Auf meiner Insel 30

Die Wohnung hier hat ein Gästebuch. Bisher hatte ich dort noch nichts eingetragen – ein unhaltbarer Zustand für einen Dorfpoeten.

Ich fühlte mich also dazu berufen, kreativ zu werden (eine mehrmals täglich auftretende Erkenntnis). Für das nachfolgende Gedicht habe ich wieder das Motiv „Labyrinth ohne Wände“ herangezogen. Es passt ganz einfach zu den unendlichen Weiten hier. Aber dieses Motiv hat noch eine tiefergehende Botschaft. Ein Labyrinth ohne Wände entspricht sich öffnenden Horizonten und gleichzeitiger Orientierung.

Hier reicht Dir das Schöne der Welt

Irgendwo da draußen da ist das Meer
Und ich in diesem Refugium angekommen
Der Alltag hat nicht selten leer und schwer
das Wichtige an Gedanken uns genommen

Aber hier reicht Dir das Schöne der Welt die Hände
Nach dem Sonnenuntergang der Kerzenschein
Um uns unendliche Horizonte im Labyrinth ohne Wände
sie eröffnen sich Dir, bei einem Glas Wein

Das Schöne der Welt reicht Dir die Hände
unverirrt, hier – Labyrinth ohne Wände.

Den nächsten Eintrag gibt es erst wieder am Wochenende, wenn ich wieder zu Hause bin.

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