Lyrische Selbstreflexion

Ein Gedicht, das sich nicht reimt, ist kein Gedicht. So sagen konservative Liebhaber der Lyrik. Eine Meinung, die ich nicht teile. Ich nutze das Gedicht als Möglichkeit, eine bestimmte Stimmung einzufangen. Wenn ich dann Jahre später dieses Gedicht wieder lese und mich an die Situation erinnere, die zu dieser Wortwahl geführt hat, dann erinnere ich mich auch immer wieder an diese Stimmung. Auch...

Auf meiner Insel 51

Die Tage zwischen den Tagen. Für drei Tage kehrt nochmal eine geschäftige Routine ein. Auch auf meiner Insel. Die Geschäfte sind voll und der Anteil an Hunden an der Gesamtbevölkerung steigt allmählich überproportional an – ein böllerfreies Amrum garantiert weniger Panik bei sensiblen Vierbeinern. Dass es auf der Insel voller als sonst ist, sieht man auch an der hohen Zahl von Spaziergängern auf...

Nur, ein anderes Wort

Ist unverfälschtnur ein anderes Wortfür natürlichist natürlichnur ein anderes Wortfür ehrlichist ehrlichnatürlich nurein unverfälschtes WortWas nicht passtwas das alles verfälschtdas Wort, das eine Wortdas kleine Wort„nur“das lassen wir mal besser wegUnd es steht Ihnen frei nachfolgend passend Ausrufezeichen zu setzenWo immer es beliebtWo immer es unverfälscht erscheintUnverfälschtein anderes...

Habselig.

Während sich Menschen begleitenAuf ihren LebenswegenMiteinander, verlassen oder vorzüglich streitendarüber, wonach sie strebennur um sie wie Symbole auszubreitenvielsagend im Lebendiese unsere Habseligkeiten. Als würden sie uns vorbereitenuns etwas geben, uns etwas sagentief im Innern, die Kleinigkeitendrängen uns, uns weiter hinaus zu wagenauf den Ozean in allen ZeitenNicht mehr nur Schwermut...

Wir, bei Dir und mittendrin

... und führe meine Hand, ich bin so gut zu Dir.Bin bei Dir und an Dir und mittendrin -ich drehe mich um meine Achse.Lange Zeit verstand ich nicht, warum wir zum Uns gehörenLange Zeit gelang es nicht, das Uns zum Wir zu küren.Und nehme meine Hand, führe sie an Dein Gesicht.Ich bin bei Dir wie Du bei mir -wir drehen uns um unsere Achse.Wir sind ein Teil von Größerem. Ohne uns ist GanzesNichts....

Hauptsache

Manche Entsagungist Selbstbehauptungbehaupte ich.Hauptsacheerhobenen Hauptesman selbst sein.

Dictatura Universale

Uns umgibt Als verklärtes Etwas Ein Band von Sprache In liebend Blick Uns allen Ist es eigen Das Gefühl Als Ausdruck Für Menschen Ihr Dasein Für den Plan Des Verstehens Wo Du küssen willst Da darfst Du Dir sicher sein Sind Lippen Wo Du verstanden sein willst Gibt es Münder Die eben nicht nur sprechen können.

Labyrinth ohne Wände

Ich verharreim Labyrinth ohne WändeDie Tage sind kein Stolpern mehrÜber Steine im WegDer Tagist das Zurechtfindenfest gefasstorientiertIm Geworfensein unter den HimmelLicht und Wolken und Windund die vielen Menschenum mich herumSuchend ebenfallsIm Labyrinth ohne Wändeund sie sind dort bestenfallsTreibholz für andere.

Früher … war fast alles besser

Lange Einkaufsnacht. Im Städtchen nebenan. Sie haben es alle eilig. Manche geniessen vielleicht auch ein wenig Glühwein an den Ständen, draußen vor dem Einkaufsmarkt. Manche hetzen jedoch durch die Stadt, sind ungeduldig an den Supermarktkassen - am liebsten würde man ihnen zurufen: "Die Welt geht nicht unter, wenn 2 1/2 Tage die Geschäfte nicht geöffnet sind!"Aber ich traue mich nicht. Es sind...

Schattenspiel

Das wichtigste Gleichnis der Ideengeschichte hat mit Schatten zu tun. Schatten sind es, die uns daran erinnern, dass es drei Dinge braucht, um zu einer Erkenntnis zu gelangen. Diese Erkenntnis kennt als Zweck nur das Erblicken der Quelle dessen, was die Schatten erzeugt. Der Schatten ist nur das Ergebnis von Licht und Wahrheit. Wir, die wir nur die Schatten sehen, müssen uns fragen ob wir das...

Hommage A.C.

BeiseiteBlendet den Blinden nichtBeredet den Tauben nichtZeigt nur demjenigen den Wegder bereits Laufen gelernt hatund Fallenund AufstehenDer den Sisyphos in sichschon akzeptiert hatabgehaktihn bei Zeitenbei Seite schiebtwenn es um das Wichtige gehtum die Leidenschaftdie Leiden schafftBeiseiteFür einen ganz großen Dichter, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Leuchtfeuer

Wer eine klare Richtung braucht Sollte Ballast abwerfen Ballast ist das, was das Denken erschwert Wer einen Impuls, eine Inspiration benötigt Sollte sich leiten lassen Und die Flamme im Selbst verknüpfen Mit einem Leuchtfeuer Mit einem Monument Das im Zentrum steht Richtungen gibt es viele Ebenso viel Ballast Aber nichts sollte das Denken erschweren Impulse und Inspiration Gibt es vielerlei Art...

Das Glück, das Gute, das Schöne.

Aus zwei Richtungengreifen wir ihn an, laufen herumum den Palastwo sich die verkrochen habenDie gepachtet habenDas Glück, das Gute, das SchöneGeformt von denenDie es anzogenAll das, wo nach wir strebenworauf wir hoffenmit dem wirschlafen gehen und aufwachenDas Glück, das Gute, das SchöneHast Du es gesehenEinen Zugang gefundenJemanden nach dem Weg gefragt?So änderten wir beide die...

Schlaglöcher für den Fassadenmenschen

“Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben:entweder so, als wäre nichts ein Wunder,oder so, als wäre alles ein Wunder”.- Albert Einstein.“Die beste Tarnung ist die Wahrheit.Die glaubt einem sowieso keiner.”- Max Frisch.Es tobt ein Kampf in dieser Welt. Ein innerer Kampf. Ein Kampf der moralingeschwängerten Gutmenschen. Diese ewigen, naiven Weltverbesserer. Der Sinn ihres Kampfes besteht darin,...

GEZWITSCHER