Die schlimmste Zeit meines Lebens – Teil 7

Drei Schritte vor, zwei zurück

Allmählich gewinne ich die Oberhand. Die Oma mit dem Rollator überholt mich nicht mehr. Ich gewinne jetzt das Rennen in der Fußgängerzone 🙂 Und ich achte jetzt wieder auf andere Dinge. Wie zum Beispiel auf meine Jogginghosen, die man an den Seiten per Reißverschluss aufmachen kann. Meine „Zauberhose“, wie ich sie liebevoll beim „Unten-Rum-Freimachen“ in der Physio-Kabine nenne und was eine Mischung aus Neugier und Rätselhaftigkeit in die Gesichter der Damen dort zaubert. Eben eine „Zauberhose“. Leider sieht sie an mir aus wie eine „Murat-Schnellficker-Butz“ wie sie in den diversen Fitnessstudios dutzendfach getragen wird. Passt nicht so ganz zu mir.

Drei Schritte vor, zwei zurück – so geht es mir eigentlich seit Wochen. Da war nach sechs Wochen stillhalten der Teil vorbei, bei dem die Beine wie verrückt anschwellen und ich ständig die Beine hochlegen musste. Das habe ich zumindest gedacht. Aber das war ein Trugschluss. Der gleiche Mist geht wieder von vorne los. Jetzt, wo ich die Kniegelenke bewegen und zum Teil auch wieder belasten kann. Dazu kommt eine allgemeine Schlaffheit und ich muss mich zur zweiten Trainingseinheit am Abend immer erst aufraffen. Der Grund dafür ist klar – jetzt werden die Abfallstoffe in den verletzten Teilen des Beines abtransportiert, die bisher verschont geblieben waren. Ich hatte gehofft, dass ich jetzt nur noch ein „mechanisches Problem“ mit den Beinen hätte. Aber dem ist nicht so.

Plötzliche Druckschmerzen

Gegen Ende der letzten Woche habe ich eigentlich ganz gute Fortschritte gemacht. Nachts merke ich kaum noch die Gelenke. Ich kann mich gut auf die Seite drehen und habe kaum Schmerzen. Auch morgens nach der ersten Übungsphase fühlten sich die Beine sehr gut und „weich“ an. Dann aber, am letzten Wochenende, fühlte sich vor allem das rechte Knie nicht gut an. Es wurde wieder dick und ein dumpfer Schmerz machte sich breit. Die oben beschriebene Situation mit dem Anschwellen des Beines wurde extremer. Ich habe mich natürlich gefragt, was ich falsch gemacht habe und habe erst eine ganze Weile gebraucht um herauszufinden, wo der Fehler lag: Ich habe herausgefunden, dass ich jetzt meine neue Sitzhilfe nutzen kann. Zwar noch nicht in voller Höhe – ich sitze mehr auf diesem Hocker, als dass ich stehe – aber ich merke schon jetzt, wie ich in eine aufrechte Haltung gezwungen werde. Tolle Sache – das nutze ich jetzt für die kreativen Zeiten am PC. So habe ich gedacht … nach zwei Tagen der Nutzung dieser Sitzhilfe, hatte ich im rechten Bein, dass ich gewohnheitsmäßig zum ausbalancieren nehme, diese dumpfen Druckschmerzen im Knie und auch im Oberschenkel. Ich habe die Sitzhilfe erstmal wieder unter den Schreibtisch verbannt. Die Art und Weise, wie ich die Beine in diesem Steh/Sitz Konstrukt derzeit verwende, scheint etwas kontraproduktiv zu sein. Einige der Muskeln müssen erst besser trainiert sein. Nachdem ich wieder auf den Rollstuhl umgestiegen bin, hat der Schmerz sofort nachgelassen. Vermutlich hat das auch etwas zu damit zu tun, dass man diesen Rollstuhl endlich verbannen möchte – als Zeichen der Genesung.
Denn ich schaffe es jetzt in das Bett und aus dem Bett heraus komplett ohne Hilfsmittel. Bisher habe ich immer die Sofakissen genommen, aber es geht jetzt ohne. Ich brauche nur für einen kurzen Moment einen Halt, um mich hochstemmen zu können. Das klappt, weil ich beide Gelenke ja schon zu einem geringen Winkel beugen kann und weil ich in den letzten Wochen richtig viel Kraft in den Armen bekommen habe. Bei solchen Fortschritten, die den Alltag immer „normaler“ erscheinen lassen, möchte man auch so etwas wie einen Rollstuhl eben so schnell wie möglich aus dem Sichtfeld verbannen. Aber das war ein wenig zu früh. Also man merke sich: zwei Stunden und mehr mit leicht gekrümmten Kniegelenken zum Abfedern auf einer Sitzhilfe ist keine gute Idee, auch wenn man das zunächst so denken mag.

