Deswegen eine Insel

Es ist, als würde die wirkliche Welt nur noch leise schallen, durch den Lärm, durch all die unwirklichen Geräusche. Was immer man auch davon halten mag – es ist ein Lockruf.
Ein stiller Lockruf der Vernunft. Ein stiller Aufruf zur Besinnung auf Wesentlichkeiten.
Es ist keine Flucht. Es ist Heimkehr. Heimkehr ist die Umkehr von dem, was uns durch uns selbst von den Wesentlichkeiten entfremdet.
Ein Domizil. Eine offene Burg. Ein Loslassen im Festhalten. Die Umkehr ist ein Abtauchen in das uns umgebende Meer von Wesentlichkeiten. Etwas, das wir tagtäglich nicht erkennen, weil wir uns hilflos, halb ertrinkend an der Oberflächlichkeit festhalten.
Ein Domizil für ein Wiedererlangen eines Überblicks. Ein selbstverständliches, immanentes Katographieren eines überschaubaren Abschnitts des eigenen Lebensweges.
Der Ort unendlich ergiebigen Luftholens. Dieser Blick nach draußen, zu den anderen Inseln, zum Festland, die Nähe zum Wind und zu den Wellen. Wer also mal Probleme hat, dem Modewort Selbstfindung einen wirklichen Wert zu geben, dem kann gewiss Abhilfe geschaffen werden. Die Selbstfindung wartet hier. Sie war schon immer hier, sie wird immer hier sein. Sie wartet zwar nicht auf Dich, aber sie versteckt sich auch nicht. Früh aufstehen, Türe auf, Luft hereinholen. Und dann raus an den Strand, den Saum der Selbstfindung ablaufen und innerlich mit dem Finger auf Dich zeigen. Du bist, was Du bist.

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