Highlights

Ich möchte heute gerne 2x Software vorstellen, die ich als echtes Highlight empfinde. Die eine Software ist produktiver Art, die andere eher kurzweilig und einfach. Beide Male kann ich die Software empfehlen. Ich schreibe diese Empfehlungen aus freiem Antrieb – ich bekomme also keinerlei Vergünstigungen.

SimpleMind

Die erste Software heißt „SimpleMind“ und existiert auf allen erdenklichen Desktop oder mobilen Plattformen. Auf den ersten Blick ist das nur eine Mindmapping Software. Man erfasst also spontane Gedanken strukturiert und gibt diese als Mindmap aus. Ich finde das Konzept des Mindmapping gar nicht so sehr in Bezug auf die neuro-psychologischen Erkenntnisse interessant, sondern Mindmapping steht für mich als strukturgebende Technik für das Erfassen von Buchkapiteln, Softwareprojekten oder groben Ideen und Zusammenhängen. Man behält den Überblick.
Was die einfachen Mindmapping Tools nicht haben und was nur für viel Geld bei großen Programmen zu haben war, ist Teil von SimpleMind. Was nützt eine Mindmap, wenn ich nicht die erstellte Struktur ganz einfach in einen Text übertragen kann. OPML nennt sich das Format, mit dem die Struktur der Mindmap als hierarchischer Text exportiert werden kann.
Ebenfalls wichtig – und das ist auch ein Feature, das bei vielen anderen Programmen fehlt – ist die Möglichkeit, Querverbindungen zu erstellen. Normalerweise erlaubt eine klassische Mindmap nicht, eine „ChildNode“ mit einer anderen zu verbinden. Das widerspricht dem eigentlichen Mindmapping Konzept. Besonders praktisch ist das aber nicht. Wenn ich beispielsweise die Kapitel eines Romans anordne, dann kann ich durchaus als Autor daran interessiert sein, eine Querverbindung zwischen den Kapiteln herstellen zu wollen. SimpleMind erlaubt das. Das sieht nicht immer schön aus, ist aber praktisch.

SimpleMind Pro Screenshot
Struktur von meinem neuen Roman – erstellt mit SimpleMind. Und es ist Absicht, dass nicht allzu viel zu erkennen ist 😉
SimpleMind lässt sich perfekt über die Dropbox mit den mobilen Versionen synchronisieren. Ich kann also eben mal unterwegs auf dem Tablet eine Idee festhalten und sobald das Tablet online ist, ist die Datei upgedated und kann auf dem PC weiterbearbeitet werden.
SimpleMind gibt es als kostenlose Trial-Version. Kauft man die Software für den Desktop und für ein mobiles Gerät, dann kostet das derzeit knapp 35,- EUR (28,- EUR + 7,- EUR), die sich aber schnell amortisiert haben. Weitere Infos hier.

Transmission

Es geht eigentlich nur um Kreise und Quadrate und ihre Kombination. Transmission ist ein zunächst einfaches, dann aber immer komplexer werdendes Puzzlespiel bei dem es darum geht, Nachrichten in einem einfachen in sich geschlossenen System zu übertragen. Das einfache Spielprinzip ist grafisch und soundtechnisch allerliebst umgesetzt. Mehr noch: jedes einzelne Puzzle kann dann in Zusatzaufgaben noch besser gelöst werden. Hat man eines der Rätsel gelöst – was an sich manchmal schon sehr schwer ist – so kann die Challenge darin bestehen, dieselbe Aufgabe mit weniger Schritten zu lösen. Man kann also bei einem Rätsel so lange verharren, bis man es auf die optimale Art und Weise gelöst hat oder man geht zum nächsten Rätsel über.

TransmissionScreen
Transmission – Einfacher und genialer Zeitvertreib unter Android.
Das Spiel basiert auf reiner Logik und vermutlich stecken im Hintergrund nur einfache mathematische Gleichungen. Die Entwickler können daher eine Fülle von Rätseln anbieten.
Es ist immer wieder überraschend, dass es doch noch simple, unentdeckte, neue Spielprinzipien gibt, die für sich ein eigenes kleines Spiele-Genre bilden. Transmission gibt es nur für IOS oder Android. Einfach und genial. Das Spiel ist kostenfrei und ich habe bisher auch noch keine Werbeeinblendungen gesehen. Weitere Infos hier.

Feiner Fernsehmoment

Wenn ich mich für eine Lieblings-Serie entscheiden müsste, dann ist es „The Newsroom“ von HBO. Diese Serie finde ich sogar noch ein bisschen besser wie „House Of Cards“ oder „Game Of Thrones“. Leider ist die Serie nach drei Staffeln eingestellt worden.
Es gibt eine Szene in der ersten Staffel, die ich in ihrer Dramaturgie richtig genial finde. Bevor Sie das unten verlinkte Video starten, einige Infos. So verstehen Sie die Zusammenhänge, ohne die Serie und die Darsteller im Detail kennen zu müssen.
Die Szene spielt im „Newsroom“ des fiktiven Nachrichtensenders „ACN“. Eine gelangweilte Maggie Jordan, Redakteurin in der Redaktion der 20 Uhr Nachrichten, sitzt vor dem Monitor, auf dem Eilmeldungen verkündet werden. Sie wird dabei von ihrem Chef Jim Harper beobachtet. Plötzlich läuft sie aufgeregt in das Büro des Anchor-Man Will McAvoy und zur Chefproduzentin der Sendung. In wenigen Sekunden ist die gesamte Redaktion in Aufruhr. Jemand hat auf die US-Kongress-Abgeordnete Gabriel Giffords geschossen. Charlie Skinner, der Nachrichtenchef kündigt per Telefon an, dass man in wenigen Minuten mit einer Sondersendung das laufende Programm unterbrechen wird.
Während alle hektisch versuchen, die Fakten zu sortieren und die Sondersendung beginnt, kursiert das Gerücht, dass die Politikerin bereits tot sei. Alle großen Nachrichtensender greifen dieses Gerücht auf, nur ACN nicht. Der Chef des Konzerns ist außer sich, denn jede Sekunde, in dem ein Sender nicht aktuell ist, verliert er Zuschauer. So läuft nun mal das Geschäft.
Aber schauen Sie, was nun passiert. Mir gefällt die Dramaturgie, die musikalische Untermalung mit Coldplay und die vielen kleinen Szenen (Vorbereitung einer Info-Grafik, die Mimik der Akteure usw.):

House of Cards – Vienna

Derzeit läuft die 4. Staffel von “House Of Cards” bei Amazon Prime/Netflix. Jede Woche eine neue Folge. Abgesehen davon, dass die Serie immer besser wird hat, mich schon immer der Vorspann mit seinen Timelapse-Aufnahmen fasziniert. Zusammen mit der bekannten Titelmelodie trägt dieser Vorspann zu einem hohen Wiedererkennungswert der Serie bei.

Eine österreichische Filmproduktionsfirma hat diesen Vorspann 1:1 adaptiert und statt mit Timelapse-Aufnahmen aus Washington mit passenden Aufnahmen aus Wien versehen. Das Ergebnis ist verblüffend und echt sehenswert:

In einem weiteren Video werden die Sequenzen direkt gegenübergestellt. Hier sieht man noch deutlicher wie gekonnt und präzise die Adaption der Österreicher gewesen ist:

Die Macher des Videos: http://filmspektakel.at/en/