Analoges Zubehör

Zu meiner neuen Kamera gehört jetzt auch eine passende kleine Tasche und analoges Zubehör, das für die Fotos, die ich geplant habe, unerlässlich ist.

Da wäre zum Einen ein Set mit vier analogen Filtern, die man direkt auf das Objektiv schraubt. Eigentlich sind mir nur zwei der vier Filter wichtig. Ein UV-Filter, der Grautöne eliminiert, wenn man zum Beispiel einen Sonnenuntergang fotografiert und die Sonne sich zum Teil hinter Wolken verbirgt. Dann entsteht meist so eine gelb/graues Gemisch. Das lässt sich mit diesem Filter zumindest teilweise verhindern. Der zweite Filter ist ein Polarisationsfilter, d.h. er ermöglicht die Betonung natürlicher Farben, wie etwa das Blau des Himmels oder das Grün einer Wiese. Alle Filter haben Innen- und Außengewinde. Man kann sie also miteinander kombinieren.

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Außerdem unerlässlich: ein Fernauslöser. Nicht, um Selfies mit Schärfentiefe zu erstellen, nein – der Fernauslöser ist für Fotos mit Stativ und langen Verschlusszeiten gedacht, etwa bei Aufnahmen in der Dämmerung. Da kann ein Druck auf den Auslöser an der Kamera selbst und die nachfolgende Vibration bereits Verwackelungen bewirken, die ein Bildstabilisator nicht mehr korrigieren kann.

Außerdem noch eine kleine Wasserwaage, die an dem Blitzschuh befestigt werden kann. Die ist für normale Aufnahmen nicht erforderlich, sondern hilft ebenfalls bei schlechten Lichtverhältnissen. Zusammen mit einer kleinen Taschenlampe lässt sich Kamera dann auch im Dunkeln, ohne Horizontlinie als Orientierung, vernünftig justieren. Praktisches Beispiel: ein Foto des Amrumer Leuchtturms bei fast vollendeter Dämmerung mit Sternenhimmel. Dieses analoge Zubehör hat zusammen übrigens keine 10,- EUR gekostet.

Und so richtig Spaß macht dann eine APP für das Tablet, die sich mit der Kamera per WiFi verbindet und mit der sich die Einstellungen am Tablet vornehmen lassen und die RAW Fotos direkt auf das Tablet laden kann. So kann man sehr präzise die Qualität der Fotos direkt vor Ort prüfen.

Für einen Theoretiker wie mich sind passende Anleitungen besonders wichtig. Ein umfangreiches Handbuch des Autors Michael Gradias, einem Sammler von Nikon Kameras und echtem Experten, liest sich sehr gut und hat bei mir schon so manchen Aha-Effekt bewirkt. Zwei Zeitschriften als Inspirationsquellen habe ich schon mehrfach gelesen. “Digitale Fotografie” gibt es zu verschiedenen Spezialthemen. Das Heft zu “Landschaften” ist so gut wie frei von Werbung (ausgenommen einige Produktests, die man als Werbung klassifizieren könnte) und liefert extrem viele grundsätzliche Informationen über das Ablichten von Landschaften.

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Für das Wochenende habe ich bereits eine kleine Tour geplant. Vielleicht gelingt mir schon die eine oder andere gute Aufnahme. Ich werde alsbald berichten … .

Nikon D5300

Meine erste digitale Kamera hatte gerademal zwei Megapixel. Mit ihr habe ich die Fotos meines ersten Besuchs in den USA gemacht. Das war im Jahr 2002. Ihr achtfacher optischer Zoom war damals marktführend. Dann habe ich mich 2004 für den damaligen Marktführer entschieden – eine Panasonic Lumix, die die Funktionalität einer Spiegelreflexkamera hatte, bei der jedoch das Objektiv fest verbaut war. Sie hat Bilder mit 8 Megapixeln gemacht und hatte einen 12x optischen Zoom. Vor zwölf Jahren das Maß aller Dinge … .

Danach habe ich dann jahrelang eine Kompaktkamera von Sony gehabt. Die konnte 18 Megapixel und hatte einen 30x optischen Zoom. Nahezu alle meine Bilder von meiner Insel habe ich mit dieser Kamera gemacht. Diese Kamera ist unverwüstlich. Obwohl sie zwischendrin mal im feinen Sand Amrums gesteckt hat und sich nur noch knirschend ausschalten ließ, funktioniert sie weiterhin tadellos.

Aber irgendwie ging es nicht weiter. Kompaktkameras haben zwar oft den gleichen Bildsensor, wie Spiegelreflex oder Systemkameras, d.h. sie machen ganz sicher nicht die schlechteren Bilder – es geht vielmehr um das Drumherum, das Objektiv, das analoge Zubehör, von dem ich mir eine Verbesserung der Fotoqualität erhoffe. Ich frage mich halt, wie man in gewisse Bilder eine ganz spezielle Tiefe hineinbekommt. Dazu sollte man ein bisschen mehr ins Detail gehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Klar reicht der Automatikmodus einer Kamera aus, um tolle Fotos zu machen, aber irgendwie bleiben diese Fotos oft eindimensional und geben eine Stimmung nur im 0815 Format wieder.

