Pragmatische Aufhübschungen

Auch gestern war ich wieder mit der neuen Kamera unterwegs. Dabei war erstmals mein neues Stativ im Einsatz. Damit bin ich sehr zufrieden. Immer mehr Gefallen finde ich an der Bearbeitung im RAW Format.

Hier nochmal zwei Beispiele für die Bearbeitung im RAW Format. Das erste Foto zeigt eine extreme Verbesserung dank der Möglichkeiten in View NX2. Aufgenommen in der Abenddämmerung ohne Blitz gibt das Foto die Blüte nicht mal ansatzweise so wieder, wie ich sie als Fotograf gesehen habe. Die Bearbeitung des RAW Bildes, insbesondere die nachträgliche Scharfzeichnung, holt das Beste aus dem Foto raus. Und das fertige Bild wirkt nicht künstlich wie bei einer Änderung von Gradiationskurven bei einem JPG:

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Das zweite Beispiel ist nicht ganz so extrem. Hier habe ich bei der RAW Bearbeitung das Bild leicht aufgehellt, Schatten und Lichter hervorgehoben, aber wieder deutlich die Scharfzeichnung angewendet.

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Bei der Nutzung des Stativs, der Nutzung der RAW Bearbeitung oder bei meinen Versuchen, die manuellen Einstellmöglichkeiten von Brennweite, Blende, ISO und Belichtungszeit, richtig einzusetzen, gehe ich ganz pragmatisch vor. Das Ergebnis zählt und der Weg dorthin ist nur für das persönliche Verständnis und für seine Anwendung in der Zukunft wichtig. Ich würde nie behaupten, dass nur derjenige ein guter Fotograf ist, der alles manuell einstellt und auf Nachbearbeitungen verzichten kann. Deshalb wird ab sofort nur noch in RAW fotografiert. Bei Aufhübschungen sollte man ganz pragmatisch sein … .

Bildbearbeitung/Verwaltung–Kleiner Überblick

Nachdem bekannt ist, dass Picasa von Google nicht mehr weiterentwickelt wird, muss man sich langfristig nach Fotoverwaltungen und Bearbeitungssoftware umsehen, die Picasa ersetzen können. Dazu ein paar Hinweise – einige ganz aktuell.

Seit wenigen Tagen bietet Google die “Nik Collection” kostenlos an. Man vermutet, dass diese Tool Sammlung Teil eines größeren, neueren Projektes von Google sein wird. Die “Nik Collection” besteht aus sieben Plugins für Lightroom, Photoshop oder Photoshop Elements und macht aus Fotos echte Kunstwerke. Mehr Infos gibt es hier. Hier geht es zum Download. – Es gibt auch Diskussionen im Forum bei heise.de, wie diese Plugins als Stand-Alone Anwendung laufen können.

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Analog Efex Pro 2 – Teil der NIK Collection

Damit lassen sich allerdings keine Fotos verwalten. Wer Abonnent von Adobe ist, wird seine Fotos vermutlich über Lightroom verwalten. Besitzer von Photoshop Elements nutzen vermutlich den integrierten Organizer. Ich möchte aber auf zwei Programm hinweisen – kostenfreie Alternativen.

Lightzone ist eine OpenSource Software, die als Pendant zu Lightroom gedacht ist. Das Tool scheint auf eine eigene Datenbank zu verzichten, d.h. es übernimmt die Ordnerstruktur, in der die Bilder gespeichert sind, als primäre Quelle. Ich habe festgestellt, dass Lightzone das RAW Format meiner Kamera nicht vernünftig wiedergibt. Es zeigt alle RAW Bilder verwaschen und nicht editierbar an. Picasa hat den gleichen Fehler. Bei Picasa liegt es vermutlich an der fehlenden Weiterentwicklung der Software, die den letzten Stand der RAW Formate nicht mehr wahrnimmt. Bei Lightzone ist dieses Format vermutlich noch nicht sauber integriert. Ich habe auch noch nicht intensiv nach einer Lösung gesucht. Lightzone ist auf jeden Fall eines der spannendsten OpenSource Projekte derzeit. Lightzone gibt es für Windows und für den Mac.

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Lightzone – Das Opensource Pendant zu Lightroom.

