Remote Developer Setup

Smartphones oder Tablets von Samsung oder Huawei haben einen hochinteressanten Desktop-Modus. Bei Samsung DeX bespielsweise öffnet sich auf einem Desktop Bildschirm über USB-C und HDMI eine vollwertige Oberfläche, die ganz stark an Windows erinnert und die für das Arbeiten völlig ausreicht. Und man hat sie immer dabei. Darauf scheint es hinauszulaufen – alles, was für den Rahmen des elektronischen Alltags nötig ist, ist Teil des mobilen Smart-Devices. Die Inhalte kommen als Stream oder Dateien aus der Cloud. Spiele, Musik, Filme oder Kontakte.

Wie geht man als Entwickler damit um? Dabei meine ich die Frage nicht im Sinne von Responsive Design (wie baue ich eine Web-App, die auf allen Geräten gleich funtioniert). Nein, ich meine die Nutzung dieses Smart-Devices als Entwicklungsumgebung. Wie das geregelt ist oder geregelt wird – davon hängt die Geschwindigkeit der Transformation unserer Umwelt ab.

Fakt ist, dass es schwierig ist, von unterwegs auf einem Android oder IOS Gerät, Software zu entwickeln. Es gibt Ansätze wie „DroidEdit“, die ein wenig eine Entwicklungsumgebung nachahmen. Wirklich produktiv wird man aber nur, wenn man überall die gleiche Umgebung hat und davon ausgeht, dass die Darstellung dieser Umgebung unabhängig von dem Gerät selbst ist.

Remote Developer Setup

Das ist der Grund, warum ich mich mit „GNU Emacs“ beschäftige und warum ich dazu schon einige Artikel verfasst habe. Der 40 Jahre alte Editor, für den man keine Maus benötigt und der nach einer steilen Lernkurve alles mitbringt, was man für Softwareentwicklung benötigt, läuft am besten auf einem minimalen Linux, das man über einen angemieteten Server überall zugänglich macht. Dort verbindet man emacs über SSH in einem Terminal mit dem eigenen Webspace und entwickelt Software. Backups sind auf dem Server geregelt und es braucht keine wirkliche Versionskontrolle, da die Software direkt auf dem Server editiert wird.

Emacs in DeX auf einem Samsung Tablet
Emacs auf demselben Server unter Windows 10 im Terminal

Einziger Stolperstein ist tatsächlich die steile Lernkurve und die anfängliche Ungläubigkeit – denn welche Vorteile soll es bringen, sich auch jetzt noch in diesen Dinosaurierer einzuarbeiten?

Wenn man einige grundlegende Funktionen eingerichtet hat und sich seine eigene Konfiguration zusammengebaut hat, diese mit Tatstaturkürzeln beherrscht, dann gibt es absolut nichts, was produktiver ist als die Nutzung von Emacs. Dazu konkret in Kürze mehr … .