Image Composite Editor

Ich hatte nach meinem Amrum-Urlaub versucht, aus ganz vielen RAW Bildern, aufgenommen auf der Aussichtsdüne in Wittdün, ein großes Panorama-Bild zu machen. Das war mir nicht gelungen und es lag an der Software. Das weiß ich jetzt, denn ich habe eine sehr faszinierende, kostenfreie Software von Microsoft gefunden, mit der ich tatsächlich ein beeindruckendes Panoramabild machen konnte.

Die Software heißt Image Composite Editor und kann hier heruntergeladen werden.
Die Software ist selbst erklärend und arbeitet sehr präzise und schnell. 50 RAW Bilder, zusammen ca. 1GB Größe wurden in 10 Minuten zu einem Panorama zusammengesetzt.
Photosynth selbst ist nicht das Programm – ist die Community in die man die fertigen Fotos hochladen kann (Vergabe der eigenen Nutzungsrechte beachten!), d.h. das Panoramafoto dieser Größe macht erst in dem passenden Viewer Spaß, denn es ist fertig und komprimiert mehrere hundert Megabyte groß.

Das Faszinierende ist nicht das Panorama, sondern die Möglichkeit, in die Tiefe zu zoomen. Man erkennt in meinem Foto sogar einzelne Möwennester in den Dünen, die mir bei den Einzelfotos gar nicht aufgefallen sind. Es geht also nicht darum, einfach nur Fotos aneinanderzureihen, sondern Tiefenwirkung zu erzielen. Diese Art der Foto-Manipulation ist eine Wissenschaft für sich. Und wenn man sich anschaut, was für großartige Meisterwerke schon bei Photosynth abrufbar sind, dann wirkt meine Amrumer Düne im Maßstab wie eine Briefmarke zu einem DIN A1 Plakat.

Das hier ist das Panorama. Für mehr Funktionen einfach meine Photosynth-Seite besuchen. Dort hatte ich heute ein Dejavu – ich habe mit Photosynth schon 2008 experimentiert und meine Fotos, aufgenommen auf dem Empire State Building in New York im Jahr 2002 dort hochgeladen.

Um das Panorama-Bild zu sehen, muss Silverlight im Browser aktiviert werden – Silverlight ist die Alternative zu Flash, zur Verfügung gestellt von Microsoft. Richtig cool ist das Bild vom Vollbildmodus – dazu auf den Button neben dem Pluszeichen klicken. Wie viele Möwennester finden Sie? Und wie viele Menschen sind auf dem Foto zu sehen? Keiner? – Ganz falsch. Schauen Sie mal genauer hin. Vielleicht finden Sie auch einen groben Fehler, den das Programm gemacht hat. Es hat aus einem der Foto ein Haus mitten in die Dünen montiert. Das Haus steht dort aber nicht. Aber man muss verdammt gute Augen haben, um das festzustellen.

Objektiv-Vergleich TAMRON AF70 / NIKKOR 105

Ich hatte ja gerade erst von meinem Tamron Zoom Objektiv berichtet. Jetzt habe ich mir gedacht, ich vergleiche dieses Objektiv mal mit meinem Nikkor Standardobjektiv. Das Standardobjektiv hat einen Brennweitenbereich von 18-105mm, das Tamron von 70-300mm. Wenn ich also mit beiden Objektiven dasselbe Motiv fotografiere, dieselbe Brennweite nutze und jeweils vier Bilder mit unterschiedlichen Blendeneinstellungen vergleiche, dann sollten sich Unterschiede zeigen.

Als Motiv habe ich mein Bücherregal gewählt. Brennweite bei beiden Objektiven jeweils 70mm. Ich habe dann bei ISO 100 und eher schlechten Lichtverhältnissen mit Stativ und Fernauslöser mit Blenden 5,8,13 und 20 Fotos gemacht. Deswegen sind die Bilder auch so dunkel. Das war beabsichtigt. Dann habe ich in den JPGs (nicht in den RAW Dateien) die linke obere Ecke vergrößert.

DSC_0647

Und hier das Ergebnis – man sieht Unterschiede.
Das NIKKOR Objektiv zeigt ein recht dunkles, aber wesentlich schärferes Bild – das obere Bild ist mit dem NIKKOR gemacht, das untere mit dem TAMRON. Blende 5.

5erBlendeNIKKOR
5erBlendeTAMRON

Bei einer 13er Blende sieht man so gut wie keinen Unterschied mehr. Nach meinem Empfinden ist das Bild mit dem TAMRON Objektiv hier sogar etwas besser. Auch hier wieder oberes Bild NIKKOR, unteres TAMRON.

13erBlendeNIKKOR
13erBlendeTAMRON

Die Bilder der 20er Blende lasse ich hier sogar weg – es ist absolut kein Unterschied zu erkennen.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass ein TAMRON Zoom Objektiv im unteren Brennweitenbereich bei kleinen Blendenwerten (und kürzeren Verschlusszeiten) ein Problem mit der Bildschärfe an den Rändern der Bilder hat. Es bedeutet auch, dass es bei dem eigentlichen Zweck eines Telezoom Objektivs keinerlei Abstriche in Sachen Bildqualität gibt. Und mal ehrlich – wer macht Bilder mit einem Telezoom in einem 70er Brennweitenbereich?