Das gute alte ACDSEE ist seit einiger Zeit ebenfalls eine Abo-Software. Eine der letzten eigenständigen Versionen wird in einem CHIP Sonderheft seit Anfang Februar sehr günstig angeboten. Die Registrierung läuft nach einem Kauf des DVD Download über die Webseite des Herstellers. Es sind zwei Lizenznummern notwendig – eine von Chip, der per Mail zugesendet wird und eine Seriennummer, die dann auf der Herstellerseite erscheint. Das Praktische an dieser Version ist die Einfachheit von ACDSEE – viele unnötige Features lassen sich leicht abstellen – und es läuft anstandslos unter Windows 10.

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AcdSee Pro 7 – Bewährt und unter Windows 10 erste Wahl

Auf einem Macbook Air, auf dem ich Fotos unterwegs nur ansehe und nicht großartig bearbeite, reichen mir die Mac Funktionen und die Mac Version von View NX2. Auf dem PC am großen Bildschirm ist ACDSEE die erste Wahl, den dort kann man auch externen Editoren bestimmen. ACDSEE beherrscht außerdem EXIF und IPTC gleichermaßen. Man kann also die Metadaten in allen Variante pflegen.

Der Vollständigkeit wegen seien auch noch IrfanView und XnView erwähnt. Beide schon etwas älter, erfüllen aber solide ihren Zweck.

Rohdaten statt Ostereier

Mein Fahrrad sieht aus wie Sau – da es heute Vormittag geregnet hat, bin ich durch so manche Pfütze gefahren. Ich war wieder unterwegs und habe einige Rohdaten meiner Kamera mitgebracht. Statt Ostereier Winking smile.

Ich bin gefragt worden, welches Programm da in dem Screenshot beim letzten Eintrag zu sehen war. Das ist nicht Lightroom – es heisst ViewNX2 und ist das hauseigene Programm von Nikon zur Bearbeitung von Bildern im RAW Format. Um noch mehr aus den Fotos herauszuholen, sind solche RAW Bearbeitungsprogramme sehr gut geeignet. Meine Kamera speichert ein Bild als JPG und gleichzeitig als RAW Format. Die RAW Datei ist dabei fast 3x so groß wie das JPG. RAW bedeutet, es wurden alle Daten des Bildsensors gespeichert. Das ermöglicht viele Korrekturen nach der Aufnahme, die an dem JPG Format nur eingeschränkt funktionieren.

Hier ein Beispiel – die erste Aufnahme ist das JPG aus dem RAW ohne Änderungen. Die nachfolgende Aufnahme zeigt meine Korrekturen in ViewNX2 – das JPG habe ich erst nach der Bearbeitung des Original RAW Bildes gemacht. Das Besondere an den Korrekturen im RAW Format ist, dass sie das Bild nicht verfälschen. Obwohl die korrigierte Fassung sehr viel farbintensiver ist, wirkt das Ergebnis dennoch nicht künstlich.

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Bei einfachen Tonwertkorrekturen in einer JPG Datei entsteht oft ein Bildrauschen – mit ViewNX2 hingegen ist es sehr spannend, die Fotos nachzubearbeiten. Alternativ gibt es “Camera Raw” von Adobe. Das ist jedoch kein eigenständiges Programm, sondern ein Plugin für Photoshop oder Photoshop Elements. Hier gibt es noch mehr “Schieberegler” für diverse Einstellungen- und dieser Konverter ist unabhängig vom Hersteller. Für GIMP gibt es als RAW Plugin UFRAW und leistet wohl ähnliches.

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Camera Raw von Adobe
Uploads meiner Fotos wie immer in meinem flickr-Account. Hier klicken.

Tag der Ernüchterung

Meine erste Outdoor Fotosession mit der neuen Kamera. Meine erste Fotosession überhaupt, bei der ich mich voll auf manuelle Kameraeinstellungen konzentriert habe. Das Ergebnis: totale Ernüchterung. Theorie sehr gut, Praxis mangelhaft. Ich würde jetzt gerne schreiben, dass es an der Kamera liegt – das ist aber nicht der Fall. Ich bin noch ganz weit davon entfernt, die theoretischen Grundlagen der Kamera wirklich brauchbar anzuwenden. Fakt ist, dass die Kamera fantastische Fotos macht, wenn man die Automatik ihre Arbeit machen lässt.

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Die Kamera kann was – es scheitert (noch) am Fotografen.

Ernüchterung bedeutet aber auch, dass ich einiges gelernt habe. Es ist mir durchaus gelungen, bei einem fließenden Gewässer (eine Ente hat im Leyenweiher ein paar Tauchübungen gemacht und dabei das Wasser in Wallung gebracht Winking smile) die Wasserbewegung einzufangen und den Hintergrund scharf zu halten. Mit Stativ und einer Belichtungszeit von 1/2 Sekunde geht das. Das war dann aber auch das einzige Erfolgserlebnis.