Der fehlende Gleichgewichtssinn

Eine weitere Sache ist mir aufgefallen. Erst die Befragung von Google hat mir dafür eine vernünftige Erklärung geliefert. Ich habe zwar noch die Orthesen an den Beinen, aber dadurch dass die Gelenke und auch die genähten Sehnen jetzt wieder aktiv sind, neige ich automatisch dazu, wieder das gewohnte Gangbild zu entwickeln. Zwar mit Krücken, aber die Schritte sehen schon wieder ganz normal aus und ich rolle den Fuß nach vorne ab, was eben nur mit diesen Sehnen geht.
Ich musste dann feststellen, dass ich beim Gang durch unsere Fußgängerzone eine Art Unsicherheit, beinahe Schwindel entwickele. Wir haben in der Fußgängerzone eine kleine Brücke, die über eine Straße verläuft und den Teil des Bahnhofs und der Post mit der eigentlichen Fußgängerzone verbindet. Man geht auf dieser Brücke zunächst ein wenig bergauf und dann bergab. Aus einem mir zunächst unerfindlichen Grund fühlte ich mich bei jeden Schritt dort total wackelig und unsicher, obwohl es keinen objektiven Grund dafür gab.
Meine Recherchen haben dann aber etwas sehr interessantes ergeben: in der Quadrizepssehne gibt es Rezeptoren, die mit dem Gleichgewichtssinn verbunden sind. Durch meinen Unfall und die OP sind ein Teil dieser Rezeptoren beschädigt oder zerstört. Auch diese werden erst neu gebildet und bis dahin meldet das Gehirn einen wackeligen Untergrund, auch wenn dem nicht so ist. Als ich das herausgefunden hatte war mein nächster Gang über diese kleine Brücke sehr viel zielsicherer. Mit dem Wissen, dass nichts kaputt ist und alles OK, muss man sich schlicht und einfach mehr auf den Gang konzentrieren. Dieser Unsicherheit wird sich in Kürze aufgelöst haben.

Alles in Allem: Deutliche Verbesserungen

Jetzt, am Ende der zweiten Woche in Phase II und in der neunten Woche nach der OP, muss ich aber bei all den genannten Einschränkungen doch sagen, dass sich meine Lage deutlich zu verbessern beginnt. Das merke ich vor allem morgens, wenn ich für die erste Trainingseinheit die Orthesen abnehme und das rechte und das linke Knie wieder halbwegs normal aussehen. Das sind keine runden, dicken, blutunterlaufenen Klumpen mehr – nein sie sehen fast normal aus. Auch die Kniescheiben kann ich bei der Massage der Narben und der operierten Stellen (muss vor jeder Übung intensiv gemacht werden, damit sich das verhärtete Gewebe da drunter immer wieder lockert) wieder hin- und her bewegen. Das Spannungsgefühl und der Druck in den Gelenken ist nach wie vor da, lässt sich aber, auch bei den Übungen, mehr und mehr aushalten. Die Mini-Kniebeugen sind jetzt weicher und es kommt eine kleine kraft-gesteuerte Kontrolle zurück. Auch die ersten Versuche, beim Treppesteigen ein wenig Belastung auf das Knie zu bringen, funktionieren. Sehr eingeschränkt und bei der vollen Verlagerung des Gewichtes schlägt das Knie nach vorne ein wenig unkontrolliert aus – aber das wäre noch vor zwei Wochen gar nicht denkbar gewesen.

Die Schwellungen gehen zurück – die Gelenke werden weicher. Das Knie ist wieder ein Knie und sogar die Kniescheibe lässt sich wieder bewegen.

90° sind angepeilt

Jetzt, nach zwei Wochen Training steht die Umstellung der Orthesen auf 90° an. Das habe ich mit der Orthopädin so abgesprochen. Das ist schon ein gewaltiger Schritt und führt uns an das Ende der Fahnenstange was den Sinn und Zweck der Orthesen angeht. Mehr als 90° sind nicht einstellbar, d.h. wenn ich damit in einigen Wochen an meine Grenzen komme, ist der nächste Schritt die „Abgewöhnung“ der Orthesen. Denn sie haben dann keine Funktion mehr.
„Abgewöhnung“ ist auch das passende Stichwort. Sowohl Orthopädin als auch Physiotherapeutin animieren mich dazu, mich auch mal ohne Orthesen zu bewegen. Der erste Schritt ist das Weglassen der Orthesen bei Nacht. Auf meine Frage, ob das sicher sei und da nichts passieren könne – etwa bei ruckartigen Bewegungen während eines Traums – bekam ich als Rückmeldung, dass die Sehnen jetzt, acht Wochen nach der OP, solche Belastungen im Liegen aushalten müssen. Mal abgesehen von den wilden Träumen, die man haben müsste um im Liegen die Sehen wieder reißen zu lassen 🙂
Ich bin auch schon einige Male mit „nackten“ Beinen durch die Wohnung gelaufen. Das fühlt sich sehr befreiend an, aber es ist ein mulmiges Gefühl dabei. Obwohl auch das Unsinn ist. Ich hatte jetzt schon einige ruckartige Knickbewegungen mit den Beinen und es ist absolut nichts passiert. Mein Plan ist daher weiterer Muskelaufbau in den kommenden zwei Wochen mit 90° und dann, beginnend mit November, ein langsames „Abgewöhnen“ der Orthesen. Ich trage diese dann nur noch außerhalb der Wohnung und dann auch über der Hose. Langfristig werde ich mir kleine Knieschoner anschaffen, die mehr einen psychologischen, als einen stabilisierenden Effekt haben.
Die fehlenden 90° Limitierungsbolzen musste ich übrigens als Gesamtpaket mit allen anderen Bolzen im Internet bestellen. Meine Anfragen bei Hersteller und Sanitätshaus hatten keine praktische Hilfe zur Folge. Entweder gab es gar keine Antwort oder nur Standard-Bla-Bla. Da ich mich aber jetzt nicht tagelang auf solche Rückfragen einstellen kann – ich will schließlich im Genesungsprozess vorankommen – habe ich das selbst in die Hand genommen, was aber auf meine Kosten geht. 90,- EUR für vier kleine Stücke Metall. Ärgerlich. Aber ich weiß dank dieses Lehrgeldes um welche Firmen ich in späteren Zeiten bei meinem nächsten Gebrechen einen großen Bogen machen werde …

