Auf meiner Insel 69

Das war leider nix. Diesmal lag es nicht an meiner Unfähigkeit, sondern wirklich an den Begebenheiten. Um kurz vor halb vier, nachts, stand ich auf dem Balkon meiner Ferienwohnung und habe überlegt, ob sich meine Ideen von Fotos überhaupt realisieren lassen. Der Wind war sehr stark und mir war klar, dass das ein reines Glücksspiel sein würde. Um es vorweg zu nehmen: es ist nichts Vernünftiges bei den Fotos herausgekommen.

Die einzigen beiden Fotos, die man als halbwegs gelungen ansehen könnte, sind diese hier. Beide wurden von dem erweiterten Ableger hier im Hafen gemacht und zeigen leider nicht auf den Himmel und den sich abzeichnenden Sonnenaufgang, sondern in die andere Richtung, mit dem Wind im Rücken. Eines der Fotos habe ich sogar im Schutz eines Containers gemacht, der hier im Hafen steht. Das war tatsächlich der einzige Bereich, bei dem der Wind so schwach war, dass er nicht permanent am Stativ gerüttelt hat.

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Bei beiden Fotos erhält man eine Ahnung davon, was ich vorhatte. Durch eine sehr kleine Blende und eine hohe Verschlusszeit, sowie einem Stativ wird die Bewegung des Wassers sichtbar. Das Wasser sieht aus wie ein Schleier und die statischen Elemente des Motivs werden scharf abgebildet. Die Belichtungszeit liegt dann bei mehreren Sekunden. Jeder kleine Wackler am Stativ bedeutet Unschärfe.

Ich habe mittlerweile ein ganz gutes Gespür für die Kombination von Brennweite, Verschlusszeit und Blende. Die ISO Zahl, also die Lichtempfindlichkeit, lasse ich normalerweise bei 100. Eine höhere ISO Zahl habe ich in diesem Fall dennoch gewählt, schlicht um die Verschlusszeit zu verkürzen. Dadurch wird das ganze Motiv aber wiederum dunkler. Ein Teufelskreis, den es ohne den Wind nicht gegeben hätte.

Auf der anderen Seite des Hafens, also genau gegen den Wind gerichtet, kommt dann bei in etwa den gleichen Einstellungen so etwas heraus. Die Belichtungszeit lag bei 20 Sekunden. In der Zeit hat der Wind nicht sehr, aber doch zu stark am Stativ gerüttelt:

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Und eigentlich hätte ich hier Verschlusszeit und Blende sogar jeweils höher einstellen müssen.
Ich habe noch ein paar Ideen, die ich heute und morgen Abend in der Dämmerung anwenden möchte. Aber wie es scheint, macht mir der Wind leider einen Strich durch die Pläne von ganz besonderen Fotos, die in meinem Kopf längst fertig sind … Winking smile

Auf meiner Insel 61

Auf flickr.de habe ich jetzt einige Fotos hochgeladen, die nach RAW Bearbeitung und mit den Tools der NIK Collection zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen.

Die NIK Collection hatte ich schon erwähnt. Das sind mehrere Tools, die Google seit einiger Zeit kostenfrei anbietet. Sie arbeiten als eigenständige Programme oder als Plugins für Photoshop oder Photoshop Elements. Es sind die besten ergänzenden Filtertools, die ich kenne.

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Ich konnte mich bisher noch nicht aufraffen, mal nachts so gegen 3:00 Uhr aufzustehen, um die Sterne und den Sonnenaufgang zu fotografieren. Ich bin den ganzen Tag unterwegs. Heute mit dem Fahrrad an den Strand von Süddorf und am Wasser bis nach Norddorf gelaufen. Da ist man ziemlich K.O. und schläft wie ein Baby Winking smile

Aber das Wetter scheint sich eh zu halten. Hier geht ohne Sonnenmilch und Sonnenbrille gar nichts.

Auf meiner Insel 59

Heute meine erste Fahrradtour gemacht. Einmal quer über die Insel. Zwischen Norddorf und der Amrumer Odde (die Nordspitze Amrums) ist der Teufel los. Die Graugänse haben Nachwuchs bekommen und machen einen unnachahmlichen Lärm.

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Zwischen Norddorf und der Amrumer Odde liegen Salzwiesen, die einen perfekten Raum zur Aufzucht des Nachwuchses bieten. Man sollte den Graugänsen nur nicht zu nahe kommen – die werden sofort aggressiv, wenn sie nur den Hauch von Gefahr registrieren.

Gestern Abend habe ich die sogenannte “Goldene Stunde” ausgenutzt. Ich bin mit Kamera und Stativ an den Rand des Kniepsand gelaufen und habe mein Equipment aufgebaut. Das Ergebnis war ganz OK, liefert es doch weitere Erkenntnisse zur Handhabung meiner Kamera. Hier exemplarisch zwei Bilder, die den Unterschied zwischen Automatik und manueller Einstellung verdeutlichen.

Das erste Bild habe ich ohne Stativ und mit Automatik gemacht. Man sieht, dass die Sonne nur ein unförmiger Fleck ist – die Stimmung des Sonnenuntergangs kommt ganz gut rüber.