Es ist natürlich nicht ganz fair, beide Objektive zu vergleichen. In diesem Fall sind die Bedingungen in einem Raum ohne Zoom ein Objekt zu fotografieren eher für ein Allround-Objektiv wie das NIKKOR ausgelegt. Mir ist auch klar, dass richtige Profis ganz anders testen. Mir kommt es aber nicht so sehr auf technische Werte an, sondern nur auf den subjektiven Eindruck des fertigen Fotos.
Ich werde so einen Vergleich auch demnächst mal in freier Wildbahn machen. Fazit für mich und für alle, die sich von den Aussagen zur schlechten Bildqualität bei TAMRON verunsichern lassen: Ich kann das nicht bestätigen. Bei gleichen Bedingungen und realistischen Blendeneinstellungen sehen die Fotos des TAMRON Objektiv an der NIKON D5300 genauso gut aus, wie bei einem vermeintlich hochwertigerem Objektiv.

ZOOM! Und Graufilter …

Mein letzter Urlaub auf meiner Insel hat mir ja einige interessante fotografische Erkenntnisse beschert. Und er hat drei Dinge auf meiner “Wunschliste” für das Foto-Equipment platziert. Zwei davon kann ich jetzt streichen. Der Clou: es war nicht mal ansatzweise so teuer, wie gedacht – aber man muss Abstriche inkaufnehmen (<- das wird wirklich so geschrieben).

TAMRON AF70

Bei diversen Elektronikfachgeschäften, in denen ich mehrmals pro Woche pro Monat herumlungere, hatte ich für das F-Bajonett der Nikon Kameras ein Zoomobjektiv gesehen, das vor allem durch seinen Preis auffiel. Ab ca. 350,- EUR aufwärts für eine 300er Brennweite muss man eigentlich mindestens rechnen. Bei diesem Objektiv nicht. Der ausgewiesene Preis lag bei gerademal 90,- EUR. Heruntergesetzt und mit Abstand das günstigste Objektiv. Das hat mich neugierig gemacht.

Zu Hause habe ich dann recherchiert. Das Tamron AF70 hat einige Nachteile, die den Preis senken, die man aber – je nachdem, was man mit dem Objektiv anstellen möchte – verschmerzen kann. Das Objektiv hat keinen Bildstabilisator, einen langsamen Autofokus und ist nicht so lichtstark wie andere Objektive. Aber es hat eine 300er Brennweite (entspricht in etwa einem 30fach optischen Zoom einer Kompaktkamera), was für den Haus und Urlaubsgebrauch genau das ist, was ich gesucht habe.

Tamron

Was bedeuten die Abstriche für den Gebrauch? Wer ein Zoom Objektiv sucht, um Sportfotografien zu machen oder irgendetwas, bei dem es auf einen schnellen, präzisen Autofokus ankommt, wird mit dem Tamron nicht zufrieden sein. Das Objektiv wirkt ein wenig “mechanisch” verglichen mit dem NIKKOR 105, das mein Standardobjektiv ist. Das läuft butterweich und fokussiert sauschnell. Beim TAMRON kann man den Autofocus sehr deutlich hören – für Filmaufnahmen, bei denen der Ton wichtig ist, wirklich nicht brauchbar. Für Landschafts- und Naturfotos mit guten Lichtverhältnissen und für solche Fotografen, die manuell ein Objekt fokussieren, ist das Objektiv aber eine ganz gute Wahl. Sage ich jetzt einfach mal so, denn so wirklich werde ich das wissen, wenn ich das nächste Mal auf Amrum bin und dort bei schönen, etliche Male geknipsten Motiven eine gute Vergleichsmöglichkeit habe.

Erste Versuche mal eben zum testen sind auf jeden Fall vielversprechend. Diese Blüte etwa habe ich mal eben so aus knapp 20 Metern Entfernung ohne viel Aufwand so ablichten können:

Testbild

Was ich generell in vielen Foren und Bewertungsportalen nicht teilen konnte, sind viele arrogante Meinungen oftmals selbsternannter Profis. Tamron oder Sigma – beides Hersteller alternativer Objektive und von Kamerazubehör – sei generell Mist und die Fotos, die man mit diesem Equipment macht, generell schlecht. Diese Auffassung zeigt sich in noch viel stärkerem Maße bei meinem nächsten Schnäppchen.