Vier von diesen kleinen Metallstücken haben gefehlt – und die kosten richtig Kohle

Zurück ins Berufsleben

Mit dem Arbeitgeber, der Ärztin und der Krankenkasse wurde jetzt auch ein Wiedereingliederungsplan in das Berufsleben festgelegt. Ich habe das große Glück, dass ich von zu Hause aus arbeiten kann. Damit werde ich kommende bereits beginnen. Zunächst nur stundenweise und mit einer Steigerung in einigen Wochen. Ab Dezember, so der Plan, bin ich dann wieder Vollzeit im Homeoffice und ab Januar dann auch wieder richtig vor Ort im Büro. Allerdings strebe ich durchaus an, bereits im Laufe des Dezembers wieder vermehrt in das Büro zurückzukehren. Die Homeoffice-Zeiten kann ich dabei flexibel an meinen Physio-Terminen, die in den kommenden Wochen sehr viel häufiger stattfinden werden, anpassen.

Es geht wieder los …

Die schlimmste Zeit meines Lebens – Teil 6

Phase 2 hat begonnen

Die Krücken sind (fast) nur noch Staffage

Man kann meine Genesung in drei Phasen zu je sechs Wochen einteilen. Die erste Phase mit der kompletten Ruhigstellung ist jetzt vorbei. Das erste positive Ergebnis: die Orthesen sind jetzt auf 60° eingestellt. Ein erhebliche Erleichterung! Die völlige Steifheit zuvor hat bewirkt, das überall an den Verschlüssen der Orthesen Druckstellen entstanden sind. Mein Beine sind übersät von kleinen blutigen Stellen, die nur schwer verheilen, da ich die Verschlüsse ausreichend fest ziehen muss. Mit den 60° bewegen sich die Orthesen jetzt mit – das ist erheblich angenehmer.
Ich habe jedoch feststellen müssen, dass in der Box für das Zubehör der Orthesen das Scharnier für 90° fehlt. Ich vermute, dass der Techniker, der mir vor sechs Wochen die Orthesen angelegt hat, dieses Scharnier benutzt hatte, um mir die Einstellungen zu demonstrieren. Da müssen diese Scharniere verloren gegangen sein. Ich habe daher heute den Hersteller gebeten, mir Ersatz zu schicken. Ich hoffe, dass dieser in zwei Wochen da ist, denn dann steht dieser Schritt der Einstellung für mich an.

