Auf meiner Insel 19

Am frühen Nachmittag habe ich meine Tour über die Insel für heute beendet. Jetzt sitze ich auf meinem Balkon und was kann ich berichten? Die ersten sechs Kapitel sind fertig. Das hört sich viel an, aber die „Justitia“-Serie basiert auf fertigen Drehbüchern, die ich nach meiner Beschäftigung mit dem Drehbuchschreiben vor ca. zwei Jahren fertiggestellt hatte und für die ich noch keine Aufmerksamkeit von Agenten oder Produzenten bekommen konnte. Eine Adaption in erzählerischer Form war eher als Übung gedacht. Die Idee, die Serie als eBook bei Amazon zu publizieren war dann naheliegend. Das bedeutet aber natürlich auch, dass sämtliche Dialoge und alle Zusammenhänge bereits fertig sind. Die Texte jetzt zu schreiben, ist tatsächlich „nur“ eine Übung. Was lediglich hinzukommt sind die Dinge zwischen den Zeilen, die sonst als Bilder in einem Film auftauchen würden.

Dorfpoet at work 😉

Wie bereits angekündigt heißt der zweite Teil der Serie „Lieben und Vergehen“. Gerade hier sind die Dinge zwischen den Zeilen wichtig. Die erste Szene beschreibt, wie eine völlig zerbrochene Frau ihre Scheidungspapiere erhält. Sie hört „All I Need“ von Radiohead. Radiohead ist die Lieblingsband dieser Frau. Radiohead ist zu Musik gewordene Depression. Tiefgehend und schmerzhaft, aber rein und melancholisch schön. Und während ich die Szene schreibe, höre ich natürlich genau diesen Song. Die Szene wird ebenso einfach und schmerzhaft wie der Song. Wenn ich bedenke, welch‘ finsteren Dinge in dieser Folge der Serie noch kommen werden, dann trifft der Titel „Lieben und Vergehen“, den ich zunächst für nicht besonders treffen hielt, ziemlich genau ins Schwarze.

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