Kleine Randnotizen

Ein paar kleine, lesenswerte Nachrichten, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind.

 

 

Turing Award an Tim Berners-Lee

 

Tim Berners-Lee erhält in diesem Jahr den Turing Award - das ist mehr als überfällig und war schon lange erwartet worden. Der Turing Award entspricht in der Informatik dem Nobelpreis. Tim Berners-Lee ist der Erfinder des World-Wide-Web und Initiator des ersten Webservers am CERN in Genf. Keiner von uns würde diese Zeilen lesen, wenn sich Berners-Lee nicht den Hypertext ausgedacht hätte. Klicken Sie hier, wenn Sie sehen möchten, wie die allererste Internetseite mal ausgesehen hat.

 

 

Raubfrosch in Wikipedia

 

Ich habe einen Wikipedia-Account mit dem ich ab und an bei Beiträgen in Wikipedia ´mitarbeite´. Das beschränkt sich meist auf kleine Ergänzungen oder Korrekturen, die mir an Artikeln auffallen. Das neue Depeche Mode Album "Spirit" hat auch eine eigene Seite bekommen. Die hatte jemand mit Rezeptionen des neuen Albums versehen, die viel zu einseitig waren. Es gibt einige vernichtende Kritiken aber genausoviele euphorische Beurteilungen. Jedenfalls habe ich mich da in das Thema eingebracht und ich denke, das werde ich öfter tun. Die Kritiken, die ich zunächst als Zitate ergänzt hatte, sind jetzt Teil eines Fliesstextes innerhalb des Artikels - toll, wie das funktioniert und wie die Interaktion mit anderen Aktiven funktioniert. Von den vielen Dingen, die das Netz alltäglich hervorbringt, ist das Wikipedia-Konzept wohl das Nachhaltigste.

 

Ubuntu kommt aus der Sackgasse
Eine weitere wichtige Persönlichkeit in der IT ist Mark Shuttleworth, der mit Canonical den Markt der Linux-Distributionen schon vor Jahren mächtig aufgemischt hat. Ubuntu Linux hatte 2012 eine eigene Oberfläche bekommen. "Unity" ignorierte die führenden Desktops "Gnome" und "KDE" und sollte ein Eigengewächs werden, dass auch die Oberfläche auf Tablet Computern und Smartphones werden sollte. Shuttleworth hat jetzt eingesehen, dass er sich da mächtig verschätzt hatte - "Unity" und seine Ableger werden eingestampft. Mit der nächsten LTS ("Long Term Support") Version von Ubuntu wird "Gnome" wieder der Standarddesktop.
Warum ist diese Meldung interessant? Nun, sie kann ein Wendepunkt sein und Ubuntu Linux wieder mehr Auftrieb geben. Viel interessanter ist jedoch die Selbstreflexion einer IT-Persönlichkeit - eine Eigenschaft die bei vielen Machern von Linux fehlt. Die vielen Eigenbrödler schaffen es seit Jahren nicht, ein System, das in allen IT Bereichen Marktführer ist, nur nicht auf Desktop-Rechnern, für die breite Masse attraktiv zu machen. Vordergründig mit dem Argument, dass sie das ja auch gar nicht wollen. Aber hier geht es um ein generelles Problem: Die Vielfalt hier hat natürlich fantastische Software entstehen lassen. Vielfalt und die verbundene Freiheit bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, die richtige Richtung gewählt zu haben. Und dabei meine ich gar nicht mal kommerzielle Möglichkeiten freier Software - mehr Substanz und mehr Rückgrat sind wichtiger denn je. So ein selbstgewählter Ausweg aus einer offensichtlichen Sackgasse ist ein wichtiger Anfang - wer gibt schon gerne zu, abertausende Entwicklungsstunden und zig Millionen in den Sand gesetzt zu haben?

 

Windows 10 Creators Update

 

Datenschutzeinstellungen in Windows 10 nach Creators Update
Datenschutzeinstellungen in Windows 10 nach Creators Update
Auch beim Marktführer gibt es ein großes Update. Ab Mitte kommender Woche wird Microsoft das Creators-Update von Windows per Update-Funktion verteilen. Ich habe das bereits Anfang letzter Woche mit diesem Tool er erledigt. Das ist das offzielle Update-Tool von Microsoft.

 

Vom Mac bin ich es gewohnt, dass ein Update sauber durchläuft und danach trotz neuem Betriebssystem alle Einstellungen erhalten bleiben, sogar der Inhalt des Papierkorbes. Bei diesem Windows Update ist das, vielleicht zum ersten Mal, genauso. Update lief problemlos. Es dauert, mit Download, etwas mehr als eine Stunde.

 

Die Datenschutzbestimmungen in Windows 10 sind jetzt noch umfangreicher und differenzierter. Diese Änderungen muss man als User auch explizit nach dem Update bestätigen. All diese Bestimmungen findet man auch nachträglich in den Einstellungen. Es fällt auf, dass dieses Menu dort extrem umfangreich ist. Noch mehr Einstellungen liefert O&O Shut-Up - ein Tool, das nicht installiert werden muss und das "Nach-Hause-Telefonieren" von Windows unterbindet.

 

Alle anderen Änderungen sind nur als Kleinigkeiten zu sehen (neues 3D MS Paint, Adresszeile in RegEdit, wesentlich besseres Handling von 4K Auflösungen, neuer Edge Browser). Außer diesen Kleinigkeiten sind mir keine Änderungen aufgefallen und ich habe auch bisher von keinen größeren Problemen bim Update gelesen.

Schreibe einen Kommentar