Jetzt wird es schmerzhaft

Die Übungen, die bisher nur simpel waren und nur aus einem leichten Anziehen der Beines im Liegen bestanden, werden jetzt konkreter, anstrengender und auch schmerzhafter. Eine Übung besteht unter anderem darin, an einer Wand zu stehen und mit einer Kniebeuge zu beginnen. Ich bin natürlich weit davon entfernt, eine echte Kniebeuge machen zu können, aber schon der Ansatz ist extrem schwer. Knickt man das Bein zu tief, dann knickt es weg und die Kraft geht in die Orthese. Ich mache also nur eine Fünftel-Kniebeuge und das ist schon anstrengend genug. Man spürt eine starke Spannung im Oberschenkel und die Kniee tun dabei richtig weh. Denn die Narben und das darunter liegende Gewebe geben eine enorme Spannung zurück. Aber genau das Auszuhalten ist das Entscheidende in den nächsten Wochen. Genau diese Bewegungen müssen gemacht werden. Wie sieht das praktisch aus? Immer wenn ich an meiner Wohnzimmertür vorbeigehe, stelle ich mich davor und mache diese Kniebeugung 8-10x hintereinander. Im Hintergrund stützt mich die Tür – der Oberkörper muss gerade sein. Jedes Mal fühlt es sich an, als seien die Kniee in Zement gegossen. Gleichzeitg merke ich aber, dass sich auch hier das Knie über die Bewegung freut. Vor allem nach diesen Übungen fühlt sich alles ein wenig „weicher“ an.
Verantwortlich für diese Verhärtungen ist ein natürlicher Prozess, der einem Stoff namens „Fibrin“ geschuldet ist. Der bildet sich bei großflächigen Wunden und ist äußerlich immer als eine Art weiße Verkrustung in der Narbe erkennbar. Unterhalb der Haut gibt es diesen Stoff jedoch auch und er verhärtet alle Bereiche, die zum Beispiel nach einer OP nicht in Bewegung sind. Wie eben auch meine Beine, bzw. deren Kniee, die sechs Wochen lang völlig ruhig gestellt waren. Diese Kruste immer wieder mit Übungen aufzubrechen ist das, was Schmerzen erzeugt und die Bewegungen so schwierig macht. Dabei ist das ein sehr natürlicher Prozess. Gäbe es keinen Chirurgen, dann würde der Körper das unnütze Kniegelenk versteifen. Gegen dieses natürlichen Prozess muss man nun angehen. Im Moment sind die Entzündungen und diese natürlichen Prozesse noch dominierend. Je mehr Bewegung hinzukommt, desto mehr verlangsamt man diesen Teufelskreis und kehrt ihn schließlich nach einer gewissen Zeit um.
Obwohl ich diese Übungen jetzt noch nicht so lange mache, ist bereits ein kleiner Fortschritt zu spüren. Die ersten paar Zentimeter der Beugung gehen einfacher und bei einem langsamen Zurückstrecken des Beines ist nicht mehr nur ein unkontrolliertes Zucken im Oberschenkel zu spüren – in ganz kleinem Umfang kann ich die Kraft schon wieder ein wenig kontrollieren.
Die zweite tägliche Übung, morgens und abends mit abgelegten Orthesen im Bett liegend, ist noch ein wenig anstrengender. Mit Hilfe eines FlexBandes, dass ich um den Fuß gelegt habe, ziehe ich ein Bein nach oben, spanne das Band und drücke das Bein gegen die Spannung. Je höher das Bein, desto einfacher, aber auch für diese Streckung brauche ich schon die Quadrizepssehne. Das ist sehr anstrengend und ich schaffe vielleicht fünf bis acht kontrollierte Bewegungen pro Bein, bevor ich eine Pause machen muss. Aber auch hier wird schnell klar, dass diese Übungen genau die sind, die die verkümmerten bzw. verkrusteten Regionen im Knie reaktivieren. Das sind kleine Schritte, die mich in zwei Wochen zu einer Beugung von 90° führen und damit einen Treppenaufgang mit Kniebeugung ermöglichen werden. Ist dafür genug Kraft vorhanden, dann wartet kurze Zeit später der Heimtrainer.

Anstrengend und schmerzhaft – Übungen zum Strecken des Beines

Nachtrag dazu: es ist nicht leicht, die Übungen richtig zu dosieren. Gestern ist meiner Physiotherapeutin aufgefallen, dass die Knie sehr heiß waren, was auf eine leichte Entzündung hindeutet. Ich muss tatsächlich sagen, dass ich an dem Tag zuvor sehr oft die beschriebene Beugeübung gemacht habe und auch sonst sehr aktiv war. Ich war an diesem Tag zweimal mit Krücken in der Stadt und bin jeweils durch die komplette Fußgängerzone gelaufen. Man muß also unterscheiden zwischen einer körperlichen Erschöpfung, die ich erst am Abend gespürt habe und einer Erschöpfung der Gelenke. Auch wenn man glaubt, man könne noch weiter aktiv sein – die Gelenke haben irgendwann genug und kommen mit dem Abbau der Abfallstoffe nach den Übungen gar nicht hinterher. Meine Schlussfolgerung daraus: man sollte die Übungen nicht permanent bei jeder Gelegenheit machen, sondern nach festen Zeiten und die wichtigen Ruhepausen einhalten.

Die schlimmste Zeit meines Lebens – Teil 5

Lichtblicke und ein neuer Arbeitsplatz

Als ich Anfang der Woche in meiner Pysio-Praxis war, hat mich einer der Praxisinhaber mal richtig „rangenommen“. Abseits der sanften Lymphdrainage hat er beide Beine richtig durchgeknetet und zwar genau an den verhärteten Stellen und den Narben. Das verursacht keine Schmerzen, ist aber unangenehm und deutet auf das momentan aktuelle Problem hin: durch die sechs Wochen komplette Ruhe des Gelenks sind Kniescheiben und Muskeln regelrecht verhärtet und verklebt. Durch die Nicht-Nutzung des Gelenks findet dort auch kein Stoffwechsel statt. Nach Meinung dieses Physio-Thearapeuten ist die Vorgabe des Operateurs, das Gelenk gar nicht zu beugen, falsch – eine passive Beugung ab der zweiten Woche hätte einiges vereinfacht.

