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Heute vor 30 Jahren: Ein Rekord für die Ewigkeit?

Ich weiß noch ganz genau, dass ich dieses Ereignis damals an meinem kleinen, ersten eigenen Fernseher in meiner Bude in der elterlichen Wohnung live verfolgt habe. Das ist heute auf den Tag genau 30 Jahre her. Es ist vermutlich eines der unglaublichsten, sportlichen Ereignisse.

Der Weltrekord im Weitsprung der Männer galt bis zum 30.08.1991 scheinbar für die Ewigkeit. Bob Beamon war 1968 bei den Olympischen Spielen 8,90m gesprungen. Ein präziser Sprung mit optimalen Timing. Und niemand war seitdem auch nur ansatzweise in diese Nähe gesprungen.

Bob Beamon 1968 bei den Olympischen Spielen

Der Ausnahmeathlet, der vielleicht zu so einem Sprung in der Lage gewesen wäre, war der legendäre Carl Lewis. Seriensieger und mit 8,68m, der beste Weitspringer dieser Zeit. Aber im Hintergrund lauerte ein gewisser Mike Powell, der immer im Schatten von Carl Lewis stand.

Dann kam dieser legendäre Wettkampf bei den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio. Carl Lewis und Mike Powell auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit – ein Showdown unter optimalen Bedingungen.

Mike Powell tastet sich im ersten Versuch schon mit beachtlichen 7,85m heran. Carl Lewis springt dann im ersten Versuch 8,68m – ein Rekord, denn niemand ist bei einer Weltmeisterschaft jemals weiter gesprungen. Niemand ahnt, dass dieser Wahnsinnssprung der schlechteste Versuch von Lewis in diesem Wettbewerb sein würde. Es folgen vier weitere Versuche, die vier weitesten Sprünge von Lewis in seiner ganzen Karriere – 8,83m und 8,91m hatten minimal zu viel Rückenwind. Die neue Weltrekordweite zählte nicht. Es folgen zwei weitere Sprünge auf 8,87m und 8,84m. Eine unglaubliche Serie.

Aber es reicht nicht. Nicht für den Weltmeistertitel und nicht für den Weltrekord. Denn der ewige Zweite, Mike Powell, springt zunächst im vierten Versuch an die 9m, aber der Versuch ist ungültig, da minimal übergetreten. Powell fleht die Kampfrichter geradezu an. Richtg angefresen und mit der Aussicht trotz Topform wieder nur Zweiter zu werden, gelingen ihm im fünften Versuch dann gültige 8,95m. Weltrekord. Weltmeistertitel. Der Rekord zählt bis heute. Selbst der dritte Kontrahent, Larry Myricks, springt 8,42m. Der Deutsche Dietmar Haaf springt 8,22m und das reicht nichtmal für eine Medaille. Diese Weite hätte bei nahezu allen Olympischen Spielen für die Goldmedaille gereicht.

Das nachfolgende Video zeigt diesen spannenden Wettbewerb. Was mag da in einem Carl Lewis vorgegangen sein? Ein absoluter Ausnahmetag mit herausragenden Leistungen – und doch war einer besser. Sehr sehenswert.

Carl Lewis springt so gut, wie nie – aber er fndet seinen Meister

Amrum Tagebuch : Auf meiner Insel – 05.01.2020

Uthlande im Hafen von Wittdün

Die „Uthlande“ heute morgen im Hafen von Wittdün – die Fähre hat mich zurück ans Festland gebracht

Ich bin wieder zu Hause. Es hat alles vorzüglichst geklappt. Mein Zug war auf die Minute pünktlich in Köln, ich konnte den Regio Express (ich habe in dem ganz neuen Rhein-Erft Express gesessen – echt klasse!) um 17:00 Uhr nehmen und war dann mit Fußweg um 17:45 Uhr zu Hause. Rekordverdächtig.

Zwischenstopp in Wyk auf Föhr

Zwischenstopp in Wyk auf Föhr

Gestern Vormittag habe ich noch richtig Kohle ausgegeben. Nachdem ich mir bei meinem letzten Urlaub mit den Eltern in 80er Jahren die Chronik „100 Jahre Wyker Dampfschiff-Reederei“ gekauft habe, wurde meine Bibliothek jetzt um „125 Jahre Wyker Dampfschiff-Reederei“ ergänzt. Das nächste Exemplar im Jahr 2035 ist schon vorbestellt 🙂

Chronik der Wyker Dampfschiff Reederei

Spannende Lektüre für alle Amrum & Föhr Fans

Und ich habe im Laden „nordseelig“ den nur dort erhältlichen, handgemachten Amrum Modell Leuchtturm mit passendem Leuchtintervall gekauft. Der bekommt bei mir noch einen Ehrenplatz.

