Zeitlosigkeit für Jedermann

Es hat mich dann doch nicht besonders überrascht. Ich habe die Namen Jim Parsons und Buster Keaton bei der Google Bildsuche eingegeben und es erscheint ein Foto, dass beide gemeinsam zeigt. Die Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen.

„Big Bang Theory“ oder Stummfilm-Klassiker – Zeitlosigkeit für Jedermann

Nun ist Ähnlichkeit nichts Besonderes. Nora Tschirner sieht ja auch aus wie Lena Meyer-Landrut.(Wichtige Anmerkung: Ich sehe heute Abend, dass sehr viele Zugriffe auf diesen Eintrag aus dem Fan Forum von Lena Meyer-Landrut erfolgt sind. Vermutlich aufgrund dieses Satzes und dieses sicher sehr oft erwähnten Vergleiches. Irgendwo in diesem Forum scheint mein Beitrag verlinkt zu sein – ich weiß leider nicht, worum es bei dieser Diskussion geht, da ich selbst nicht Mitglied dieses Forums bin. Falls irgendjemand diesen Vergleich als abfällig ansieht – das ist ganz sicher nicht meine Absicht. Im Gegenteil – bitte meinen kompletten Post lesen.) Bei Parsons und Keaton ist eines jedoch auffällig: beide sind sich nicht nur optisch ähnlich. Beide gehören – und das ist durch Einschaltquoten bzw. damals durch Besucherzahlen des neuen Mediums Kino eindeutig belegt – zu den wohl erfolgreichsten Komikern ihrer Zeit. Und die Figuren, die sie verkörpern, sind in ihrer Charakteristik nahezu identisch.

Um daraus eine Gesetzmäßigkeit abzuleiten, müsste man vielleicht 60 Jahre in die Zukunft sehen können. Wird dann, wie auch immer humoristischer Zeitvertreib im Film aussehen mag, der Komiker, der mit Distanz zur Welt, Nerdhaftigkeit, emotionsarm, nicht selten Opfer von Streichen anderer – diese Figur jemals anders aussehen, als es Buster Keaton vorgegeben hat?

Ich gehe noch einen Schritt weiter: Ist Unterhaltung nicht immer nur die Paraphrasierung, die Wiederentdeckung schon längst bekannter, aufgedeckter Mechanismen? Und ist das entscheidende Element nicht immer die wieder und wieder ausgefüllte Lebhaftigkeit dieser wiederkehrenden Formen? STAR WARS oder HERR DER RINGE, Shakespear, Goethe oder Tolstoi – es geht immer um den wiederkehrenden Kampf von Gut und Böse, das tragische Scheitern von Helden, die kleinen Triumphe des Unscheinbaren und die Zusteuerung auf den retardierenden Moment, der den Zuschauer bei der Stange hält. Die Frage ist, ob einige dieser Ausformungen als Parameter optisch feststehen.

Ich behaupte: „Ja, das ist so.“ – Die neuen Medien werden auch in vielen Jahrzehnten die Mimik und die Form zeitgenössischen Humors in auswertbarer Qualität zeigen. Wir würden diesen Zusammenhang erkennen, gäbe es HD Aufzeichnungen von Tragödien oder Komödien aus früheren Zeiten. Diese Erkenntnis beschränkt sich auch nicht auf Jim Parsons. Sein Konterpart Johnny Galecki ist ein moderner Harold Lloyd. Ein unbeholfener intelligenter Mann im besten Alter, der es allen Recht machen will. Und sind die Two Men aus „Two & A Half Men“ nicht irgendwie eine Persiflage auf Laurel & Hardy? Ich habe trotz Recherchen keine Hinweise gefunden (vielleicht hat ein Leser meines Blogs einen passenden Hinweis): Aber ich könnte schwören, dass mindestens einer der Macher der aktuellen Comedy-Serien seine Referenzen aus Stummfilmen bezieht und die Schauspieler angeregt hat, sich diese Fetigkeiten abzugucken (so fern so etwas überhaupt möglich ist).

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