Die Narben sehen auf diesem Foto martialisch aus – sind aber sehr gut verheilt. Man sieht deutlich die Lücke über den Knien und die Druckstellen der Orthesen.

Als würde man eine Suppe mit einer Gabel essen

Ich kann das natürlich nicht exakt beurteilen kann aber sagen, dass nach fast sechs Wochen Ruhe eine Beugung der Kniee richtig gut tut. Es ist ein entspannendes Gefühl, befreiend, aber eben nichts substanzielles. Auch wenn ich ein Knie um 60° passiv beugen kann – es hält keinerlei Belastung ohne Orthese aus. Zwischen dem Knie und dem Oberschenkel, genau dort, wo die Quadrizeps-Sehne liegt, ist eine Lücke. Es sind keine Muskeln mehr dort vorhanden und es ist einleuchtend und ernüchternd zugleich. Da liegt noch ein richtig weiter Weg vor mir.
Die ersten Übungen sind nur möglich, weil mir ein wenig die Angst genommen wurde. Ich habe die letzten Wochen gedacht, dass jede Knickbewegung schädlich ist und unbedingt vermieden werden muss. Wenn ich einen Druck und einen Widerstand im Knie spüre, dann seien das die vernähten Fiberglassfasern und das zu spüren sei nicht gut – alles Blödsinn. Was ich da spüre sind die Verklebungen und Verhärtungen. Mit diesem Wissen traue ich mich jetzt, im Bett liegend die Orthesen komplett abzunehmen. Auf dem Toilettenstuhl neben dem Bett eine Schüssel Wasser, was zum Eincremen, Duschgel und einen Lappen. Da die Orthesen auch allmählich zu müffeln beginnen, mache ich diese nach meiner Eigenmassage immer sauber. Und dann beginne ich meine Übungen, die nur aus der „Fusspumpe“ (= vor und zurück eines Fußes mit dem Sprunggelenk) und einem ganz leichten Beugen des Knies durch Anziehen der Fersen an den Körper besteht. Das ist eine minimale, wohltuende Belastung der Kniegelenke und initiiert einen minimalen Muskelaufbau. Das ist andererseits auch langweilig und langatmig. Schaue ich morgens bei diesen Übungen auf meine Beine, dann sind sie wie Strohhalme, mit dieser riesigen Lücke über dem Knie. Aus diesen Übungen Muskeln aufbauen zu lassen – das ist als würde man eine Suppe mit einer Gabel essen. Einer kleinen, mickrigen Kuchengabel. Was für ein zähes, langwieriges Unterfangen! Ich kann mir derzeit gar nicht vorstellen, wie in diesem Tempo irgendwann einmal der Punkt erreicht werden kann, sich auf einen Hometrainer zu setzen. Aber ich bin ja auch erst ganz am Anfang.

Zu den Terminen fahre ich nach wie vor mit dem Bus, zu dem ich auf Krücken gehe. Zurück gehe ich dann immer zu Fuß. Heute musste ich diese Tour zweimal machen, da ich morgens beim Hausarzt gewesen bin – meine Blutwerte wurden geprüft, insbesondere auf Thrombozyten (alles optimal) – und nachmittags dann zur Physio-Praxis. Diese beiden Touren machen zusammen ca. 2 km Laufweg aus und das ist echt anstrengend. Zusammen mit den Übungen und dem Physio-Training geht das an die Substanz. Ich bin abends richtig müde und schlafe wie ein Stein. Schlafen kann ich also sehr gut, was auch daran liegt, dass ich jetzt weiß, dass der Druck im Knie nichts mit den Nähten in der Sehne zu tun hat, sondern Teil des Heilungsprozesses ist. Mit einem Kissen zwischen den Beinen kann ich jetzt auch ganz gut seitlich schlafen.

Neuer Arbeitsplatz

Wie schon angekündigt habe ich zu Hause meinen Schreibtisch und meinen Arbeitsstuhl gegen ein neues Setup eingetauscht. Dank zweier lieber Freunde war ich nicht alleine beim Aufbau dieses neuen Arbeitsplatzes (Herzlichen Dank an Franky & Papa!). Diese Sätze sind übrigens die ersten, die ich mit diesem Setup schreibe – der erste Eindruck ist der positiv.

