist Müll, vieles hat nur einen dokumentarischen Wert. Aus dieser Fülle an Informationen das herauszupicken, was letztendlich essentiell ist, ist Brett Morgen extrem gut gelungen. Diverse Künstler lösen die Zeichnungen Cobains aus seinen Notizen heraus und haben daraus Animationen gemacht. Sie illustrieren die Zerrissenheit dieses Menschen nachdrücklich. Und es sind nicht nur Cobains Eltern, seine Stiefmutter oder seine Schwester, die diese Zerrissenheit erläutern. Es ist vor allem auch sein Freund Chris Novoselic, der Bassist von Nirvana, von dem man in den letzten zwanzig Jahren nur sporadisch etwas gehört hat – er hat Tränen in den Augen, wenn er von diesem sensiblen Charakter spricht. Negative Kritik, Ungerechtigkeit und ganz besonders die Angst davor, abgewiesen zu werden, so wie es der kleine Kurt so oft erlebt hat – das ist die Wurzel dieser wütenden Kreativität, die ein ganz eigenes musikalisches Genre hervorgebracht hat.

Schlüsselfigur ist – wie könnte es anders sein – Kurt´s Frau Courtney Love. Brett Morgan geht aber nicht der Frage nach, ob Courtney Love eine Mörderin ist. Das machen andere Filme. Das Ende Cobains wird auch gar nicht thematisiert. Vielmehr wird gezeigt, wie sehr Cobain darunter gelitten hat, als sämtliche Medien seine Heroinsucht und die seiner Frau, offenkundig auch während der Schwangerschaft, ausgeschlachtet haben. „In Utero“, der Name des zweiten Nirvana Albums, macht Sinn, wenn man begreift, dass seine Texte genau in diese Zeit fallen. Cobain begreift nicht, dass Behörden und Regenbogenpresse aus seiner Sucht ableiten, dass er ein schlechter Mensch ist, ein schlechter Vater sein muss. Der Song „I Hate Myself And I Want To Die“ fliegt schließlich von dem Album „In Utero“. Wie könnte so ein Mensch jemals Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen?

Intime Aufnahmen aus dem Privatleben von Cobain und Love und der kleinen Francis Bean, die vollkommen gesund zur Welt kommt, zeigen diese Abgründe. Cobain, völlig high und apathisch, spielt mit seiner Tochter. Da ist viel Liebe zu sehen und genauso viel Selbstzerstörung. Ein bizarres Bild – das Ende kennen wir und es erscheint zwangsläufig. Francis Bean Cobain ist übrigens als Co-Produzentin an dieser Dokumentation entscheidend beteiligt.

Der ganze Film ist nicht untertitelt. Man sollte schon recht gut Englisch können, um dem Film und seiner Intention folgen zu können. Neben der eigentlichen Dokumentation kommt die Musik nicht zu kurz. Es existieren beeindruckende Aufnahmen, besonders auch aus der Zeit vor „Smells Like Teen Spirit“. Die Fans kennen diese Aufnahmen bereits aus der DVD der grandiosen Werkschau „With The Lights Out“. Man kann über diese Zeit sagen, was man will. Man kann die Weltanschauung Cobains im Nachhinein zu Kotzen finden (so geht es mir) – die Musik ist zeitlos und genial.

Eine Person scheint in dieser Dokumentation komplett zu fehlen: Dave Grohl, der Schlagzeuger von Nirvana. Brett Morgan erklärt in einem Interview den Grund dafür. Dave Grohl, der nach Nirvana als Sänger und Gitarrist der Foo Fighters eine zweite große Karriere erlebt, stand erst zu einem Zeitpunkt für Interviews bereit, als die Deadline für den fertigen Film schon abgelaufen war. Es gibt also keine tiefergehen Erklärung für das Fehlen seiner Statements.

Bemerkenswert ist auch, dass Brett Morgan während seiner Recherchen auf Audiomaterial gestossen ist, dass in absehbarer Zeit als eine Art Solo-Album von Cobain veröffentlicht wird. Die Fans wird es freuen, die objektive Beurteilung dürfte so etwas wie „Leichenfledderei“ vermuten. Egal, denn wenn diese Leichenfledderei einen so hohen dokumentarischen Wert hat, wie „Montage Of Heck“, dann dürfen sich alle Kinder des Grunge darauf freuen.

CHVRCHES mit neuen Songs

Die derzeit beste Band der Welt veröffentlicht Ende September ihr zweites Album mit dem Titel „Every Open Eye“. Einige Songs hat die Band jetzt schon auf dem Pitchfork Festival vorgestellt.
In meinem nächsten Leben werde ich Mikrofonkabel … 😉

Clearest Blue

Leave A Trace

Und noch kein Tourtermin für Köln ;-(
Mehr zu CHVRCHES: http://www.chvrch.es/

Marschbefehle

Manchmal, ganz selten, also wirklich nur ganz selten, da gibt es einen Song von einer Band, von dem man nach einmaligen Hören weiß, das er ein Klassiker sein wird. Musik mit einem zeitlosen Touch. Sowas wie „With Or Without You“ von U2 oder „Baba O´Reily“ von The Who.
Das hier ist so ein Song. Und solche Songs sind – ich erwähnte es bereits – ganz, ganz selten.
„Marching Order“ von Editors. Das Album, auf dem dieser Song zu hören sein wird, heisst „In Dream“ und erscheint im Oktober.

MARCHING ORDERS