Graufilter von Elfenstall

Einen Graufilter in verschiedenen Varianten habe ich auf Amrum schmerzlich vermisst. Ich bin dorthin gefahren, hatte mal von diesen Filtern gelesen, aber keine Ahnung davon gehabt, wofür ich diese Filter brauchen könnte. Aber die Erkenntnis folgte schnell. Denn nur mit einem Graufilter lassen sich die ersehnten Fotos mit Bewegungsverläufen machen. Eben auch bei Tageslicht. Prinzipiell kann man Filter kaufen, die sich auf das Objektiv schrauben lassen. Oder man nimmt eine Steckvorrichtung in die kleine Plastikscheiben vor das Objektiv gesetzt werden. Die runden Filter haben den Nachteil, dass man sie für jede Objektivgröße braucht, es sei denn man beschränkt sich bei solchen Fotos auf ein Objektiv. Und sie sind aus Glas, man verliert sie leicht (wer meinen Filter im Kniepsand gefunden hat, kann sich bei mir melden) oder sie zerbrechen.  Die quadratischen Filter kann man mit Adaptern an nahezu jedem Objektiv anbringen. Der Nachteil: das ist Plastik und die Scheiben können leicht zerkratzen. Und auch hier gibt es eben das günstige Spielzeug oder das höherwertige Produkt von einem namhaften französischen Traditionshersteller. Der Preisunterschied liegt beim zehnfachen.

Graufilter

Ich habe mich als Anfänger für die günstige Variante entschieden. Ich behaupte aber auch, dass der niedrigere Preis keine Auswirkungen auf die Qualität des Fotos haben dürfte. Denn was ich bisher gesehen habe lässt mich schlussfolgern, dass die Qualität sich auf die Verarbeitung des Materials bezieht – der Kamera und dem Objektiv ist es aber letztendlich egal, wie der Filter befestigt ist. Zumal die Filterscheiben selbst bei beiden System identisch ist. Aber auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass man belächelt wird, wenn man zum “Spielzeug” statt zum Profiwerkzeug greift.

Zu diesem Spielzeug gehören nicht nur Graufilter, sondern auch verschiedene Verlaufsfilter. Passende Fotos wird erst in einigen Wochen geben. Es gibt zum einen nicht so viele Motive, auf die ich diese Filter hier in der näheren Umgebung anwenden kann (evtl. der Wasserfall an der Agger hier in der Nähe) – außerdem warte ich darauf, dass die Tage kürzer werden und die “Blaue Stunde” nicht dann ist, wenn ein alter Mann wie ich schon längst im Bettchen liegt Winking smile. Ich werde natürlich weiter berichten.

Panorama Desaster

An meinem letzten Urlaubstag war ich in Wittdün auf der Aussichtsdüne und habe dort Fotos gemacht, die ich später am Computer zu einem großen Panoramabild zusammensetzen wollte. 30000 x 20000 Pixel war das Ziel. Das Bild sollte einen Bereich von 270° umfassen. Das habe ich versucht. Und das hier ist das Ergebnis.

Misslungen

Der Leuchtturm steht leicht schief, ansonsten OK, oder?

Nein, das Ergebnis ist natürlich unterirdisch. Aber ich möchte hier ja eben auch die Dinge dokumentieren, die nicht so einfach funktionieren. Das bedeutet nämlich immer einen Erkenntnisgewinn. Wer also nach den Ursachen für misslungene Panorama-Projekte googelt, wird vermutlich auch auf diesen Eintrag stoßen.

Grundlage für dieses Bild waren 60 Einzelbilder mit jeweils 24 MP. Die kann man unmöglich in ein einem Arbeitsschritt zu einem Panorama zusammensetzen. Also habe ich einzelne Panorama-Bilder mit jeweils sechs Bilder erzeugt. Das hat auch noch ganz gut geklappt. Diese zehn Panoramabilder zusammen zu setzen, war aber anscheinend das eigentliche Problem. Vier der Bilder – es geht rechts und links noch weiter – wurden gar nicht berücksichtigt. Zum Beispiel diese beiden Bilder hier, die jeweils aus mindestens sechs Einzelbildern bestehen.

Misslungen2Misslungen3

Das Programm mit dem ich das versucht habe ist Photomerge, Teil von Photoshop (Elements).

Meine Erklärung deckt sich mit dem, was ich auch im Internet gelesen habe. Bei so hochauflösenden Fotos kann ein Programm die perspektivischen Anpassungen nicht mehr sauber zusammenfügen. Man kann ja so ein Bild theoretisch auch mit einzelnen Ebenen zusammensetzen und die Ebenen so verschieben, dass sie sich gegenseitig sauber abdecken. Das funktioniert aber noch nicht einmal mit zwei Bildern. Kleinste Veränderungen zwischen zwei Bildern – und wehender Strandhafer ist dafür ein gutes Beispiel – lässt die beiden Bilder verschwimmen. Sie werden komplett unscharf. Solche Änderungen kann ein Panoramaprogramm herausfiltern. Aber offensichtlich gibt es dafür Grenzen.

Die Lösung? Ein brauchbares Weitwinkel-Objektiv und absolute Windstille. Und spezielle Programme, die das vielleicht doch besser können.  Das ist also als Projekt immer noch auf meiner Agenda. Von dieser und den drei anderen Aussichtsdünen auf Amrum hochauflösende Panoramabilder zu erstellen.