5. September 2022

Bei einem KRAFTWERK Konzert und besonders bei einem Vergleich mit Aufnahmen von anderen Konzerten aus den letzten Jahren, drängt sich immer wieder der Verdacht auf, dass bei KRAFTWERK alles nur Playback ist und die vier Herren hinter ihren Pulten nur hinter irgendwelchen Laptop-Attrappen stehen.

Das ist nicht so. Das war auch noch nie so. Auch wenn man die Literatur zu Rate zieht, dann erkennt man schnell, dass ein KRAFTWERK Konzert “handgemacht” ist. So wird es in dem Buch von David Buckley beschrieben und auch Wolfgang Flür, ehemaliges Mitglied der Band, schreibt in “Ich war ein Roboter” in vielen spannenden Details, wie diese elektronische Musik live gespielt wird. Natürlich nicht mit klassischen Instrumenten, aber eben doch individuell und immer anders. Über Keyboards werden die Melodien live gespielt, die Video Sequenzen im Hintergrund können variiert werden und der Gesang von Ralf Hütter ist ebenfalls live – übrigens auch bei verschiedenen Passagen, bei denen ein Vocoder die Stimme verfremdet.

Bei einem Konzert in Amsterdam im Jahr 2015 – das ungewöhnlicherweise mit “Tour de France” als Opener beginnt – hat ein Zuschauer die Musiker aus einer interessanten Perspektive gefilmt und ihnen auf die Finger geschaut. Die Mensch-Maschine bei der Arbeit – faszinierend:

Die Musik von KRAFTWERK ist kein einfaches Playback – sie ist “handgemacht”.