Daher die Bezeichnung „SMART“-Phone

Wenn das so weiter geht … wenn es wirklich so endet, wie es sich ankündigt, dann wird es im Nachhinein wie ein ganz makaberer, dümmlicher Blondinenwitz sein. Aber vieles deutet darauf hin.

Bis 8:30 Uhr ist es erlaubt, mit dem Fahrrad durch die Fußgängerzone zu fahren. Allmorgendlich kommen mir immer dieselben Menschen entgegen. Die Arbeiter von der Straßenreinigung, die in der Fußgängerzone aufräumen, ein Schlipsträger holt sich einen „Coffee To Go“ aus der Bäckerei und der Typ vom Obstladen nimmt die ersten Lieferungen an.

Auf Anhieb fallen mir sofort drei junge Damen ein, die mir völlig schmerzfrei vor das Fahrrad laufen würden, wenn ich nicht für sie mitdenken würde. Sie schauen paralysiert auf ihr Smartphone und bewegen sich so durch die Welt.

Für eine von ihnen muss die Band INXS zu einer Zeit, in der es noch keine Handys oder Smartphones gab, den Song „Suicide Blonde“ (Hier klicken) geschrieben haben. Sie schaut an einer roten Fußgänger-Ampel einer Hauptstraße nur kurz auf, ignoriert die Farbe der Ampel und geht weiter. Das geht meistens gut – aber mit einer gefühlt größer werdenden Wahrscheinlichkeit, kommen die Autos näher. Manche hupen, wenn sie knapp an ihr vorbeifahren. Und ich sage mir, wenn sie noch Zeit für das Hupen hatten, dann war es noch nicht knapp genug.

Ich habe auch mal darauf geachtet, ob ich hier irgendwelchen Klischees zum Opfer gefallen bin. Es sind tatsächlich ausnehmend Frauen, blonde Frauen, die so dumm sind. Ich will mich auch nicht als superschlauen Weltbeobachter aufspielen, besonders ´smart´ – diesmal ausnahmsweise nicht.

Ich frage mich nur, welche Informationen könnten auf einem Smartphone sein, die wichtiger sind, als das eigene Leben? Mir fällt nichts dazu ein. Deswegen kann es nur auf einen dummen Blondinenwitz hinauslaufen:

„Starrt ´ne Blondine auf ihr Handy, geht bei rot über die Ampel und wird totgefahren. Was stand in der SMS, die sie zwei Sekunden zu spät erreicht hat?“


Absender unbekannt. Hätte aber von mir sein können.

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