Yosemite

„Yosemite“ – oder auch OSX 10.10 – ist das zweite komplett kostenfreie Betriebssystem von Apple. Es wurde vor einigen Monaten auf der Entwicklerkonferenz in Kalifornien vorgestellt und wird wahrscheinlich in knapp zwei Wochen für alle MacUser zu laden sein. Apple hatte ja schon mit „Mavericks“ die Katzenviecher abgeschafft und benennt seine Betriebssysteme jetzt nach Regionen in den USA. „Yosemite“ ist der Name eines großen Nationalparks in Kalifornien.

Ich war neugierig und habe jetzt die vierte Beta Version installiert, die mit einer sogenannten „Golden Master“ Version identisch ist. Die Anzahl an Bugs und Fehlfunktionen sollte schon auf ein Minimum reduziert sein. Man kann also eine Installation auf einem produktions-unkritischen System wagen. Hier einige erste Eindrücke und Hinweise.

Yosemite iTunes
Das neue iTunes – schlichte Optik.

Installation
Um die Beta-Version zu laden, muss man sich auf der Apple Homepage mit seiner Apple-ID anmelden und bestätigen, dass man an dem Beta-Programm teilnehmen möchte. Apple macht den User auf den Beta-Status, Sicherungskopien etc. aufmerksam. Dann wird Yosemite ganz normal aus dem AppStore geladen und installiert. Die Größe des Downloads ist 5,6 GB. Die Installation braucht ca. 40 Minuten. Nach einem Neustart wird das System eingerichtet und da gibt es für alle, die mit LaTex arbeiten und das Texlive Paket installiert haben, etwas sehr Verwirrendes: der Mac zeigt fast eine Stunde lang “ … noch ungefähr eine Minute“ als verbleibende Installationszeit an. Meine Recherchen haben ergeben, dass dies mit dem TexLive zusammenhängen muss, da es unabhängig auf zwei Macs passiert ist. Auf beiden war das TexLive Paket installiert. In jedem Fall nicht in Panik geraten oder den Mac zum Neustart zwingen! Die Installation läuft durch – es dauert nur etwas länger. Wer das vermeiden möchte kann TexLive natürlich vor dem Upgrade deinstallieren.

Erster Eindruck
Nach einem Neustart erscheint der Anmeldebildschirm. Optisch an Yosemite angepasst gibt es aber hier nichts Spannendes. Nach der Anmeldung fallen zwei Dinge optisch sofort auf: Die neue Standardschriftart ist jetzt „Helvetica Neue“ und hat „Lucida Grande“ ersetzt. Derzeit laufen in den einschlägigen Foren heiße Diskussionen zu dem Thema. Ich glaube, es ist nur eine Sache der Gewöhnung. Optisch stimmig ist die Schriftart auf jeden Fall. Und das Dock sieht anders aus. Ich bin echt erleichtert, dass dieser 3D-Quatsch, den man unter Mavericks nicht umgehen konnte, endlich verschwunden ist. Die Icons im Dock sind bunt, detailliert, aber dennoch simpel gehalten.

Yosemite Dock
Das Dock in Yosemite – 3D war gestern

 

Yosemite Schrift
Die neue Standardschriftart ist „Helvetica Neue“ – gewöhnungsbedürftig.

Die optischen Änderungen sind auch die wesentlichen Änderungen in OSX. Unter der Haube wurden ja neue Frameworks wie HomeKit oder die Programmiersprache „Swift“ etabliert. Ich bin sicher, dass diese Änderungen in den kommenden Monaten die eigentlichen Vorzüge von OSX in den Vordergund stellen werden. Mit SWIFT werde ich mich noch sehr ausführlich auseinandersetzen. Ich bin mit „Objective C“ nie klar gekommen.
Eine weitere optische Neuerung ist der „Dark Mode“, der ja bei vielen Programmen (Lightroom, Coda, Pixelmator) schon vorgegeben ist. Menues und Dock werden in dunklen Farben dargestellt, was für einige User anscheinend ein besonderes Feature ist.

Yosemite Settings
Settings in Yosemite – hier lässt sich der DarkMode aktivieren


Stabilität
Die wichtigste Frage ist natürlich – läuft alles? Bisher eindeutiges „Ja“. Ich habe keine Abstürze erlebt. Kein Programm macht Ärger. Das ist erstaunlich, da die Entwickler erst jetzt für Yosemite optimierte Applikationen einreichen werden. Alle wichtigen Programme scheinen stabil zu laufen.
Den üblichen Ärger macht Flash. Das funktioniert zwar, scheint aber wieder den alten Bug mit extrem hoher Prozessorauslastung und langen Ladezeiten zu produzieren, zum Beispiel bei Video auf YouTube. Aber das sind MacUser gewohnt. Und außerdem, wer braucht schon Flash? Videos werden mehr und mehr über den HTML5 Standard integriert.

Vorzüglich ist iCloud Drive. Das ist ein Cloud Ordner, der jetzt genauso funktioniert wird Dropbox. Die Preise für iCloud hat Apple drastisch gesenkt. 20GB gibt es jetzt schon für 1,- EUR im Monat, 5GB sind kostenlos. iCloud Drive ist jetzt Teil des Finders und steht nach eine Konfiguration von einigen Minuten zur Verfügung. Ob das so zuverlässig läuft wie Dropbox wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Aber nicht nur Dropbox läuft Gefahr, überflüssig zu werden. Auch Hilfsprogramme wie „Alfred“, mit dem man bisher sehr schnell Suchergebnisse anzeigen lassen konnte, wird durch eine neue Suche ersetzt. Gibt man dort ein Schlüsselwort ein, werden sofort Vorschauen der lokalen Dokumente, aber auch Einträge im Lexikon oder Internetseiten angezeigt. Diese Suche war bisher sehr schlicht und langsam links oben in der Taskbar – jetzt erscheint sie zentral auf dem Bildschirm – eben genau wie das Tool „Alfred“, das ich schon vom Mach entfernt habe.

Yosemite Suche
Neue Suche in Yosemite. CMD-Space zentriert die Suche auf dem Bildschirm.

Hier gibt es weitere Infos zu Yosemite. Erscheinungstermin von Yosemite ist vermutlich der 21. Oktober 2014. An diesem Tag stellt Apple mal wieder neue Produkte vor – der Release von Yosemite bietet sich dann an.

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