Whatever. Nevermind.

Es sind unglaubliche 25 Jahre vergangen. Und es sind daher keine Kindheitserinnerungen mehr. Nicht mal pubertäre Erinnerungen. Nein, es sind die Erinnerungen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Kurz bevor es in die letzten Jahre zum Punktesammeln für das Abitur ging.

Es gibt nur zwei oder drei Generationen, die eine derartige musikalische Explosion erlebt haben. Vielleicht die erste Generation mit der Niederkunft der Beatles, dann der Punk Mitte/Ende der 70er Jahre und eben meine Generation. Heute vor genau 25 Jahren wurde „Nevermind“ das zweite Album von Nirvana veröffentlicht. „Smells Like Teen Spirit“ ist eine musikalische Offenbarung. Bis heute.

Rückwirkend sehe ich heute vieles anders. Mir gehen die Interviews des von Selbstzweifeln zerfressenen Kurt Cobain ziemlich auf den Sack. Und auch sein Abgang ist aus heutiger Sicht eher dämlich denn heroisch. Musikalisch aber sind die drei Studioalben von Nirvana unfassbar gut. Bei mir kam noch hinzu, dass wir in unserem kleinen, dummen Troisdorf eine Jugendkultur hatten, selbstorganisiert, intelligent, kreativ, die nicht nur Nirvana sondern auch die vielen anderen musikalischen Auswüchse des Grunge regelrecht zelebriert hat. Die bis heute bestehenden genialen Pearl Jam, Smashing Pumpkins, Soundgarden. Auch der Eingang von Metal in den Mainstream mit dem schwarzen Album von Metallica oder Offenbarungen wie Sepultura oder Pantera fallen in diese Zeit. Gerade für mich, der eigentlich eher ein Faible für elektronische Musik hat und hatte, eine tolle Alternative.  Eine tolle Zeit, an die ich mich gerne erinnere. Mir tun die Generationen leid, die so eine Offenbarung nicht erlebt haben.
Etwas Wehmut schwingt damit. Von mir, einem alten Sack, tief drin immer noch die Anschauungen von damals. Viel hat sich nicht geändert seit diesen Tagen. Eine Generation X hätte heute noch mehr Anlass zur Resignation. 

„I found it hard, it´s hard to find, oh well, whatever … Nevermind.”

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