Chrome ohne Pop-Up in Ubuntu öffnen
8. Juni 2022

Da sich viele Menschen auf meine Seite verirren, die genau wie ich immer wieder an den verschiedensten Computerthemen interessiert sind, gibt es auch hin und wieder Artikel von mir, die genau für diese Menschen gedacht sind.

Heute möchte ich einen Zusammenhang erklären, der mich selbst ziemlich genervt hat und der sich unter Linux mit Gnome nicht so ohne weiteres abschalten lässt. Ich nutze derzeit Ubuntu 22.04 mit dem Gnome-Desktop.

Jedes Mal wenn ich den Chrome-Browser gestartet habe erschien eine Meldung, dass Chrome nicht richtig beendet worden sei und ob die Seiten der letzten Sitzung wiederhergestellt werden sollten. Es gibt in Chrome selbst keine einfache Möglichkeit, das abzustellen. Chrome muss mit einem Parameter gestartet werden – was sich in Windows relativ einfach als Shortcut realisieren lässt, ist in Gnome anders geregelt. Aber es ist dennoch sehr simpel – einmal verstanden lässt sich sogar noch viel mehr mit diesem Wissen anstellen.

Unter Gnome gibt es zwei Orte, an denen die Starter eines Programms abgelegt sind. Die Standard Starter eines Programms liegen unter

/usr/share/applications

und haben das Muster Anwendungsname.desktop. Möchte man die Einstellungen dazu ändern, kann man das natürlich machen. Es sind dann aber Root-Rechte nötig, d.h. man müsste diese Files mit

sudo gedit MeinAnwendung.desktop

öffnen und dann verändern. Statt gedit können sie natürlich jeden anderen Editor verwenden.

Besser ist es jedoch, wenn man dieses Desktop File in sein persönliches Verzeichnisse kopiert und dann diese Kopie bearbeitet. Existiert nämlich in diesem Verzeichnis eine Datei mit dem identischen Namen, wie in dem /usr/share/applications, dann wird die lokale Kopie herangezogen. So verhunzt man diese Standard-Einstellungen nicht und hat dennoch seine individuellen Einstellungen. Das hier ist das lokale Verzeichnis (ein versteckter Ordner im eigenen /home – Verzeichnis) :

~/.local/share/applications

Wer sich mit Terminalbefehlen auskennt, kann das Kopieren direkt erledigen

cp /usr/share/applications/MeineAnwendung.desktop ~/.local/share/MeineAnwendung.desktop

Bei meinem Beispiel mit dem Chrome-Browser, der ohne dieses lästige PopUp geöffnet werden soll, ist die Veränderung der lokalen Desktop-Datei die gesuchte Lösung. Wir öffnen mit einem Editor diese desktop-Datei, die wir vorher hierhin kopiert haben

google-chrome.desktop

und suchen darin eine Codezeile, die mit EXEC beginnt. Die sagt uns nämlich, welches Programm beim Klick auf das Chrome Icon ausgeführt werden soll. Vermutlich sieht das so oder so ähnlich aus:

Exec=/usr/bin/google-chrome-stable 

Die Lösung besteht nun darin, Chrome mit einem Parameter zu öffnen. Wir ersetzen also diese Zeile indem wir am Ende den Parameter –disable-session-crashed-bubble anfügen

Die Zeile sieht dann so aus.

Exec=/usr/bin/google-chrome-stable --disable-session-crashed-bubble

Dieses Editieren der desktop-Files ermöglicht noch weitere Änderungen. Google Chrome heisst bei mir jetzt anders, nämlich “Peters Webbrowser”. Ich kann auch die Kontexteinträge ändern oder ein anderes Icon. Viele Details dazu werden in diesem Artikel erklärt.

Jedenfalls hat diese Änderung bei mir dazu geführt, dass Chrome jetzt ohne lästiges Pop-Up geöffnet wird.