Sich von einem Automatikmodus zu verabschieden und selbst spezielle Einstellungen vorzunehmen ist nicht einfach – man muss erst die Theorie verstehen und dann praktisch umsetzen. Das ist auch einer der Gründe, warum der Beruf eines Fotografen nie aussterben wird. Ich habe mir erstmal vorgenommen, Fotos anhand einer gegebenen Situation in etwa so gut hinzubekommen, wie sie der Automatikmodus hinbekommen würde. Das ist für den Anfang Herausforderung genug.

Nikon D5300

Der Kauf einer Spiegelreflexkamera ist ja schon eine beträchtliche Investition. Und es gibt so viele Modelle, da habe ich Wochen gebraucht, um mir überhaupt einen Überblick zu verschaffen. Drei Kameras kamen schließlich in die engere Wahl. Aber warum überhaupt eine Spiegelreflex? Was ist mit den Systemkameras? Denen gehört die Zukunft, aber im Moment ist es so, dass ein einziger Anbieter diesen Markt dominiert. Das war in den Anfangstagen der digitalen Spiegelreflexkameras ähnlich. Dann veränderte sich der Markt und der dominierende Anbieter war nicht mehr der Standard. Wer sich dann mit Objektiven eingedeckt hatte, konnte diese an neueren Modellen nicht mehr verwenden. Ich habe rausgefunden, dass die Systemkameras irgendwann die Spiegelreflexkameras ablösen werden – im Moment ist der Markt aber noch nicht so breit aufgestellt, dass man wissen könnte, welches Zubehör auch in einigen Jahren noch etwas taugt. Mit “Systemkamera” meine ich digitale, modulare Kamerasysteme ohne Spiegelreflextechnik – das ist auch in der Regel gemeint, wenn man in Abgrenzung zu Spiegelreflexkameras von Systemkameras spricht. Die klassische Interpretation von Systemkamera meint schlicht ein modulares System mit austauschbaren Komponenten. In dieser Interpretation wäre auch eine Spiegelreflexkamera eine Systemkamera.

Standards gibt es dennoch. Man erkennt das an dem Rädchen oben auf der Kamera, mit dem sich die verschiedenen Aufnahmemodi einstellen lassen. Vergleiche ich meine Lumix mit meiner neuen Nikon, dann stellt man sehr leicht fest, dass sich die Standards auf 2004 auch im Jahr 2016 bei einem ganz anderen Hersteller wiederfinden. Und nicht nur dort. Auch die einfachen Kompaktkameras haben diese Aufteilung adaptiert. Die Programme für Zeitautomatik, Blendenautomatik, Vollautomatik etc. gab es damals schon. Natürlich sind die Möglichkeiten von heute unglaublich vielschichtig. Die Software in der Kamera erlaubt ein großes Maß an Kreativität. Am meisten beeindruckt natürlich der Umfang der Fotos in Größe und Möglichkeiten der Bearbeitungen im RAW Format. Machte die Lumix ein JPG in einer Größe von ca. 3.5 Megabyte pro Sekunde, so kann ich mit der Nikon 5-6 Bilder pro Sekunde als JPG mit 15 Megabyte und gleichzeitig ein RAW Bild mit 35 Megabyte machen. Das bedeutet, wenn ich eine entsprechend schnelle Speicherkarte habe, dass ich innerhalb von wenigen Sekunden Bildmaterial in einer Größenordnung von einem Gigabyte erzeuge. Pro Bild ca. 50 Megabyte sind bei fünf Bildern pro Sekunde 250 Megabyte, d.h. nach vier Sekunden sind 1 GB Speicher belegt. Natürlich mit Fotos in jeweils in größter Auflösung.

Einer der Gründe warum ich mich für die Nikon entschieden habe war das Objektiv, das mit verkauft wurde. Es ist nicht das Standardobjektiv mit einer recht bescheidenen Brennweite, sondern ein Objektiv, mit dem am schon sehr gut heranzoomen kann. Das lässt sich mit einer Kompaktkamera mit 14fach optischen Zoom vergleichen. Überhaupt ist das Thema Objektive und Brennweiten und Lichtstärken etwas, das ich noch nicht so ganz begriffen habe. Schön ist, dass es von Profis spezielle Handbücher genau zu dieser Kamera gibt – dort verschmelzen dann Theorie und Praxis miteinander. Im Moment lasse ich mich dann auch von verschiedenen Fachzeitschriften zur Naturfotographie inspirieren – in einer dieser Zeitschriften war jetzt ein Bericht über einen Fotografen, der die ganze Welt bereist und nichts anderes macht, als Leuchttürme zu fotografieren.

Neben der Nikon D5300 hatte ich die Canon EOS750D und die Sony Alpha 68 im Auge. Ausschlaggebend war für mich der Preis der Nikon in Verbindung mit einem ordentlichen Objektiv. Der lag dann doch deutlich unter dem Preis der beiden anderen. Die Bildqualität ist bei allen drei Kameras in etwa gleich gut. Die Nikon D5300 ist nicht ganz so schnell im Serienbild – aber das ist für mich eh nicht wichtig.

Naja, jedenfalls wird es auf www.killert.de in Zukunft viele Einträge zum Thema Naturfotografie geben. Anhand praktischer Ergebnisse dokumentiere ich hier meinen Lernfortschritt. Ich bin jetzt das, was man einen “ambitionierten Hobbyfotografen” nennt … . Im Mai auf Amrum gibt es dann hoffentlich schon die ersten richtig brauchbaren Ergebnisse.