YoYoDesk

Das ist kein höhenverstellbarer Schreibtisch, sondern ein höhenverstellbarer Aufsatz auf einen vorhandenen Schreibtisch. Das gibt mehr Flexibilität und ist weniger aufwändig als ein komplett neuer Schreibtisch. Allerdings nicht unbedingt günstiger. Zunächst war ich etwas enttäuscht, denn es wurde der falsche Aufsatz geliefert. Allerdings stellte sich das nach kurzer Überlegung als Glücksgriff heraus – auf meinem Modell des Aufsatzes konnte ich meinen vorhandenen Monitorarm anbringen und und so weiterhin zwei Monitore gleichzeitig nutzen. Das ursprünglich angedachte Modell sollte für große Menschen besser geeignet sein – ich bin jedoch mit diesem Modell zufrieden. Ich kann im Stehen arbeiten, aber eben auch mit meiner neuen Sitz- bzw. Stehhilfe.

Aeris Muvman

Diese neue Stehhilfe ist zunächst ziemlich gewöhnungsbedürftig. Es ist kein klassischer Hocker, aber auch kein Stuhl. Es ist wie ein „Stock im Arsch“ mit Polsterung 🙂 Man „sitzt“ damit aufrecht und es kommt meinen zu streckenden Beinen entgegen. Er ist so konstruiert, dass er eben nicht zum Draufsitzen verleitet. Zum Aufstehen brauche ich derzeit die Krücken und das ist im Moment noch etwas unsicher, da ich die Gegenbewegung zum Abfedern noch nicht machen kann. Da der Tisch sich aber auch noch höher einstellen lässt, kann ich auch sehr gut im Stehen arbeiten. So hat es übrigens auch der bisher letzte deutsche Literaturnobelpreisträger gemacht. Günter Grass hat alles seine Bücher, seine Zeichnungen und Skulpturen im Stehen erschaffen. Ein gutes Vorbild 🙂

Mehr Beinfreiheit – ein erster echter Lichtblick

Am Ende dieser Woche habe ich mich auf eine Sache im Besonderen gefreut: meine Orthesen habe ich nach Anweisung der Orthopädin jetzt von 0° Beugung auf 30° Beugung eingestellt. Und wenn ich damit gut klarkomme, dann kann ich bereits in zwei Tagen auf 60° erhöhen. Ich habe heute die 30° eingestellt und es ist eine Wohltat. Ein erster richtiger Lichtblick! Endlich gibt es keine fiesen Druckstellen mehr an den Beinen, da die Orthesen jetzt natürliche Bewegungen mitmachen. Wenn ich am Sonntag 60° einstelle, dann werde ich vermutlich heulen vor Glück. Das bedeutet schon eine enorme Verbesserung. Es ändert zwar nicht so viel im Alltag – für richtige Verbesserungen braucht es mehr als 90° – aber die Bewegungen werden dadurch sicherer. Bei meinem nächsten Weg in die Stadt werde ich die Krücken nur noch für den Notfall im Rucksack mitnehmen. Ich kann mich jetzt sicher ohne Krücken bewegen.
Technisch ist das übrigens sehr raffiniert gelöst. Die Orthesen haben jeweils links und rechts ein Scharnier mit einem Sicherheitsverschluss. Darin können Bolzen mit einer entsprechenden Gradzahl eingelegt werden. Ist das gemacht und man hält die Orthese fest, dann erkennt man sofort, dass das Scharnier mehr Spiel hat. Legt man die Orthesen wieder an, dann zeigt sich dieser Spielraum sofort in mehr Beinfreiheit.


Ich kann gar nicht beschreiben, wie angenehm es sich anfühlt, das Knie jetzt wieder ein wenig zu bewegen. Es ist, als würden die Beine mit jeder Bewegung ein „Danke“ an mein Gehirn senden. Obwohl man Muskeln wieder anspannt ist es ein entspannendes Gefühl. Auch das Sitzen ist jetzt wieder angenehmer. Nächstes Ziel sind Mitte Oktober 90° und dann geht es an den entscheidenden Teil und richtig massiven Muskelaufbau. Irgendwann jenseits der 90° wartet dann der Hometrainer. Und meine altbekannte Kloschüssel hat sicher auch schon Sehnsucht nach meinem Hintern 🙂

Die schlimmste Zeit meines Lebens – Teil 4

Es geht bald los …

Die Warterei hat ein Ende

Noch knapp eine Woche und dann sind die sechs Wochen Exil in steifen Beinen vorbei. Zumindest teilweise. Es ist ja leider nicht so, dass ich die Orthesen ablegen kann und dann mit einem Triathlon beginnen kann. Es beginnt ein langer Prozess, bei dem die Belastung der Beine und der Grad des Anwinkelns des Kniegelenks langsam gesteigert werden.
Meine Physiopraxis hat inzwischen ausreichend Termine für Oktober und November blockiert, d.h. ich bin dort voll eingeplant. Das war vor zwei Wochen, als ich überall rumtelefoniert habe ein echtes Trauerspiel. Da bin ich erleichtert. Und vor allem freue ich mich darauf, jetzt auch aktiv werden zu können.
Anfang kommender Woche bin ich beim meinem Hausarzt, der über eine Blutabnahme die Thrombozyten checkt. Ich muss ja seit der OP jeden Tag eine Spritze selbst setzen, die eine mögliche Thrombose verhindern soll. Diese kann aufgrund der eingeschränkten Bewegung entstehen. So lässt sich feststellen, ob diese Spritzen weiterhin nötig sind.
Ende der Woche bin ich dann bei der Orthopädin, die dann mit mir die Strategie durchgehen wird. Wenn die Therapie so verläuft, wie ich es schon häufiger gelesen habe, dann wird alle zwei Woche die Orthese um 20° freigegeben. Das würde theoretisch bedeuten, dass ich in weiteren sechs Wochen eine Beugung erreicht hätte, mit der eine Pedalumdrehung auf einem Heimtrainer möglich wäre. Ist dieser Punkt erreicht, dann geht das Training weiter, aber ich hätte den kritischen Moment meiner Wiedergeburt erreicht. Das wäre dann Mitte / Ende November – gut drei Monate nach der OP.

