Auf meiner Insel 27

Bevor ich nach Amrum gefahren bin, hatte ich kurz auf einem Foto die wichtigsten Utensilien verewigt. Wenn ich das alles dabei habe, Internetzugang auf der Insel habe, dann bin ich happy.

Mit der Kamera und dem Macbook bietet sich natürlich auch die Möglichkeit, Videos zu schneiden. Hier ein Zeitraffer-Video von heute Nachmittag – auf dem Weg zum Sonnenuntergang. Das Video hat keinen Ton. Dieses komische Gebilde, auf das ich zulaufe, ist etwas, das man hier am Kniepsand sehr häufig findet. Angespültes Strandgut wird von irgendwelchen Menschen zu seltsamen „Skulpturen“ zusammengesetzt. Diese Gebilde sind auch aus großer Entfernung gut zu erkennen und bieten manchmal Orientierung. In diesem Fall sind es verschiedene Äste und eine Holzpalette.

Es gibt keine Uhren hier in der Wohnung. Ich setze mich abends auf die Couch, lese, höre Musik (die Entdeckung in diesem Urlaub ist „Tales Of Us“ von Goldfrapp) und dann stelle ich fest, dass es schon nach 24 Uhr ist. Wann hat man schon mal die Zeit, sich über viele Stunden hinweg mit wirklich interessanten, wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen? Höchstens mal am Wochenende – aber das ist dann auch nur halbherzig. Zeit ist das Wertvollste.

So halte ich es mit Hermann Hesse. Der hat gesagt: „Nur im Alleinsein können wir uns selbst finden. Alleinsein ist keine Einsamkeit. Alleinsein ist das größte Abenteuer.“

Für mein Abenteuer brauche ich eine Insel – das wird mir hier einmal mehr klar.

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