Der papierlose Autor

Einer muss ja den Anfang machen … 😉

Dass ich meine Texte ausschliesslich elektronisch verfasse, ist ja bekannt. Allerdings braucht es für einen Workflow bisher auch immer handschriftliche Notizen. Man sitzt irgendwo, möchte einen Gedanken, eine Aufgabe, eine Idee festhalten – Stift und Papier sind da immer noch die erste Wahl.
Manchmal wird das sehr umfangreich und der Schritt von dem Transportieren der Ideen in ein elektronisches Format kommt mir immer wie Zeitverschwendung vor.

Und versuchen sie mal einen Gedanken, von dem sie wissen, dass sie ihn vor einigen Wochen – letzte Woche reicht auch – mal aufgeschrieben haben, wieder zu finden. Mit elektronischen Notizen kein Problem. Vielleicht kennen Nicht-Autoren dieses Problem gar nicht. Ich jedenfalls mache jetzt einen radikalen Cut.

Ich bin ab sofort ein gänzlich papierloser Autor. Die Notizbücher, die Kalender – sie werden jetzt radikal eingemottet. Ab sofort wird es keine Bilder mehr geben, auf denen ich etwas handschriftliches festgehalten habe. Damit die Hoffnung verbunden, dass ein papierloser Autor nur halb so utopisch ist, wie ein papierloses Klo 😉

Vergangenheit und Zukunft – Ich schreibe ab sofort papierlos.

Das hängt natürlich von der Hardware ab. Aber das ist die kleinere Herausforderung. Egal ob iPad oder Android Tablet – was ist die richtige Strategie zum Erfassen von Notizen? Mindmaps? Outlines? Audio-Notizen? Es gibt eine große Fülle an Möglichkeiten. Im Moment probiere ich eine Kombination aus einfachen Notizen und simplen Mindmaps aus. Mal schauen, wie sich das im Alltag bewährt. Ich werde zu berichten wissen … .

So hätte es ausgesehen – Brainstorming zu meinem Debüt

Schattenspiel

Das wichtigste Gleichnis der Ideengeschichte hat mit Schatten zu tun. Schatten sind es, die uns daran erinnern, dass es drei Dinge braucht, um zu einer Erkenntnis zu gelangen. Diese Erkenntnis kennt als Zweck nur das Erblicken der Quelle dessen, was die Schatten erzeugt. Der Schatten ist nur das Ergebnis von Licht und Wahrheit. Wir, die wir nur die Schatten sehen, müssen uns fragen ob wir das Licht erkennen wollen. Seine Quelle, seinen Zweck.

Allerdings hausen wir längst nicht mehr in der Höhle. Wir sind draußen in der Stadt. Die Stadt, die ein Moloch ist. Die uns nicht schlafen lässt, nicht ruhen. Getriebene sind wir, suchend nach Möglichkeiten, kompensierend alle Möglichkeiten, erlebend und nicht einfach nur lebend.

Und das Licht nehmen wir einfach nur hin.

Denn es ist nichts gewonnen, mit dem Heraustreten aus dem Schatten ins Licht. Wir müssen ein Spiel mitspielen, ob wir das wollen oder nicht. Die Quelle des Lichtes empfängt keine Fragen. Und Antworten gibt sie wohl gar nicht.

Wollen wir mitspielen? Das Schattenspiel?

SCHATTENSPIEL

Der Wechsel von Tag und Nacht
Die Zeit mit Licht und Schatten verbracht
Darin verborgen ein tiefes, treibendes Spiel
und wir geleitet von Erkenntnis und Gefühl

Schatten an der Wand und in der Welt
Der Alltag und das Licht, das uns am Leben hält
Dahinter verborgen die Quellen von Licht
Es erstrahlt und blendet unser Gesicht

Erkenntnis aber ist verborgen
in tiefer Einsicht, ein Schattenspiel
Unser aller Antrieb ist geborgen
Dazu braucht es gar nicht allzu viel

In das Licht hinausgetreten und erkannt
Im Spiel haben wir unsere Sinne verkannt
Es geht darum, den Schatten zu greifen
und nicht mehr nur die Ahnung zu streifen

Die Ahnung von einem tieferen Sinn
Verborgen in jedem wie ein Gewinn
Den Schatten zu greifen ist das Ziel
im allumfassenden Schattenspiel

Achte darauf – es ist das, was Dich zwingt
Wenn Dir das Entrinnen aus der Nacht gelingt
Es treibt Dich an, an jedem Morgen
Und Du – Du glaubst, es bleibt verborgen

Da ist eine Kraft, die Dich am Leben hält
Auch wenn sie manchmal dunkel ist, Deine Welt
Wir stellen uns vor den Schatten in das Licht
Und nur dann gewinnt das Antlitz Gewicht

„Erhobenen Hauptes“ nennt man das
Sich stellen einem Schicksal ohne Unterlass
Die Schatten tief ins Abseits drängen
Sich frei machen von inneren Zwängen

Und der größte Zwang von Allen ist
Dass man den Sinn des Schattens zu schnell vergisst
Der Zweck ist nicht zu warten bis jemand das Licht bewegt
Der Sinn ist das Hören auf das was sich in Dir regt

Du selbst muss Dich in Stellung bringen
Alles in Dir zum Spielen zwingen
Nur im Schatten dort ist alles grau
Du im Licht erkennst des Himmels Blau

(Was mir selbst an meinen Texten manchmal gefällt, sind die inneren Verweise: Der Blaue Himmel)

Variation von einem Leitmotiv – oder …

… warum ein Verblassen dunkel ist, schwarze Fingerkuppen macht und dieses Verblassen auch immer etwas mit Zeit zu tun hat, mit Schwärze, die sich verteilt, verdünnt gänzlich verschwindet, aber immer noch da ist, immer atomarer, immer tiefer vereinzelt und hinter die Kulissen entweicht, verschwindet und doch in voller Gänze da ist …

Es ist wie mit dem Stück Würfelzucker im Ozean.