Seele baumelt.

Die Zeit, in der der Akku aufgeladen wird. Jener Innere, welcher Kraftquelle für dort liegenden Kompass ist. Wenn die Seele baumelt, wird das Gemüt eingeordnet. Diese Zeit ist die Reise zu einer Suche. Der Schatz an den Enden des Regenbogens. Ja, da wird jede Metapher zu klein. Da steigt der Anspruch des Dorfpoeten, wieder neue lyrische Bilder zu finden. Sie sind hier versteckt, wie der Sand am Meer. Manche Bilder lassen wir aus. Selbstfindung. Oder so etwas. Ist zu billig. Lassen wir weg.
Die Phantasie erlaubt die Spurensuche – zuerst erlischt, beim ersten Baumeln der Seele, die dumpfe Uninspiriertheit. Sonnenuntergänge haben wieder Geltung. Sind nicht mehr länger die Vorboten eines neuen Tags im Alltag. Sind nicht mehr länger stummer Abgesang einer Tretmühle. Wenn die Seele baumelt, dann nicht wie an einem Strick, nein vielmehr zehenspitzfindig, touchierend, eine Oberfläche. Was zugleich den Wind aufleben lässt. Ja, besonders die kalten Jahreszeiten sind schön, höchstens ein bisschen Vorfrühling gönne ich meinem Gemüt, bis hin zum Kitsch: Der Tee, der Rotwein, der Kerzenschein. Es gibt Orte, die sind so schön, die zeigen wie selbstverständlich, welche Spuren zu einem Plan führen, und von ihm weg, wieder zur inneren Ruhe. Ich kriege einen Plan von mir, einen Weg, wieder die Worte zu finden, von denen ich noch nicht gewusst habe, dass sie mir abhanden gekommen waren.
Nachzudenken
Über das was man hinterlässt
Ist größer
als jeder andere Gedanke
Ist wichtiger
als alles jemals Gedachte
Ist wichtiger noch
als die Spuren selbst
Die eigenen Spuren zu lesen
Lehrte mich die Insel
Und ich verirrte mich gerne
Im Labyrinth ohne Wände
Einen Ausgang
gibt es nicht
Nur die Mitte

Nur die Ruhe.

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