In den Waldgebieten rund um Troisdorf gibt so viele schöne Motive. Eines davon hat sich geradezu aufgedrängt, um mit der Zeitautomatik zu spielen, d.h. man gibt der Kamera eine Blende vor und die Kamera berechnet die Belichtungszeit. Je nach Brennweite ergibt sich dann eine gewisse Schärfentiefe. Ich wollte die Weite des Blickes in einen Wald mit lauter Bäumen mit recht dünnen Stämmen einfangen – es ist nicht das herausgekommen, was ich haben wollte. Lediglich eine Variation der vielen ausprobierten Einstellungen kam dem nahe, was die Automatik vorgegeben hat. Aber ich wollte ja eben über die Automatik hinaus gehen – genau dieses Motiv war perfekt für das, was gute Fotografie von exzellenter Fotografie abheben lässt.

Richtige Profis lösen das Problem eines Schatten werfenden Waldes mit Sonnenlicht im Hintergrund, das durch die Bäume strahlt und alle Einstellungen zu einem Glücksspiel werden lässt, mit Gegenlichtkorrekturen und sogenannten Belichtungsreihen. Aber bis ich das verstanden habe, wird es noch etwas dauern. Die Bäume laufen ja nicht weg – eines Tages wird es so weit sein und ich mache ein Foto des Waldes, so wie ihn das Auge in seiner ganzen Tiefe wahrnimmt.

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Keine der ausprobierten Varianten hat zu dem gewünschten Ergebnis geführt … .

Zu den positiven Erkenntnissen zählt auch, dass ich in 10 Minuten Fahrradentfernung mit dem Leyenweiher eine perfekte Foto-Location zum Üben gefunden habe. Noch viel wichtiger sind aber diese beiden Erkenntnisse: ich brauche ein vernünftiges Stativ und mindestens einen Ersatzakku. Zum Thema Stativ hatte ich bisher eine ziemlich arrogante Meinung – ich habe immer gedacht, dass die großen, teuren Stative jenseits der 200,- EUR nur etwas für Schwanzprothetiker sind und gar nicht sein müssen. Mein Stativ für 20,- EUR tut es doch auch. In der Wohnung ausprobiert, alles super. In freier Wildbahn – ich habe meine ersten Fotos mit Stativ auf einer großen abgelegenen Wiese in der Wahner Heide gemacht – sieht das anders aus. Auch hier die totale Ernüchterung. Kleinste Unebenheiten lassen das Stativ schon wackeln. Kommt nur ein wenig stärkerer Wind auf, ist das Stativ kein Stativ mehr, sondern nur noch hinderlich. Dieses Stativ ist völlig unbrauchbar. Als ich mir dann in einem Laden heute ein richtiges Stativ angesehen habe, waren mir die Unterschiede sofort klar. Ich verstehe jetzt auch, warum es verschiedene Stativköpfe gibt und welchen Zweck sie haben. Wie mag sich mein 20,- EUR Stativ dann wohl auf Amrum im Kniepsand schlagen? Nun, eine Antwort auf diese Frage wird es nicht geben. Hier muss ich vor meinem nächsten Urlaub also noch etwas investieren, keine Frage.

Der Akku hält angeblich für 600 Bilder. Im Sonnenschein im “Live View” – das Motiv wird nicht im Sucher, sondern in dem sehr genialen, schwenkbaren Monitor angezeigt – muss die Helligkeit auf Maximum eingestellt werden. Nur so lassen sich Motiv und alle Einstellungen erkennen. Der Monitor zieht dann richtig Saft. Ich wäre heute noch länger unterwegs geblieben, wenn ich einen Ersatzakku gehabt hätte.

Ich lebe ja seit meiner Geburt in Troisdorf. Ich habe heute mit Entsetzen festgestellt, wie wenig mir die Wahner Heide, die Waldgebiete nördlich von Troisdorf und Siegburg überhaupt bekannt sind. An dem Leyenweiher war ich heute überhaupt das erste Mal. Ich sollte mich viel mehr mit der schönen Natur hier vor der Haustür beschäftigen. Mal schauen, wie das Wetter die nächsten Tage wird … .

(Meine Einträge zum Thema Fotografie haben jetzt auch eine gleichnamige Rubrik und können gezielt über das Menue rechts aufgerufen werden.)