Nordseelig Leuchtturm

Der legendäre „nordseelig“ Leuchtturm

Schon morgen früh geht es wieder los. Nach mehreren Monaten Krankheit, weitere Monate Homeoffice bin ich morgen zum ersten Mal wieder regulär im Büro. Das wird spaßig 🙂

Amrum Tagebuch : Auf meiner Insel – 03.01.2020

Amrum Panorama Wittdün Wandelbahn

Noch ein grauer Tag auf Amrum – 180° Panaroma, Obere Wandelbahn

Leider hat der Wetterbericht größtenteils recht behalten – Schietwetter war das heute. Erst ganz spät am Nachmittag hat es wenigstens aufgehört zu regnen und ich konnte meine Runde drehen.

Gestern Abend habe ich eine paar Aufnahmen im Dunkeln in Wittdün gemacht. Es wird hier nämlich deutlich ruhiger auf der Insel. Beim Edeka keine Schlange mehr an der Kasse und im Ort selbst begegnet man nur noch vereinzelt Menschen. Blicke ich von meiner Wohnung auf den Hafen, dann sieht man deutlich, wie die Massen die Insel verlassen. Auch die „Nordfriesland“, die letzte Fähren alter Bauart, wird zur Verstärkung eingesetzt.

Amrum Hafen Wittdün

Im Moment ist auch wieder die „Nordfriesland“ zu sehen – die einzige noch verbliebene ´alte´ Fähre. Hier sieht man sehr gut den Fußgängertunnel, der das das Fußvolk von den Autos trennt

Amrum Wittdün Fähranleger am Abend

Blick auf den Fähranleger am Abend – die „Nordfriesland“ bleibt die Nacht über in Wittdün

Amrum Wittdün Buchhandlung Quedens

Hier gibt es mehr Bücher als es Koffer auf Amrum gäbe, um diese am liebsten alle mitzunehmen 🙂

Morgen ist mein letzter Tag hier – das heißt ich nutze die Zeit, um zu packen und aufzuräumen. Das ist dann mein vorerst letzter Eintrag von der Insel. Zum Abschluss noch ein Hinweis auf einen Artikel bei „bento“ (die Jugendausgabe des „SPIEGEL“) – der nachfolgend verlinkte Artikel beschreibt alles Wesentliche zu Amrum sehr gut  – sehr lesenswert:

Amrum ist wie Sylt - nur besser

Artikel auf „bento“ (bitte das Bild anklicken) – eine Lobpreisung der schönsten Insel 🙂

Amrum Tagebuch : Auf meiner Insel – 02.01.2020

Graue Suppe über Amrum

Graue Suppe über Amrum

Der zweite Tag in Folge mit richtig schlechtem Wetter. Jetzt ist es auch wieder kälter, zu dem starken Wind kommt auch ekeliger Nieselregen, der die Brille beschlagen lässt und es ist keine Besserung in Sicht. Morgen soll es hier richtig regnen – ich habe daher die Hoffnung, dass am Samstag, meinem letzten Urlaubstag, nochmal ein schöner Sonnenuntergang zu sehen ist. Und außerdem stimmen die Vorhersagen für die Inseln nicht immer – ich habe schon öfter erlebt, dass die Insel auch wettertechnisch eine Insel ist. Trifft eine Vorhersage auf ganz Schleswig Holstein zu, dann muss das nicht für die Inseln gelten. Also mal abwarten … .

Strandresidenz Amrum

Schlechtes Wetter bedeutet kreative Zeit

Strandresidenz Amrum

Gab es vor Jahren hier noch Probleme mit langsamem Internet, so ist das jetzt kein Thema mehr

Das ist also die Gelegenheit, weiterhin kreativ  zu sein. Habe ich mich in den ersten Tagen literarisch betätigt, so arbeite ich seit zwei Tagen daran, meine Kenntnisse in der Programmiersprache „Python“ auszubauen. Damit habe ich schon einiges gemacht – unter anderem wird damit mein Seekartenprojekt realisiert (auch eines der Dinge, das seit August auf Eis liegt). Jetzt habe ich endlich die Prinzipien verstanden, wie dort plattformunabhängige Oberflächen erzeugt werden. Das hat den großen Vorteil, dass ein Programm innerhalb eines Webbrowsers, also als Internetseite, oder eigenständig unter Windows, MacOS oder sogar unter Android läuft. Das Ganze mit wenigen Anpassungen. Mal schauen, wie ich das verwenden werde – sowohl bei meinem Brotberuf als auch bei meiner Softwareentwicklung wird es zahlreiche Anwendungsszenarien dafür geben.