Offene Augen

Ich habe ja zwischen den Zeilen schon immer wieder anklingen lassen, dass viele Veränderungen notwendig sind. Mein Couchpotatoe-Dasein gehört der Vergangenheit an und darüber hinaus wird sich meine Einstellung zu vielen Dingen massiv geändert haben. Das liegt unter anderem daran, dass ich sehr viel bewusster Dinge und Menschen wahrnehme, als vor meinem Treppensturz. Wer achtet beim Busfahren schon auf Barrierefreiheit und die ebenerdigen Haltestellen? Meine Wege durch den Ort wähle ich nach der Länge von Grünphasen an Ampeln, der Höhe von Bordsteinen und der Beschaffenheit von Gehwegen aus. Das Türaufhalten, wenn mich Menschen auf Krücken sehen, ist nicht nur eine Höflichkeit – es ist eine Erleichterung.

Veränderungen

Es beginnt Ende des Monats mit einem Schreibtischaufbau zu Hause, der aus meinem normalen Schreibtisch einen Steh-Arbeitsplatz macht. Wenn das installiert ist folgt hier ein Review mit Fotos in meinem nächsten Eintrag. Neben dem Schreibaufsatz gibt es auch eine Stehhilfe – damit kann ich dann mit der Beginn der eigentlichen Physio auch ins „Homeoffice“ bei meinem Arbeitgeber einsteigen. Dabei habe ich einiges investiert – beide Neuerungen sind nicht billig. Das ist kein Nice-To-Have Feature, sondern wohlüberlegtes Equipment, das jeden Tag in Gebrauch sein wird.
Die Tage werden mit dem Beginn des goldenen Monats auch aktiver gestaltet sein. An nahezu jedem Tag unter der Woche bin ich entweder bei der Krankengymnastik oder habe andere Termine. Zwischendrin werde ich als Hausaufgaben meine Übungen machen müssen. Ist der Genesungsprozess abgeschlossen, werde ich mir regelmäßige sportliche Aktivitäten suchen müssen – in den normalen Alltag mit 12 Stunden Sitzfleisch am Tag ohne Bewegung würde ich nur zurückkehren, wenn ich mir den OP Termin für eine Re-Ruptur vormerken lassen würde. Nein, das geht gar nicht mehr. Ich werde sicher auch darüber berichten.

Überhaupt werde ich viele Schwerpunkte anders setzen. Selbstverständlichkeiten wie Treppesteigen oder Radfahren sind jetzt seit einigen Wochen keine Selbstverständlichkeiten mehr. Ich weiß jetzt zu schätzen, wie schön diese Art der Mobilität ist. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf den Moment freue, wieder einen Sonnenuntergang auf meiner Insel zu erleben, nachdem ich zum Rand des Kniepsands spaziert bin. Momentan ist das völlig undenkbar, aber sicher in absehbarer Zeit wieder möglich.
Die Art von „Entschleunigung“, die ich derzeit erlebe, ist einerseits völlig ungewollt und eine innere Unruhe sträubt sich dagegen. Andererseits fordert diese Unruhe auch eine genaue Strukturierung meiner Aktivitäten für die Zukunft. Man entgeht der Schnelllebigkeit nur durch feste, täglich gelebte Strukturen. Schöner Nebeneffekt – man lässt den inneren Schweinehund allein auf der Couch zurück. Momentan sind das nur Worte, mal schauen, wie die Taten in einigen Wochen aussehen.

Informationsquellen

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Menschen durch die Suche bei Google auf meine Seite aufmerksam werden und weitere Infos zu dieser seltenen Verletzung haben möchten. Es gibt sehr wenige brauchbare Quellen im Internet. Die Forenbeiträge auf einigen Physioseiten sind sehr vielschichtig und sehr individuell. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Dinge auf mich überhaupt nicht zutreffen (Beispiel: es ist möglich, mit Krücken und einer Quadrizeps-Ruptur in beiden Beinen Treppen zu steigen) andere sind schier unglaublich und in meinen Augen unmöglich (Beispiel: Betroffene, die nach einer Woche die Knie bereits bei einer Beugung von 45° belasten können). Die beste Quelle ist ein englischsprachiges Buch des Autors Steven Gartner. Er hat richtig ins Klo gegriffen. Sechs Jahre nach einer Ruptur im rechten Bein hat er sich diese Verletzung in beiden Beinen zugezogen – gleiches Problem wie bei mir. Er erzählt von seinen Erfahrungen in diesem Buch. Es ist auf englisch aber sehr einfach zu lesen.

