Ein Jahr danach …

Am 17. August war der erste Jahrestag von meinem Treppensturz. Vor einigen Wochen war ich in Bonn gewesen und wollte nochmal diese Treppe ansehen und sie mehrmals runter- und raufgehen. Das ging aber nicht, da das Hauptgebäude der Uni in Bonn wegen der Corona Pandemie geschlossen war.

Aber es gibt im Internet Fotos von dem Treppenhaus und der Treppe, die mir den ganzen Mist eingebrockt hat:

Treppe

Ich erinnere mich nur, dass ich oben an der Treppe gleichzeitig mit beiden Füßen ins Rutschen kam und dann so dämlich gefallen bin,  dass eine Überdehnung  beider Kniegelenke zum Riss der Quadrizeps-Sehnen geführt hat.

Die Treppe befindet sich im Hauptgebäude der Uni am Durchgang vom Arkadenhof zum Hofgarten – direkt wenn man vom Arkadenhof in das Hauptgebäude geht auf der linken Seite. Bevor es zu dem Sturz kam, war ich im ersten Stock des Gebäudes und hatte mir die Technik angesehen, die bei der Projektion der Filme des Stummfilmfestivals zum Einsatz kommt. Dieses Foto habe ich an diesem Abend direkt links neben dem Projektor gemacht – es zeigt den sich langsam füllenden Arkadenhof an diesem Abend des Stummfilmfestivals. Zwei Minuten später lag ich auf der Treppe … .

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Die Langwierigkeit meiner Verletzung ist wirklich nervig. Ich mache immer noch täglich meine Übungen. Vor allem Streckübungen gegen ein Flexband und Dehnübungen speziell für die Quadrizepsmuskulatur. Pro Bein bis zu 5×70 Streckungen am Tag. Die Oberschenkelmuskel sind mittlerweile wieder voll da, aber sie sind noch nicht komplett nach unten „gewandert“.

Die beiden Muskeln links und rechts neben der Sehne sind jetzt so stark ausgeprägt, dass sie in der Mitte eine Einkerbung bilden. Die wird vermutlich immer bestehen bleiben und sich nur teilweise wieder schliesen.

Ich habe ständig das Gefühl, dass es immer noch ein wenig besser wird, aber so ganz ist dieses Fremdkörpergefühl in den Beinen noch nicht verschwunden. Um endgültig sagen zu können, wie weit alles wieder hergestellt ist, muss ich noch weitere Monate warten. Im Moment würde ich sagen, ich bin zu 70-75% der Alte.

Ich kann alles machen. Ohne Schmerzen. Nach Bonn fahre ich problemlos mit dem Fahrrad (das sind hin und zurück mehr als 40km), ich zwinge mich dazu, alle Treppen zu Fuß mitzunehmen und Aufzüge zu ignorieren und ich mache an den Tagen im HomeOffice verstärkt meine Übungen zwischendurch. Am Schreibtisch stehe ich jetzt die meiste Zeit und sitze immer nur ein paar Minuten – das geht Dank eines höhenverstellbaren Aufsatzes auf meinem Schreibtisch zu Hause und mit einem neuen Schreibtisch am Arbeitsplatz sehr gut.

Es ist also kein Jammern und ich hoffe immer noch, dass irgendwann dieses Fremkörpergefühl komplett verschwindet – aber es ist dennoch nervig, wie sehr das Vorsichtigsein, das nicht normale Gehen, besonders bei Treppen, ständig den Alltag prägt.