Markdown & Fountain

Ich finde Blogs von Schriftstellern interessant, die auch über die Werkzeuge zum Verfassen und Gestalten von Texten berichten. Ich mache das ja auch ab und zu hier auf meiner Seite, leider viel zu selten. 

Diesmal geht es um das Verfassen von Drehbüchern oder Theaterstücken. Diese haben eine etwas spezielle Formatierung, an die sich ein Autor tunlichst zu halten hat. Wer Standards ignoriert versteht meist nicht, warum es sie gibt. Hier geht es um Software, die dabei hilft, solche Standards zu nutzen.

Vor einiger Zeit hatte ich mal von den Vorteilen von Markdown erzählt. Das ist ein Konzept, das Erfassen von Text möglichst einfach zu halten, um den Text selbst später in verschiedene Formate exportieren zu können. Gerade unter OSX gibt es zahlreiche Programme, die diesen Ansatz unterstützen. Dieses Konzept eignet sich besonders gut, um seine Texte „distraction-free“ zu erfassen – also nur Bildschirm, ein Cursor und nichts anderes, was ablenkt. Ich bin ein großer Freund dieses Konzeptes, weil es die Konzentration während des Schreibprozesses tatsächlich hoch hält. Jetzt habe ich eine Erweiterung dieser Idee entdeckt, die besonders für Screenwriting interessant ist. Screenwrtiting ist das Drehbuchformat, das auch für Dialogentwicklung, Theaterstücke etc. verwendet wird.

Screenwriting

Solche Eingaben – zentrierter Dialog, Name des Akteurs in Grossbuchstaben, Beschreibung von Gemütszuständen – mit einer herrkömmlichen Textverarbeitung zu erstellen ist mühselig. Genau wie Markdown die Struktur und die grundlegenden Formatierungen bei einem „normalen“ Dokument vereinfacht ermöglicht, erlaubt die Erweiterung Fountain das Erstellen von Script-konformen Texten.

Man sollte dazu unbedingt wissen, dass es einen Quasi-Standard bei Drehbuchformaten gibt. Dieser Standard ist vor etlichen Jahren von dem führenden Programm auf dem Markt namens „Final Draft“ vorgegeben worden. Final Draft kostet aber fast 200,- EUR pro Lizenz – da ist eine Alternative mit demselben Format als Output mehr als wünschenswert.

Wie also funktioniert Fountain?

Zum Schreiben reicht theoretisch ein einfacher Editor. Um das Ergebnis zu sehen, braucht man einen Markdown-Viewer. Auf dem Mac wäre Textwrangler (mit einer kleinen, sehr nützlichen Erweiterung) und „Marked 2“ eine gute Kombination. Die Datei-Endung der Fountain-Datei ist „.fountain“.

Ein „.“ am Beginn einer Zeile wird als Überschrift gewertet. Eine Angabe in Grossbuchstaben als Name. In Klammern gesetzter Text sind Zusätze (Gefühlsregungen, Regieanweisungen) usw. – Eine genaue Beschreibung von Fountain finden Sie hier.

Mittlerweile gibt es Alternativen zu „Final Draft“, die den gleichen Output produzieren, aber „.fountain“ nutzen. Besonders hervorheben sollte man hier die Programme „Slugline“ und „Highland“, wobei „Highland“ auf den In/Output von verschiedenen Formaten spezialisiert ist. Wer also zum Beispiel das lange Zeit kostenlose „Celtx“ verwendet hat und jetzt seine Texte umformatieren möchte, hat mit „Highland“ keinerlei Probleme. Diese Programme liefern eine Outline-Darstellung des Textes und einen WYSIWYG Editor und sind ansonsten sehr einfach gehalten.

Um die Übersicht der wichtigsten Screenwriting Programme zu vervollständigen erwähne ich an dieser Stelle noch folgende Programme, die ich selbst nicht getestet habe, die aber meines Wissens nach ebenfalls „.fountain“ unterstützen.

Fade In

MovieDraft 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.