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Solche Fotos kriegt man aber auch mit einer Kompaktkamera hin. Wendet man aber nun die Zeitautomatik an, d.h. man gibt der Kamera eine manuell eingestellte Blende vor und die Kamera berechnet die Belichtungszeit automatisch, dann entsteht so ein Bild:

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Mit einer 25er Blende (je höher die Blendenzahl, desto kleiner die Öffnung, in die das Licht fällt), ISO 100 und einer Belichtungszeit von 1/500 s lässt sich das letzte Tageslicht ganz gut ausnutzen. Natürlich ist der Vordergrund komplett dunkel. Das hätte man mit einer höheren ISO Zahl vielleicht kompensieren können – das war aber eh nicht das, was ich wollte. Eine 25er Blende ist schon sehr klein. D.h. so ein Foto ist ohne Stativ nicht möglich. Selbst bei einer kleinen Verschlusszeit entsteht schnell eine Unschärfe, die das Foto unbrauchbar macht.

Beide Fotos wurden nur nach JPG konvertiert und sind nicht bearbeitet.

Ein anderes Beispiel für die Möglichkeiten manueller Einstellungen ergibt sich bei der Nutzung der Blendenautomatik. Hier gibt man der Kamera eine Verschlusszeit vor und die Kamera stellt die Blende automatisch ein. So etwas wird genutzt, um z.B. Bewegungen von Wasser wie einen Schleier darzustellen obwohl der Hintergrund scharf abgebildet werden soll. Das geht nur mit einem Stativ. Obwohl ich bei diesem Foto kein Stativ zur Verfügung hatte, sieht man sehr deutlich, was ich meine. Die Bewegungen des Strandhafers bilden eine interessante Unschärfe. Mit Stativ wäre der Leuchtturm von Hörnum auf Sylt, den man im Hintergrund verschwommen erkennen kann, sicher schärfer abgebildet.

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Ich habe außerdem mit einem Polarisationsfilter und einem UV Filter experimentiert. Die schraubt man vorne auf das Objektiv und erhält Bilder, bei denen UV Farbverfälschungen gar nicht erst den Bildsensor erreichen. Die Kombination aus beiden Filtern erzeugt naturgetreue Farben.

Die Filterringe von Polaroid erfüllen eigentlich perfekt ihren Zweck. Zumindest was die entstehenden Farben angeht. Der UV Filter hat ein Innen- und ein Aussengewinde. D.h. ich kann zwei Ringe miteinander kombinieren. Es zeigen sich aber zwei Nachteile, die man auf dem folgenden Foto gut erkennen kann: Das Licht spiegelt sich zwischen Ringen und es sieht so aus, als seien Flecken auf dem Objektiv. Das war aber definitiv nicht der Fall. Der zweite Fehler sind die schwarzen Ecken des Fotos. Ich vermute einfach mal, dass die Filter nicht korrekt aufgesetzt waren. Oder aber es gibt hier qualitative Unterschiede und Objektivfilter anderer Hersteller haben dieses Problem nicht. Mal schauen – ich werde solche Fotos noch öfter machen. Man erkennt jedoch deutlich, wie die Farben durch die Filter aufgewertet werden. Das Blau des Himmels kommt trotz untergehenden Sonne sehr gut rüber. Diese Filter machen absolut Sinn.

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Ich hoffe, ich kann mich morgen oder Sonntagfrüh aufraffen, vor dem Sonnenaufgang am Kniepsand zu sein. Man muss bedenken, dass der Ort, an dem ich Fotos machen will gut und gerne eine Stunde Fussmarsch über den Strand voraussetzt. Beim Sonnenuntergang habe ich nämlich das Problem, dass das Wasser im Rücken ist. Eine Blendenautomatik – in diesem Fall Wasser statt Strandhafer – ist so gar nicht möglich. Beim Sonnenaufgang wäre das anders.

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Mitten auf dem Kniepsand. Nikon D5300, ein Togopod Panorama Stativ. Um mich herum im Umkreis von 2km keine Menschenseele. Nur Möwen und Austernfischer, die mir interessiert zu sehen.

Es fehlen noch die ersten Experimente mit Nachtaufnahmen. Bisher war es so, dass der Himmel nicht komplett sternenklar war. Es waren noch einige Schleierwolken am Himmel. Mal schauen, wie das heute Abend aussieht.

Weitere Fotos lade ich später noch auf flickr hoch – Link siehe oben rechts Winking smile

Auf meiner Insel 57

So. Ich bin wieder da. Auf meiner Insel. Anfahrt reibungslos, Wetter wie erwartet erstsahnigst, Zahnwurzel gibt Ruhe, neue Spiegelreflex bis zum Anschlag malträtiert und ein paar interessante für mich brauchbare, fototechnische Erkenntnisse gewonnen. Hier ein Foto von heute, aufgenommen auf der Fähre, ca. 20 Minuten vor Amrum. Dieses Foto ist vollkommen unbearbeitet. Im Gegensatz zu anderen, ganz ähnlichen Fotos aus den letzten Jahren, in denen ich diverse Tools für Vignettierung und Farben benutzt haben.

Ich habe hier manuell eine andere Blende eingestellt, als es die Automatik vorgegeben hat und habe damit das erste Mal richtig gelegen. Ich nehme dieses Foto mal als Referenz und erkläre in den nächsten Tagen, was an dieser Erkenntnis so besonders ist und wie dieses Foto (vielleicht) noch besser wird in der Bearbeitung des Original RAW. Aber erst in den nächsten Tagen – für heute bin ich platt. Neue Fotos und Stories von meiner Insel ab morgen Abend so ca. 21 Uhr.

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