Blutiges Video

Dieses Video ist nichts für schwache Nerven. Es zeigt eine Operation, bei der die Quadrizeps-Sehne repariert und mit Schrauben in der Kniescheibe fixiert wird:

Meine Ratschläge bisher 🙂

Wenn Sie tatsächlich auf diese Seite gelangt sind, weil auch Sie in einer ähnlichen Situation sind und sich mit einer (oder zwei) Quadrizeps-Rupturen auseinandersetzen müssen – hier schon mal meine wichtigsten Tipps kurz vor Ende der sechswöchigen Ruhephase nach der OP. Ich denke, ich werden noch weitere Erfahrungen in den kommenden Posts zum Besten geben. Einige von diesen Weisheiten habe ich schon in den Beiträgen zuvor anklingen lassen:

    • Das Wichtigste: positiv bleiben! Das ist sehr leicht gesagt und sehr schwer umzusetzen. Besonders am Anfang dieser Prozedur. Ich erinnere mich an den den dritten Tag nach der OP, an dem ich wie ein Bekloppter durch alle Stationen des Krankenhauses gelaufen bin, einfach nur, weil ich aktiv sein wollte. Das bringt körperlich nichts, aber man lässt unterwegs einige Gedanken auf seinem Weg, die eine positive Einstellung ermöglichen. Am Ende auf dem Gang meiner Station war ein Aufenthaltsraum und dort war ein Fenster von dem aus ich voller Neid die Menschen beobachtet habe, die ganz einfach durch ihren Alltag gelaufen sind. Ich habe mir vorgenommen, eines Tages auf dieses Fenster unten von der Straße aus zu blicken. Das wird der Tag sein, an dem ich es geschafft habe. Positiv bleiben heißt, sich Ziele setzen. Neben diesem Ziel möchte ich auch gegen Ende des Jahres den Weg gehen, den ich an dem Abend des Unfalls gegangen bin. Ich hatte noch nicht erwähnt, dass ich an diesem Abend ein Interview für mein Kultur-Magazin machen wollte – während dieses Interviews ist der Unfall passiert. Kurz zuvor war ich mit Freunden lecker essen und wir haben anschließend einen Kaffee am Kaiserplatz in Bonn getrunken. Wir haben noch darüber gesprochen, wie gut es uns geht und dass man nicht immer über Kleinigkeiten jammern sollte. Mein Ziel ist es, nach einem Kaffee dort wieder zu dieser Treppe zu gehen und unfallfrei die Stufen zu bewältigen.
    • Genauso wichtig: Geduldig sein! Entscheidend für die Genesung ist die lange Ruhephase am Beginn. Sie führt zu einem Alltag, bei dem sie die Aneinanderreihung von kleinen unscheinbaren Fehlschlägen in den Wahnsinn treiben können. Beispiel: Sie müssen zum Arzt, brauchen für alles sowieso etwas länger, haben es eilig und dann fällt die Gesundheitskarte auf den Fußboden. Da liegt sie, ganz flach und sie müssen wirklich kämpfen, sie wieder aufheben zu können. Oder sie liegen auf ihrem Toilettenstuhl und kurz bevor sie sich erheben wollen, macht sich eine Krücke selbständig. Oder sie haben es nach unzähligen Versuchen geschafft, eine Socke anzuziehen und stellen dann fest, dass sie sich so verdreht hat, dass die Verse nach oben zeigt … . Naja, es gibt viele Beispiele von nervigem Dingen im Alltag (die unappetitlichen lasse ich bewusst weg). Trotzdem – bleiben sie geduldig! Es kommen bessere Zeiten. Irgendwann.
    • Auch wenn sie Fortschritte machen: Übertreiben sie es nicht! Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, dass eine angenähte Sehne wieder reißt, aber es gibt durchaus Berichte, dass eine kleine Unvorsichtigkeit zu Komplikationen führen kann. Achten Sie daher immer darauf, dass die Orthese fest und sicher sitzt. Eine Knickbewegung kommt unbewusst und unwillkürlich – sitzt die Orthese locker kann die unangenehme Folgen haben. Auch die Überlegung, die Orthese nachts abzulegen sollten sie schnell verwerfen. Sie haben nachts keine Kontrolle über die Beinbewegungen. Ein Traum, eine Mücke, ein Kitzeln und schon kann es ruckartige, unwillkürliche Bewegungen geben.

Weitere Tipps und Fotos folgen in Kürze.